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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die Einzelheizung. Erfordernisse eines guten Ofens. 641

schräge Kanäle in der Vorderwand strömt alsdann die vorgewärmte Luft in das Zimmerein. Indem die durch die Öffnung a eintretende frische Luft zuerst gegen die stark erhitzteund wahrscheinlich öfter glühende Hinterwand der Feuerstelle stößt, wird sie schon über-hitzt und nimmt alsdann im Schachte b selbst kaum einen bemerkenswerten Teil derWärme aus den abziehenden Rauchgasen auf, so daß wohl nicht die auf andre Weisezu erzielende Ausnutzung der Wärme durch diese Einrichtung erreicht werden kann;außerdem wird der schon früher erwähnte Übelstand eintreten, daß der in der herzu-strömenden Luft oft reichlich enthaltene Staub bei der Berührung mit der sehr heißenHinterwand des Fenerraumes verbrennt und dadurch die Luft den nicht angenehmenGeruch der Versenguug erhält.

Obschon also dieser Douglassche Kamin einem Ofen ähnlich ist, sind dabei doch nochkeineswegs die Ansprüche erfüllt, die man an einen guten Ofen zu stellen hat. Ein guterOfen soll nämlich die folgenden Eigenschaften besitzen:

1. Der Ofen muß auch bei niedrigster Außentemperatur,die im nördlichern Klima Europas 20° 0. unter Nullsinken kann, den zu heizenden Raum rasch und gleich-mäßig erwärmen und bei bequemer Bedienung oder,noch besser, ganz selbständig die Zimmertemperaturauf der guter Heizung entsprechenden Höhe erhalten.

2. Die Ofenfeuerung soll staubfrei sein, was bei demDouglasschen und andern ähnlich eingerichteten Kamin-öfen keineswegs der Fall ist, indem die Asche desFeuerraumes leicht in das Zimmer getrieben werdenkann und selbst das Heraussprühen von Funken undUmherschleudern glühender Kohlenstückchen nicht aus-geschlossen ist. Ferner soll der Ofen keine sengende,auf Verderbnis und Austrocknung der Zimmerlufthinwirkende Hitze verbreiten und keinesfalls das Ent-weichen von Rauchgasen, insbesondere aber nicht dasAusströmen von Kohlenoxyd ermöglichen. 3. Die Be-dienung des Ofens muß so einfach und bequem sein,daß jede Person ohne besondere Übung und Erfahrungdenselben besorgen kann. 4. Die Anlage- und Betriebs-kosten müssen möglichst niedrig sein, und auch in solchenFällen, wo auf eine schöne Ausstattung des Ofens einbesonderes Gewicht gelegt und deshalb auch ein ent-sprechend hoher Preis gezahlt wird, soll der Ofen soeingerichtet sein, daß der Wirkungsgrad ein möglichstökonomischer ist. 5. Mit Rücksicht darauf, daß dieWärmeleitung durch die Luft nur in geringem Maßebei stehender Luft sich vollzieht, soll der Ofen derartigeingerichtet sein, daß eine flotte Luftzirknlation stattfindet, womit unter Umständen auch dieZuführung frischer Anßenluft zu verbinden ist. 6. Die Öfen sind am besten recht massig her-zustellen und die eisernen Ofenkästen sind deshalb mit einem möglichst starken Thonfutter zuversehen, um eine genügende Wärmeaufspeichernng herbeizuführen, wodurch eine gleich-mäßigere Wärmeabgabe als bei zu dünnen Ofenwänden und ein längeres Aushalten in derWärmeabgabe auch nach Erlöschen des Feuers erzielt wird. Mit Rücksicht hierauf sollendie Wände eines gußeisernen Ofens ungefähr 1 om und die Wände eines Kachelofenswenigstens 10 om dick sein. 7. Muß ein Ofen mit einiger Rücksicht auf das hauptsächlichzu verwendende Brennmaterial eingerichtet sein. Für stark flammendes Material ist einhöherer Feuerraum nötig, als für fast flammenlos verbrennendes Material, und fürminderwertiges Brennmaterial, wie erdige Braunkohle oder Torf, ist ein überhauptgrößerer, insbesondere breiterer Feuerraum nötig als für Steinkohle und Koks, damitdie für einige Zeit ausreichende Menge von weniger hitzendem Brennstoff eingelegt werden

Das Buch der Erfind. I. 81

6SS-6SS. Russischer Kachelofen. (ZuS.64S.)