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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Die Bearbeitung der Bausteine.

Feldspatkrystalle sind fleischrot, gelblich bis grauweiß, nur selten bis 25 inrn groß; derGlimmer ist schwärzlich-braun oder grün, die Hornblende oft regelmäßig begrenzt. Fast niesind alle Bestandteile gleichzeitig vorhanden; Hornblende und Magucsiaglimmcr scheinen sichgegenseitig auszuschließen.

Porphyri scher Trachyt ist vulkanischen Ursprungs. Die oft poröse, feine, scharfeGrundmasse besteht aus Albit und Sanidin und umschließt Krystalle von glasglänzendemSanidin, Hornblende und Magnesiaglimmer. Angit und Titanit sind seltener, und auch Quarzist kein wesentlicher Bestandteil. Das Gesüge ist bisweilen granitähnlich oder gneisartigoder schiesrig. Trachyt läßt sich ziemlich gut bearbeiten, ist aber nicht immer wetterbeständig.Das spezifische Gewicht ist 2,r—2,7.

Diorit, Hornblendegrün stein besteht aus einem körnigen Gemenge von Albit undvorherrschender Hornblende; nebensächlich finden sich darin grauweiße Quarzkörncr, Magnesia-glimmer, Eisenkies, Magnetcisen, Titanit und Epidot. Das spezifische Gewicht beträgt 2,7bis 3,o. Diorit wird seiner großen Festigkeit wegen meist als Rauhstein und Pflastersteinverwendet, häufig unter dem Namen schwarzer Granit oder orientalischer Basalt, wenn erschwarze Hornblende führt und sehr feines Korn besitzt, oder unter der Bezeichnung grünerGranit, der grünen Hornblende wegen.

Diabas-Porphyr. Die oft sehr harte, zuweilen blasige oder mandclsteinartige Grund-masse ist quarz- und hornblcndefrei, grünlich, schwärzlich oder weißlich, zuweilen kalkhaltig.Sie schließt ein: a. weiße, graue oder grüne Lligoklas- und Labradorkrystalle (Lligoklas- undLabradorporphhr); b. basaltische Augite (Augitporphyr) oder Uralit (Uralitporphyr). Dieletzteren beiden sind oft säulenförmig abgesondert und sehr zäh.

Dolerit (basaltischer Grünstein, Graustcin). Zu einem krystallinisch-körnigen, grauoder schwarz gefärbten Gemenge von Labrador, Angit und titanhaltigem Magneteiscn trittzuweilen etwas kohlensaurer Kalk und Spatcisenstcin. Der Labrador kommt in weißen oderhellgrünen, tafelförmigen, der Angit in schwarzen, säulenförmigen Krystallen vor; beide sindmit bloßem Auge zu erkennen, das Magnetcisen jedoch oft nur durch den Maguetstab.

Basalt ist ein granschwarzes inniges Gemenge von Labrador, Augit, Magneteisen undeinem zcolithartigen Mineral, wozu sich in der Regel noch Olivin, oft auch Spatcisenstcinund kohlensaurer Kalk gesellen. Der Bruch ist uneben, splittrig und flachmuschelig, das Ge-stein hart, schwer sprcngbar und meist sünlen-, kngel- oder plattcnfvrmig abgesondert. Ein-gewachsen finden sich Hornblende, Augit, Lligoklas u. a. m., wodurch bisweilen ein porphyr-artigcs Aussehen entsteht. Ist der Basalt von vielen kleinen und größeren Blasenrüumendurchsetzt, so wird er als verschlackter Basalt bezeichnet. Das spezifische Gewicht ist 2,8—3,o.Basalt findet vorwiegend zu Straßenpflaster Verwendung. Seine große Härte erschwert dieBearbeitung, seine Verwertung wird aber durch das Vorkommen regelmäßiger vier- und mehr-kantiger Säulen bis zu 50 m Länge erleichtert, die oft wieder durch Qncrsprünge in vieleeinzelne Glieder zerfalle».

Quarzfels (Qnarzit) ist körnig bis dicht, zuweilen auch porig, und weiß, grau, rötlichoder gelblich gefärbt, tritt meist massig auf, wird aber auch wohl durch Glimmerplättchenschiesrig. Varietäten sind Kieselschicfer, Harnstein und Jaspis. Das spezifische Gewicht beträgt2,5—2,7. Quarzfels ist sür Mauerwerk nicht gut verwendbar, da er mit Mörtel schlecht bindetund sich auch schwer bearbeiten läßt. Dagegen gibt er gutes Material für Straßenbau abund wird auch zu Mühlsteinen verarbeitet.

Hornfcls ist ein inniges Gemenge von Quarz mit wenig Feldspat und hat graue,braune bis schwarze Färbung »nd feinkörnigen bis splittrigcn Bruch. Er ist sehr fest, ge-wöhnlich geschichtet und führt beigemengt schwarzen Glimmer, Chlorit und braunen Granat.

Marmor ^körniger Kalkstein) ist kohlensaurer Kalk mit geringen Beimengungen andererMineralien. Bei körnigem Gesüge ist die Färbung eine sehr wechselnde vorn schneeigen Weißmit durchscheinenden Kanten bis zum tiefen Schwarz. Zu den grobkörnigen Arten gehört derparische und selinische, zu den feinkörnigen der pentelische; zwischen beiden steht der carrarische.Die verschiedenen Arten des Marmors sind zumeist nach der Farbe, zuweilen nach dem Fund-ort benannt. Als Baustein wird der Marmor seines hohen Preises wegen nur da verwendet,wo besondere Pracht entfaltet werden soll. Er läßt sich verhältnismäßig leicht bearbeiten, istaber im nördlichen Klima weniger wetterbeständig. Das spezifische Gewicht ist 2,8—2,7.

Dichter Kalkstein besteht aus dichtem kohlensauren Kalk mit fremden Beimengungenin größerer oder geringerer Quantität. Solche Beimengungen sind Thon, Bittererdc, Kiesel-erde, Eisen, Mangan u. s. w. Je reiner der Kalkstein ist, um so splittriger fällt sein Bruchaus. Äieselcrdcgehalt vermehrt seine Härte, Thonerdcgehalt mindert sie. Weiße und grüneFarben sind vorherrschend. Von den zahlreichen Varietäten seien nur genannt: Kohlenkalk,Muschelkalk, Liaskalk, Rogenstein, Alpcnkalk, Jurakalk, Kieselkalk, Kreide u. a. Die Kalk-steine sind gewöhnlich geschichtet, zuweilen schiesrig. Das spezifische Gewicht ist 2,0—2,7.

Dolomit ist ein Gemenge von kohlensaurer Bittererdc und kohlensaurem Kalk, zu denennoch, wie beim Kalk, andere Bestandteile treten. Das Mengenverhältnis beider Haupt-bestandteile ist sehr verschieden. Die Dolomite sind gewöhnlich schuppig-körnig und feinkörnig,teils fest, teils losköruig und weiß, grau oder gelblich gefärbt. Als Baumaterial sind dieDolomite sehr geschätzt. Ihr spezifisches Gewicht ist 2,8-3,».