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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Gesteinsartcn. 7

Gips, Alabaster besteht der Hauptsache nach aus schwefelsaurem Kalk, ist krystallinisch,iascriq, schicsrig oder dicht, und weiß, grau oder bunt, stellenweise auch schwarz gefärbt undgefleckt. Zuweilen ist der Gips deutlich geschichtet, meist aber massig. Das spezifische Gewichtbeträgt 2,2—2,4. Anhydrit ist wasserfreier, schwesclsaurcr Kalk und dient nur als kiesel-haltiges Gestein (Vulpinit) zum Bauen. Abarten des Gipses sind Alabaster, Knochengips,Alpcngips.

Granwacke setzt sich aus Quarz-, Kieselschiescr-, Thonschiefer-, Granit- und anderen,meistens abgerundeten Stücken iu einer oft sandigen Thonschicfermasse zusammen. Das Ge-stein hat ost das Ansehen, als wenn gröbere Gerölle durch feinere verbunden wären. DieFarbe ist grau, bläulich, auch schwärzlich oder rötlich. Grauwackc ist sehr hart und schwer zubearbeiten.

Sandsteine. Ungleich seine, ziemlich gleichförmige, meist unbestimmt eckige Quarzkörnersind durch ein Bindemittel zusammengefügt, welches sich aus Quarz-, Mergel-, Kalk-, Talk-,Eisenthon- u. s. m. Teilen zusammensetzt. Je nach der Art des Bindemittels ist derSandstein verschieden in Ansehen, Festigkeit und Härte. Von seinen Varietäten sind diewichtigsten: Quarzsandstein, Thonsandstein, Kalksandstein, Kohlcnsandstein, Buntsandstein,Kcupersandstcin, Grünsandstein, Molassesandstein u. s. w. Alle diese Arten finden für Bau-zwecke ausgedehnteste Verwendung.

Thonschiefer sind verhärtete Thone sehr verschiedener Zusammensetzung und Herkunft.Sie sind dicht, meist schwärzlich, durch Verwitterung gelb oder rot, stark geschichtet, auf denSpaltflächen schimmernd und aus Kieselerde, Thonerde, Eisenoxpd, Talkerde, Kali, Wasserund Kohle zusammengesetzt. Zu Bauzwecken dienen vorwiegend die Dachschiefer, krystallinischeThonschiefer mit vorzüglicher Spaltbarkeit und grünlich- oder bläulich-grauer glänzender Farbe.

Außer den oben genannten und kurz beschriebenen Felsarten dienen noch eine Reiheanderer Gesteine zu Bauzwecken, die Abarten der ausgezählten Gesteine darstellen oder nurin geringerem Umfange Verwendung finden. Genannt seien: Lava, Gabbro und Serpentin,Phonolit, Pechstcin, Kieselschiescr, Kalktuff oder Duckstcin u. a. m.

Die Unterscheidungsmerkmale der einzelnen Gesteine, welche nicht nur wegen derenrichtigen Bezeichnung, sondern auch zur Erlangung von Gewißheit über die größere odergeringere Bearbeitungsfähigkeit und Witterungsbeständigkeit von Wichtigkeit sind, lassensich nicht immer leicht auffinden. Es gehören hierzu methodische Untersuchungen, dienur von Fachleuten ausgeführt werden können.

Die Untersuchung hat sich nach zwei Richtungen zu erstrecken: die wissenschaftlicheUntersuchung der Gesteine auf ihren Ursprung und ihre Zusammensetzung, vorwiegendchemisch-mikroskopisch ausgeführt, und die mechanische Untersuchung, welchepraktische Zwecke verfolgt und für welche der Verwendungszweck ausschlaggebend ist. Imersteren Falle wird bei einfachen Gesteinen, da jedes Mineral eine feste chemische Zu-sammensetzung hat, die chemische Analyse direkt brauchbare Resultate ergeben, sofern mannur ein von zufälligen Beimengungen möglichst freies Material der Untersuchung zuGrunde legt. Von den zusammengesetzten Steinen kann die Analyse dagegen ein gleicherschöpfendes Bild nicht geben. Immerhin wird aber auch bei diesen die Untersuchungeiner mittleren Probe des gesamten Gesteines, die sogenannte Pauschalanalyse, wertvolleAnhaltspunkte insofern ergeben können, als die chemischen Formeln der das Gestein zu-sammensetzenden Mineralien Grenzwerte darstellen, zwischen welche hinein die Resultateder Pauschalanalyse fallen müssen. So werden z. B. die Silikatgemenge durch den Gehaltan Kieselsäure charakterisiert und als siliciumreiche und siliciumarme, saure und basische,über und unter 23 Kieselsäure enthaltende unterschieden. In den weitaus meistenFällen wird aber die Untersuchung eines Gesteines erst dann als erschöpfend anzusehensein, wenn sie sich auch auf die einzelnen Bestandteile ausdehnt. Bei großkörnigenGesteinen genügt zu diesem Zweck Auslesen, der verschiedenen Mineralien mittels derLupe. Bei feinkörnigen Gesteinen gibt der Unterschied im spezifischen Gewicht ein Mittelzur Scheidung, indem man Flüssigkeiten von hohem spezifischen Gewicht, z. B. Quecksilber-Jodid und andere herstellt und, sie allmählich verdünnend, aus dem hineingeschüttetenGesteinspulver die Trümmer in der Reihenfolge ihres spezifischen Gewichtes sondert.

Hand in Hand mit der chemischen Prüfung der Gesteine muß die mikroskopischeUntersuchung schreiten. Zu diesem Zwecke stellt man aus den Steinen Dünnschliffe her,in welchen fast alle Bestandteile durchsichtig werden und nun durch Anwendung zweierdrehbarer Nicolscher Prismen, das eine unter dem Objekttisch des Mikroskops und dasandere zwischen Objekt und Auge, im polarisierten Lichte untersucht werden können. Der