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Die Bearbeitung der Bausteine.
Unterschied zwischen amorphen und doppelt brechenden Krystallen ist dabei sofort auffindbar,und für eine Reihe der letzteren, soweit sie als Bestandteile des Gesteins vorkommen, istihr Verhalten im polarisierten Lichte charakteristisch. Neuerdings hat man die mikroskopischeUntersuchung mit der chemischen vereinigt, indem man Reagentien unter dem Mikroskopauf Dünnschliffe einwirken läßt.
Die zweite Art der Prüfung der Gesteine dient wesentlich anderen Zwecken. Wennes sich um die Auswahl von Bausteinen für bestimmte Verwendungsarten handelt, mußman sich über die einzelnen Eigenschaften der Materialien, welche dem Verwendungszweckbesonders entsprechen, völlig klar sein. So muß man wissen, ob ein Stein, der zu Straßeu-pflaster verarbeitet werden soll, neben der Bearbeitungsmöglichkeit auch ausreichendeFestigkeit und Undurchlässigkeit besitzt. Er muß dem Schlag der Pferdehuse und denStößen der Wagenräder genügend Widerstand entgegensetzen und darf sich auch nicht leichtabschleifen oder glätten. Der Baustein, der als tragender Teil im Gebäude Verwendungfinden soll, muß eine solche Druckfestigkeit besitzen, daß er für die Standsicherheit desGebäudes ausreichende Gewähr bietet. Ein Stein wiederum, der an der Außenseite vonGebäuden zu bildnerischem Schmucke Verwendung finden soll, muß neben leichter Formbar-keit ausreichenden Widerstand gegen Wasser und sonstige Witterungseinflüsse: Frost, ab-wechselnde Erwärmung durch Sonnenstrahlen und darauf folgende Abkühlung n. s. w.besitzen. Die Prüfung der Steine auf diese Eigenschaften ist daher von hervorragenderBedeutung und zu einer selbständigen Wissenschaft geworden. Die Prüfung erfolgt nachinternationalen Vereinbarungen in eigens diesem Zwecke dienenden staatlichen und privatenVersuchsanstalten und erstreckt sich im wesentlichen auf die Bestimmung des Bruchgefügcs,der Farbe, des Naumgewichtes, des spezifischen Gewichtes, des Dichtigkeitsgrades (Porosität),der Druckfestigkeit im trocknen und im Wassersatten Zustande, sowie nach wiederholterFrostbeanspruchung der Steine und endlich der Abnutzbarkeit und Ritzfestigkeit. Je nachder beabsichtigten Verwendung, muß ein Stein in allen diesen Eigenschaften oder ineinigen den Anforderungen genügen.
Die Druckfestigkeit der Steine ermittelt man an regelmäßigen Würfeln von4—6 orn Seitenlänge, welche aus den Steinblöcken mittels Diamantsäge herausgeschnittenund auf den Truckflächen völlig eben bearbeitet werden. Diese Würfel werden aufhydraulischen Pressen zerdrückt, und die Bruchlast wird gemessen. Im allgemeinen ist dieFestigkeit der natürlichen Steine im trocknen Zustande höher als im bruchfeuchten oderim Wassersatten. Die Druckfestigkeit fast aller Steine nimmt noch mehr ab, wenn dieProbewürfel vor der Truckbeanspruchung wiederholt dem Frost ausgesetzt und wiederaufgetaut werden. Der Grad der Abnahme der Festigkeit durch Wasseranfnahme oderFrostbeanspruchung gibt einen Maßstab für die voraussichtliche Wetterbeständigkeit desGesteines. Der Grav dieser Festigkeitsabnahme steht nicht im direkten Verhältnis zurPorosität der Steine. Es gibt Bruchsteine von hoher Porosität und entsprechend hohemWasseraufnahmevermögen, welche durch Frost wenig oder gar nicht angegriffen werden,während andere anscheinend dichte Gesteine, die nur wenig Wasser kapillar aufsaugen, ofterheblich unter der Einwirkung des Frostes leiden.
Die Porosität eines Gesteines kann man durch wiederholtes Eintauchen des Steinesin Wasser bestimmen, oder man kann den Tichtigkeitsgrad berechnen aus dem Raumgewicht rdes Steines (Gewicht des von der Raumcinheit des Steines einschließlich seiner Hohlraumeverdrängten Wassers) und dem spezifischen Gewicht s (Gewicht des lückenlosen Steinpulvers),
indem man den Quotienten aus beiden bildet. Es ist dann der Dichtigkeitsgrad ll —
Für die Bestimmung der Abnutzbarkeit der Steine, die vorwiegend an Pflasterungs-materialien vorgenommen wird, hat man verschiedene Verfahren. Man setzt entwederregelmäßig bearbeitete Steinwürfel der Abnutzung einer rotierenden und mit Schmirgelbestimmter Korngröße in bestimmtem Verhältnis bestreuten Gußeisenschcibe aus undermittelt den Gewichtsverlust nach einer gewissen Anzahl von Umdrehungen der Scheibe,oder mau bringt die Steinstücke in eine rotierende Trommel zusammen mit Eiscuteilenuud stellt nach einer gewissen Umdrehungszahl den Grad der Zerkleinerung fest.