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Die Thonwaremndustrie: Herstellung der Thonwaren.
Handwerker, andere wieder dem Theodoros von Samos zu, wahrscheinlich aber dürftedie Vorrichtung ein noch bei weitem höheres Alter beanspruchen. Übrigens gibt esVölkerschaften, welche kreisrunde Gefäße von sehr bedeutenden Dimensionen ohne An-wendung der Scheibe herzustellen wissen, so die Arowaken und Warauen in Südamerika ,von denen behauptet wird, daß sie bis 2 in hohe Töpfe lediglich durch spiralförmigesAufeinanderlegen dünner, langer Thonwülste erzeugen.
Handwerkszeug ist für die gewöhnliche Arbeit an der Scheibe nicht viel mehr nötigals eine kleine Holzschiene zum Glätten und Ebenen der Flächen und ein Tasterzirkel, umdie Dicken zu messen, obschon fast in allen Fällen das Augenmaß der sicherste Leiter desArbeiters sein muß. Zur Seite steht ein Gefäß mit Wasser, um den Thon, wenn er beider Arbeit zu trocken wird, ein wenig anzufeuchten und geschmeidiger zu machen. Ist dieForm etwas zusammengesetzter, geschweift, wie z. B. bei dem zweiten Arbeiter im Hinter-gründe, so muß allerdings die Hand auch noch die Hauptsache thun, aber es wird mitallerlei Stäbchen und Formhölzchen verschiedener Art nachgeholfen, um die schärferenUmrisse zu geben, bis auch hier die gewünschte Gestalt hervorgebracht worden ist. Inder Regel bedienen sich die Töpfer für die Vollendung ihrer Gefäße hölzerner Schablonen,Leeren, das sind kleine Brettchen, die genau nach dem Durchschnitt der verlangten Formausgeschnitten sind. An die bereits im Rohen vorgeformte, schnell rotierende, weicheThonmasse recht genau angedrückt, zwingen sie diese, ihre Umrisse anzunehmen. Sowerden Vasen, Flaschen und einfache Teller und Schüsseln gemacht. Für die gewöhnlichenGefäße dient ein vertikales Stativ mit verstellbaren horizontalen Stäbchen als Maßstabund Leere.
Sollen die Sachen mit Henkeln versehen werden, so bildet der Arbeiter dieselben ausfreier Hand und klebt sie mit etwas verdünntem Thon (sogenanntem Schlicker) an dasfertige Gefäß an. Ausgußöffnungen, sogenannte Schneppen, Schnauzen, entstehen dadurch,daß der Arbeiter gegen den Rand des fertigen Gefäßes den Daumen und den Mittelfingerder einen Hand legt und mit dem Zeigefinger den Rand zwischen beide hineindrückt.
Das bis jetzt beschriebene Arbeiten an der Scheibe liefert aber nur kreisrundeGegenstände und auch diese nur ganz glatt. Sobald es sich um ovale oder eckige oderauch runde, verzierte Formen handelt, tritt ein anderes Verfahren ein, nämlich dasDrücken in Formen, die Formerei. Ovale Gefäße werden zwar auch noch auf derScheibe hergestellt, welche zu diesem Zwecke eine Einrichtung hat wie das Ovalwerk derDrehbank, oft aber auch, und für eckige und dergleichen Gegenstände ausnahmslos, wirdder weiche Thon in Gipsformen gepreßt, in denen die Oberfläche des darzustellenden Gegen-standes vertieft ausgearbeitet ist. Hierzu wird er erst auf einer Tafel mit Walze, wiedies im Hintergründe unseres Bildes (Abb. 162) geschieht, in Platten ausgearbeitet, un-gefähr so, wie der Bäcker den Kuchenteig macht, und dann eine solche Platte in oderüber die Form gelegt, an die Unterlage überall fest angedrückt, wo zu viel ist, abge-schnitten, wo zu wenig ist, zugesetzt und mit weicher Masse angeklebt, so daß die Formganz ausgefüllt wird. Ist nur eine Seite gemustert, so wird die andere mit Bossier-hölzern oder der Hand geebnet; sind aber beide Seiten mit reliefartiger Musterung ver-sehen, so muß auch die Form zwei Teile haben, einen äußeren und einen inneren, zwischenwelche das Thonblatt eingepreßt wird. Für sehr zusammengesetzte Gegenstände bestehtdie Form auch Wohl aus mehr als zwei Stücken, da man sie sonst nicht wieder von demgeformten Gegenstände würde entfernen können. Hervorspringende Verzierungen u. dergl.werden besonders geformt und angesetzt. Die Platten zu Ofenkacheln u. dergl. werdenwie die Lehmziegel von einem würfelartig geformten Thonblock mit einem dünnen Metall-draht abgeschnitten.
Die Formen, in welche die Thonmasse gedrückt wird, sind meistens von Gips, dessenPorosität das im Thon enthaltene Wasser aufsaugt und dadurch ein leichtes Ablösen vonder Form gestattet; für manche Zwecke hat man auch Formen von Holz, Stein oder Metall.
Die geformten Gegenstände müssen an der Luft getrocknet werden; dadurch erlangensie so viel Festigkeit, daß sie zum Brennen in den Ofen transportiert werden können;dieses gibt ihnen erst die volle Härte. Sollen die Gefäße indessen zur Aufnahme von