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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Poröse Thonwaren: Das Formen. Wesen und Wirkung der Glasur.

Flüssigkeiten dienen, so muß, ehe sie gebrannt werden können, noch für die Glasur ge-sorgt werden.

Die Glasur wird in Form eines dünnen Breies aus die lufttrockenen Gefäße auf-gegossen, mit einem Pinsel aufgestrichen, oder man taucht die letzteren gleich in denGlasurbrei ein. Ist darauf die Ware abermals trocken geworden, so wird sie gebrannt,und zwar werden gewöhnliche Töpferwaren auf diese Weise in einem Brande fertig;feinere Gefäße jedoch werden zweimal gebrannt; der erste Brand hat den Zweck, sieweniger zerbrechlich und für die Glasur aufnahmefähiger zu machen, der zweite Branddient zum Aufbrennen der Glasur, die nach dem ersten Brand aufgetragen wird; es istdies der sogenannte „Glattbrand", während der erste Brand der „Verglühbrand" oder„Schrühbrand" heißt.

Die Masse für gewöhnliche Glasur besteht fast immer aus einem Gemenge von Blei-oxyd (Glätte) mit Thon, Lehm oder Sand. Will man eine farbige Glasur, so hat man

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noch die färbende Substanz zuzusetzen. Alle Bestandteile werden in Trommelmühlen oderzwischen einem Paar Mühlsteinen unter Wasserzusatz aufs feinste zufammengemahlen.Als Färbemittel dienen verschiedene Metallverbindungen, z. B. Schmälte oder Kobaltoxydfür Blau, Eisenvitriol oder Eisenoxyd für Rot, Schwefelantimon für Gelb, Kupferaschesür Grün, Braunstein für Schwarz u. s. w.

Das Wesen und die Wirkung der Glasur besteht darin, daß sie in der Hitze in Flußgerät und sich in eine Art Glas verwandelt, welches die Poren des Thones oberflächlichausfüllt und eine glatte Oberfläche erzeugt. Ist das Schmelzmittel Bleioxyd, so bildet sichBleisilikat (kieselsaures Bleioxyd) als leicht schmelzender glasiger Körper. Je stärker der Blei-zusatz, desto leichtflüssiger wird die Glasur, desto weniger Hitze ist also zu ihrer Erzeugungnötig; sie wird aber auch in demselben Grade minder hart und dauerhaft. Eine solcheleichtflüssige Glasur erhält zuweilen mit der Zeit eine Unzahl feiner Sprünge (Haarrisse)und ist bei unbedachter Zusammensetzung geeignet, an saure Flüssigkeiten und Fette, die>n die Gefäße gebracht werden, Blei abzugeben und sie dadurch zu vergiften. Man hatsich daher schon vielfach die Aufgabe gestellt, das Blei als gesundheitsschädlich ganz ausden Glasuren zu verbannen, und es werden häufig sogenannte Sanitätsgeschirre aus-

Buch der Erfind. VII. 18