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Anfänge der Glasmacherkunst.
vorzügliche Kunstwerke mit blumigen Zeichnungen und Fadenglas ähnlichen Arbeiten vor-handen, die für sich selbst sprechen. Anderseits müssen wir den Erzählungen von Herodot ,Theophrast, Plinius u. s. w. Glauben schenken, die von mächtigen Säulen und Statuenaus Glas berichten. Im Britischen Museum finden sich mehrere Glasfragmente, die ausden Glasfabriken von Sidon stammen sollen, und auf denen der Name des Verfertigerseingepreßt ist. Neben Tyrus und Sidon war Alexandrien lange wegen seines Handelsmit Glaswaren, die zunächst meistens Schmuck- und Ziergegenstände waren, berühmt.
Die Glasmacherkunst ist auch anderen Völkern des Altertums sehr bald bekannt ge-worden; hierfür sprechen Ausgrabungen in Ninive , wo Glasbecher gefunden wurden, welchezum Teil auf das 8. Jahrhundert v. Chr. zurückweisen. Die Ägypter behaupteten jedochihre alte Geschicklichkeit als Glasmacher noch zur Zeit der Römerherrschaft, und ihreErzeugnisse zeigten zu der Zeit schon die höchste Vollendung. Besonders fertigte manVasen und Trinkgeschirre an, die als Gegenstände des höchsten Luxus betrachtet wurden.Unter Aurelian waren die Ägypter verpflichtet, Tribut in Glas zu leisten. Hadrian warim Besitz von Trinkgläsern in verschiedenen Farben, die nur bei den seltensten Gelegen-heiten benutzt wurden. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts wurde in der Umgebungvon Rom , in dem Grabe von Alex. Severus, die berühmte Barberiui- oder Portlandvasegefunden, die sich jetzt ebenfalls im Britischen Museum befindet. Ihre Masse bestehtaus einem blauen Glase, welches reich mit weißen Reliefs verziert ist.
Die römische Glastechnik fußte auf der Ausbildung, welche die Kunst in Ägypten erlangt hatte, und namentlich waren es die Glashütten von Alexandrien , die ihre
1S2. Abbildungen von Glasbläsern anf altägyptischrn Nandenkiniilern.
besten Werke nach Rom schickten und späterhin selbst Arbeiter und Künstler hinsandten,welche die dort geübten Verfahren nach Rom übertrugen. Bekannt war indessen denRömern das Glas schon früher nach den Erwerbungen in Asien zur Zeit Ciceros ,und Etrurien und Unteritalien erfreuten sich schon früh einer kunstreichen Glasindustrie.Die Ausgrabungen in Pompeji beweisen, daß zu Anfang unserer Zeitrechnung hier dievollendetsten Arbeiten ausgeführt wurden. Surrentum (Sorreut) war durch seineSchleifereien und Ziselierungen namentlich verzierter Gefäße berühmt. In Rom selbstwurde die erste Glashütte unter der Regierung Neros in der Nähe des FlamininischenZirkus errichtet. Sie lieferte aber nur schlechte Trinkgläser. Im Jahre 210 n. Chr.gab es jedoch in Rom schon so viele Glasmacher, daß ihnen ein bestimmtes Stadt-viertel angewiesen wurde. Es wurde so viel Glas fabriziert, daß man eine Abgabedarauf legte. Schon damals verwandte man das Glas selbst in der Baukunst als Belagfür Fußböden und Verzierungen der Wände, auch ist durch die Ausgrabungen in Pompeji erwiesen, daß die Römer schon Glasfenster gehabt haben. Dieselben scheinen gleich inder erforderlichen Größe gegossen worden zu sein, denn sie haben keine geschnittenen,sondern rundlich geflossene Ränder. Wie in der eigentlichen Glasfabrikation selbst, sogelangten die Römer auch in der Glasraffinerie zu einer hohen künstlerischen Vollkommenheit,von welcher namentlich die durch den Schliff hergestellten durchbrochenen Gläser, die so-genannten Diatreta, beredtes Zeugnis ablegen. Nicht unerwähnt mag eine Erfindungbleiben, die ein römischer Architekt unter der Regierung des Kaisers Tiberius gemachthaben soll. Dieser wollte ein hämmerbares Glas erfunden haben und hoffte durch dieseErfindung wieder in Rom , aus dem er verbannt war, in Gnaden aufgenommen zu werden.
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