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Geschichte der Glasmacherkunst.
berühmt, etwa ebenso wie es heute die Sandablagerungen von Fontainebleau , von Nisel-stein bei Aachen oder von Hohenbocka sind. Da sich in der ägyptischen Soda ein ziem-licher Gehalt an Kochsalz findet, so mußte sich beim Schmelzen des Glases viel sogenannteGalle (schwefelsaures Natron und Kochsalz) absondern, und es war zur vollständigenLäuterung notwendig, die Masse einem zweimaligen Schmelzprozesse zu unterwerfen, wasPlinius auch besonders erwähnt.
In den ursprünglichen Heimstätten der Glasmacherkunst, in den Gegenden, wo diebeiden Erdteile Asien und Afrika sich berühren, wurde dieselbe fort und fort gepflegt. Ausdem 10. Jahrhundert haben sich noch einige Glasgefäße erhalten, andere sind durchKreuzfahrer mit in das Abendland gebracht worden, oder als Geschenke der Fürsten hier-her gekommen. Eigentümlich sind an diesen die schöne Farbe der Masse und die häufig inEmaillefarben ausgeführten Dekorationen. Das Grüne Gewölbe in Dresden besitzt einigesolcher Gläser, andere finden sich im Schatzedes Stephansdomes zu Wien, im Britischen Museum zu London, zu Paris u. s. w.
Im weiteren geschichtlichen Verlaufsehen wir, daß an Stelle Roms späterByzanz die Führerrolle übernimmt. InByzanz blüht die Kunst unter unverkennbarorientalischem Einfluß zu einer ungeahntenHöhe auf und hält sich ungefähr ein halbesJahrtausend. Mit dem erbleichenden Glänzedes byzantinischen Reiches verliert aber auchhier die Glasindustrie ihre frühere Bedeu-tung und geht nun an die aufblühendeFlüchtlingskolonie Venedig , wohin sich dieauswandernden Meister wandten, über.
Gewisse Glasfabrikate jedoch, so namentlichSpiegel aus Deutschland und Flandern ,wurden selbst zu einer Zeit noch nach Vene-dig als Handelsware gebracht, als dort dieGlasindustrie selbst schon eine hohe Bedeu-tung erlangt hatte. Es haben also dieseLänder nicht erst über Venedig ihre Kunstbekommen, sondern darin schon zeitig eineselbständige Entwickelung gefunden. In derweltmächtigen Lagunenstadt gelangte aberdie Glasmacherkunst zu einer Stellung undeinem Einfluß, die sie anderswo nicht gefun-den hat. Die venezianischen Produkte waren so gesucht, daß nach und nach eine Unmengevon Fabriken entstanden, so daß man sich bereits im Jahre 1291 veranlaßt sah, dieGlashütten wegen allzu großer Feuersgefahr und Belästigung durch den Rauch sämtlichnach der Insel Murano zu verlegen, die bereits seit langem ein Hauptsitz der Glasindustriewar. In den Fabriken von Murano wurden schon im 9. Jahrhundert Mosaiken gemacht;die Periode des glänzendsten Aufschwunges datiert jedoch seit der Eroberung von Kon-stantinopel (1204) durch Enrico Dandolo , der alle Mittel und Elemente üppigen Lebensvon Byzanz nach der Residenz der Dogen verpflanzte. Erzgießer, Maler, Baumeisterund allerlei Handwerker wanderten dahin und bildeten sich in der glänzende Stadt aus,die allen schönen Künsten reichlohnende Thätigkeit verschaffte. Die Glasbereitung warnun unter den gewerblichen Künsten diejenige, welche am eigenartigsten herausgewachsenwar, deren Erzeugnisse infolgedessen auch als kostbare Handelsware überallhin verbreitetwurden und auf die Geschmacksrichtung anderer Länder ihren Einfluß ausübten. DieGeschichte dieser Industrie in Venedig bietet so allgemeines Interesse Erweckendes, daßwir uns hier etwas eingehender damit befassen dürfen.
iss. Mr sogenannte Norttandnasr.
Blaues Glas mit weisen Reliefs, etwa SVO in Ägypten hergestellt, jetzt im Britischen Museum zu London .
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