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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Die Glasmacherkunst in Frankreich. England. Schweden . igi

In Frankreich läßt sich die Entwickelung der Glasindustrie bis zum Beginn derchristlichen Zeitrechnung herab verfolgen. Schon früh wurde hier die Wichtigkeit derGlasmacherkunst erkannt und zum Schutze des Gewerbes sehr viel gethan. Zu Anfangdes 14. Jahrhunderts erteilte man den Glasarbeitern wie in Mnrano weitgehende Privi-legien, auch war es ähnlich wie in Venedig für keinen Adligen schimpflich, sich mitder Glasmacherknnst zu beschäftigen. Sind doch noch heute viele Glasfabriken im Besitzealtadliger Geschlechter (Herzog von Broglie).

Über die Einführung der Glasfabrikation in England fehlen historische Über-lieferungen, doch wurde Glas zweifels-ohne schon im 15. Jahrhundert in Eng-land angefertigt, wie aus einem Kon-trakt zwischen der Gräfin Warwick unddem Glaser John Prudde hervorgeht.

Letzerer mußte sich nämlich verpflichten,zu seinen Arbeiten für das Grabdenk-mal des Grafen Warwick sich nicht desin England gefertigten Glases zu be-dienen, sondern nur das zur See ein-geführte zu benutzen. Unter der Regie-rung Jakobs III. wurde in Schottland die erste Glashütte errichtet, und LordGeorg Hay erhielt im 17. Jahrhundertdas ausschließliche Privilegium der Glas-fabrikation im ganzenLande auf 31 JahreZugesichert. Er trat dasselbe jedoch schonetwa zehn Jahre später dem Kleider-händler Thomas Robinson in London gegen eine bedeutende Summe ab. Vonletzterem erwarb das Privilegium derVizeadmiral Robert Munsell.

Noch später als in England er-folgte die Einführung der Glasmacher-kunst in Schweden , wo erst um dieMitte des 17. Jahrhunderts die ersteGlashütte erbaut wurde. Durch RobertHewes wurde in Amerika im Jahre1790 die erste Glasfabrik im Walde vonNew Hampshire angelegt, doch schlugenfeine Versuche, Fensterglas darzustellen,fehl, ebenso wie die der Bostoner Fabrik.

Erst im Jahre 1803 gelang es, Fenster-glas darzustellen, als ein DeutscherNamens Lint die Leitung der Fabrikübernommen hatte und der Staat fürjede Glastafel eine Vergütung bezahlte; die Beschaffenheit der hergestellten Gläser bessertesich von da an sehr rasch und das in Boston hergestellte Tafelglas erlangte schließlicheine ziemliche Berühmtheit.

Obwohl die Völker des Altertums das Glas mit ausgezeichneter Kunstfertigkeit zu be-handeln verstanden haben, so fand es doch zu einem der hauptsächlichsten Zwecke, denen esheute dient, zum Verschlüsse der Fensteröffnungen, wenig oder gar keine Verwendung.Die Zeit der Einführung der Fenstergläser ist nicht genau zu ermitteln. Wie schon erwähnt,gab es zwar schon Glassenster zur Zeit vor Christi Geburt, doch waren dieselbenklein und gingen z. B. im alten Rom nicht auf die Straße, sondern auf den Hof hinaus.Der erste, der mit Bestimmtheit von Glasfenstern berichtet, ist Lactantius , am Ende des

I9S. Urne aus ristlirrtcm Krystallglas, weißrr Grundmit uiatettcm Üdrrfang.

Von Daum Freies L Cie., Manch.