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Grundbegriffe: Die Wertigkeit der Elemente.
schmeckende Substanzen hießen Basen oder Alkalien, diese beiden letzteren Ausdrücke sindheutzutage völlig gleichbedeutend. Natürlich kann man nicht alles schmecken, und man hatdenn sehr früh schon ein weit empfindlicheres Mittel, als es die menschliche Zunge ist, zurUnterscheidung herangezogen. Es gibt nämlich Pflanzenfarben, z. B. den Lackmusfarbstoff,die durch die geringsten Spuren Säuren und Alkalien beeinflußt werden. Säuren machenden genannten z. B. rot, Alkalien blau. So ist die Unterscheidung dieser beiden Klassenvon Körpern auf diesem Wege eine sehr leichte, indem man z. B. mit Lackmuslösungbefeuchtete Papierstreifen in sie eintaucht. Weit wichtiger als diese rein äußerliche Eigen-schaft ist aber für die Chemiker, daß sich Säuren und Basen miteinander zu neuen Körpernvereinigen, die man S alze nennt. Hierbei tritt stets aus beiden Komponenten ein MolekülWasser aus, z. B.
08^-6008 4- „8u08 --- 08,-0008u -i- 8,,0Essig Ätznatron Essigsaures Natron Wasser
(Säure) (Base) (Salz).
Säuren und Basen sättigen sich gegeneinander, wie man sagt. Bei der Unsumme vonSäuren und Basen, die es gibt, gibt es daher in chemischer Beziehung eine Unsummevon Salzen. Sowohl Säuren wie Basen können feste, flüssige, auch gasförmige Körpersein. So ist Kieselsäure (Sand) eine feste Masse und sie ist chemisch als Säure auf-zufassen, weil sie sich mit der Base Kali zu einem Salz, zum kieselsauren Kali vereinigt.Schwefelsäure ist eine flüssige Säure, und Kohlensäure ist gasförmig. Der Ätzkalk (ge-brannte Kalk) ist eine feste Base, Anilin eine flüssige und Ammoniak eine gasförmigeBase. Letzteres Gas hat zufällig die Eigenschaft, sich leicht im Wasser zu lösen, undwird deshalb in der bequemen Form der wässerigen Lösung in den Handel gebracht,Wodurch man zu dem Glauben verleitet werden kann, Ammoniak sei eine Flüssigkeit.
Das fortwährende Durcheinander der Bezeichnung Kohlenstoffchemie oder organischeChemie, das wir bei den Chemikern finden, rührt daher, daß es nichts Organisches gibt,das nicht Kohlenstoff enthält, so daß diese beiden Begriffe für sie so gut wie identisch sind.
Man versinnbildlicht heutzutage die Wertigkeit der Elemente durch Striche, und soerhält man folgende vier Schemata:
8-LI
Salzsäure
(einwertige
Elemente)
Z>o
Wasser
(0 zweiwertig)(8 einwertig)
6 /
Ammoniak(8 dreiwertig)(8 einwertig)
w
>
N-O-S
H
Methan(0 vierwertig)(8 einwertig).
Was den Kohlenstoff nun weiter vor allen anderen Elementen auszeichnet und weshalber allein im stände ist, zum Aufbau jener komplizierten Gebilde zu dienen, die unser Lebenermöglichen, ist, daß sich seine einzelnen Atome untereinander verketten können, und weiter,baß die an ihm hängenden Wasserstoffatome, welche unser Schema zeigt, durch andere Atomeoder Atomkomplexe beliebig vertreten werden können, und zwar so, daß für einwertigeseinwertiges, für zweiwertiges zweiwertiges u. s. w. eintritt. Stickstoff ist z. B. dreiwertig,folglich kann er an die Stelle von drei Wasserstoffatomen im Methan treten, das führtLur Formel 8^0-8 oder abgekürzt 808 geschrieben. Dieser Körper ist sehr Wohl gekannt,er ist die so furchtbar giftige Blausäure. Atomkomplexe aber können in folgender Weisean die Stelle der Wasserstoffatome treten. Denken wir uns z. B. im Ammoniak 88g einWasserstoffatom fort, so bleibt 88g übrig, es ist das ein an und für sich nicht existenzfähigerAtomkomplex, ein Rest, wie man sagt. Derselbe ist einwertig, denn ihm fehlt doch ein 8,folglich kann er z. B. an die Stelle eines 8 im Methan treten, das liefert dann den Körper
n
s
oder abgekürzt 0 8g 88g geschrieben. Dieser ebenfalls sehr wohlbekannte Körper führtanknüpfend an seine Ausgangsbestandteile den Namen Methylamin. Denken wir unsim Methan ein Wasserstoffatom fort, so bleibt doch der an sich nicht existenzfähige Rest 08g
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