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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Grundbegriffe der heutigen Chemie.

übrig, der also den Namen Methyl führt. Da er einwertig ist, und sich Kohlenstoffatomein fast beliebig langen Reihen miteinander verketten können, so erhalten wir, wenn ermit einem zweiten gleichen Rest zusammentritt, das Dimethyl, welches für gewöhnlich Äthan

8 8

! >

8 — 6 - 6-8i >

8 8

genannt wird; eine weitere Wiederholung dieser Prozedur der Aneinanderkettung führtzum Propan und Butan.

8 8 8

8 - 6 - 6 - 0-8j ! !

8 8 8

Propan

8 8 8 8> > ! >

8 — 0 - 6 - 6 - 6-8j > ! >

8 8 8 8

Butan.

Beim Butan zeigt sich nun wieder etwas Neues. Eine genaueFormel zeigt, daß im Butan die Bindung der Atome untereinanderkann, ohne daß die Vierwertigkeit des Kohlenstoffs oder Einwertigkeitdadurch irgendwie berührt wird, nämlich

,X8

8—6—6^>^8

Jsobutan

Betrachtung dereine andere seindes Wasserstoffs

folglich gibt es zwei Körper von der Summenformel O^kl^g. Solche Körper, die ausder gleichen Anzahl derselben Atome bestehen und doch verschieden sind, nennt man isomer.

Außer mit einfacher, können sich Kohleustoffatome auch mit zweifacher und dreifacherBindung gegenseitig festhalten, und denken wir uns die anderen Wertigkeiten wiederumdurch Wasserstoff gesättigt, so führt das zu folgenden einfachsten Gliedern solcher Reihen,deren Strukturformel wir sogleich mit ihrem Namen unterzeichnen wollen

2 / 6 - 6 ^ 8 - 6 ^ 16-8

Äthylen Acetylen

(Kohlenstoffatome in doppelter Bindung) (Kohlenstoffatome in dreifacher Bindung).

Wir sagen, daß das Ausgangsglieder ganzer Reihen sind: es können nämlich auch hierwieder andere Atome und beliebige Atomkomplexe an die Stelle der Wasserstoffatome treten.

Ein großer Teil organischer Körper zeichnet sich weiter dadurch aus, daß bei fastallen Umwandlungen, denen man ihn unterwirft, immer wieder Körper mit mindestenssechs Kohlenstoffatomen erhalten werden. Sie alle lassen sich auf den Kohlenwasserstoff0„Ub zurückführen, und diesen mit der Vierwertigkeit des Kohlenstoffatoms in Einklangzu bringen, ist wahrlich nicht leicht gewesen. Wir finden Vorstellungen zu diesem Zweckentwickelt, die fast ans Abenteuerliche grenzen, bis Kekules geniale Idee (s. den Schluß desvorigen Abschnitts) diese Frage endgültig und in befriedigendster Weise löste. Denken wiruns sechs Kohlenstoffatome abwechselnd mit einer oder zwei Wertigkeiten miteinander ver-bunden, und an jedem Kohlenstoffatom ein Wasserstoffatom, so führt das zu folgendem Schema

8 8 8 8 8 8!>!!!!

- 0 -- 6 - 6 -- 6 - 6 - 6 -: 1 2 S 4 5 6 :

In ihm sind die Kohlenstoffatome 2 3 4 5 vierwertig, während an den Kohlenstoffatomen1 und 6 noch je eine Wertigkeit ungesättigt ist. Denkt man sich diese beiden Wertigkeitenim Sinne der gestrichelten Linie zwischen diesen beiden Kohlenstoffatomen gegenseitig aus-geglichen, so werden alle Kohlenstoffatome vierwertig, und die Wasserstoffatome, wie esdie Untersuchung der Derivate dieses Kohlenwasserstoffs verlangt, auf die sechs Kohlen-stoffatome gleichmäßig verteilt sein. Die Anordnung der Kohlenstoffatome ist also eineringförmige, wie wir sehen, wenn wir uns die Figur jetzt gleichmäßig vorstellen.