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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Wertigkeit der Elemente. Mendelejeff.

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Da das Zeichnen ringförmiger Figuren unbequem ist, hat Kekule an seiner Stattdas Sechseckschema eingeführt, dem wir aus diesem Grunde so viel in allen Lehrbüchernder organischen Chemie begegnen.

Bei der außerordentlichen Wichtig-keit dieser Verhältnisse, auf denen alleorganische, technisch ausgenutzte Chemiebasiert, werden wir bei Besprechung derAnilinfarbenindustrie nochmals aus sieausführlich zurückkommen und diese An-schauungen dort zum Teil von anderenGesichtspunkten ausgehend entwickeln.

Durch diese teilweise Wiederholung wirdes uns hoffentlich gelingen, diese Ver-hältnisse auch Fernerstehenden klarzulegen,

und die kurze Wiederholung möge uns in Rücksicht auf die Wichtigkeit des Themas in diesemAusnahmefalle gestattet sein.

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818. Lagerung der Kohlrnstaffatomr und Maffrrstoffatomeim Kr,i?ol.

Wir wollen unsere gedrängte Übersicht hier nicht schließen, ohne auch noch desSystems der Elemente von Mendelejeff(s.S. 318) gedacht zu haben. Ordnet man alleElemente zufolge dem genannten Forscher hintereinander nach ihren Atomgewichtszahlen,so findet man, daß das auf das siebente folgende achte Glied der Reihe immer mitdem ersten eine besondere Ähnlichkeit hat, was schon Newlands vor ihm bemerkte unddiesen von einem Gesetze der Oktaven zu sprechen veranlaßt hatte. Im Hinblick aufnachstehende von Mendelejeff in der vorliegenden Form geschaffene Tabelle hat dieserdann sein „periodisches System der Elemente" geschaffen, und er bezeichnet als periodischesGesetz die gegenseitigen Verhältnisse der Eigenschaften der Elemente zu deren Atom-gewichten, welche auf alle Elemente anwendbar sind. Diese Verhältnisse besitzen die Formeiner periodischen Funktion.

Man kann das auch in der Form ausdrücken: die Eigenschaften der Elemente undfolglich auch der aus ihnen gebildeten einfachen und zusammengesetzten Körper befindensich in periodischer Abhängigkeit von deren Atomgewichten. Dem Wasserstoffgas kommteine Ausnahmestellung zu. Betrachten wir die beiden folgenden Reihen, so verändertsich in ihnen der Charakter der Elemente regelmäßig und allmählich mit wachsenderGröße der Atomgewichte und zwar periodisch, d. h. in beiden Reihen auf gleiche Art,so daß die entsprechenden Glieder Analoge sind: M (Natrium) und In (Lithium), Ll§(Magnesium) und Ls (Beryllium), 0 (Kohlenstoff) und 8 i (Silicium) u. s. w. Die ent-sprechenden Glieder beider Reihen geben gleiche Reihen von Verbindungen, besitzen alsogleiche Wertigkeit. Wir sehen die Sauerstoffverbindungen vom Typus R O ansteigen bisbezw. Rz Oz und die Wasserstoffverbiuduugen von K 84 absteigen bis UU u. s. w.Mendelejeff hat seine zuerst im Jahre 1869 aufgestellte Tabelle sogleich benutzt, um ausbekannten auf unbekannte, in der Tabelle noch fehlende Elemente zu schließen, und solchedann, um unbekannten Elementen keine Namen beizulegen, durch Vorsilben wie Eka, dwi(sanskritische Zahlwörter) von den von ihm für analog gehaltenen Elementen unterschieden;so hat er speziell die Eigenschaften des Ekaaluminiums angegeben. Als dann 1875 Lecoqein neues Element, von ihm Gallium genannt, entdeckte, erkannte es Mendelejeff aus dessenungefähren Angaben, die aus Mangel an Material anfangs ungenau waren, als sein hypo-thetisches Ekaaluminium und vindizierte ihm, ohne es je gesehen zu haben, sofort dierichtigen Eigenschaften. Er gab sein Atomgewicht zu etwa 68 an, sein Chlorid werdedie Formel Ca Olg haben, es werde aus 39 °^ Gallium und 61 0/0 Chlor bestehen u. s. w.Dies alles bestätigte sich nachher vollständig. Derartige Vorausbestimmungen der Eigen-schaften von unbekannten, erst zu findenden Elementen sind wohl nicht weniger merkwürdig,als die Vorausberechnung der Existenz eines unbekannten Planeten, des hernach aufge-fundenen Neptun, durch die Störungen, welche seine Masse in der Bahn eines bereitsbekannten, nämlich des Uranus , verursachte, die der Astronom Leverrier 1846 durchführte.