336
Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.
Abnutzung der Schale anfängt, durch die Fugen des Ofens ins Freie zu laufen. Liegendie Roste sehr tief, so liegt die Gefahr vor, daß die Schmelze, die sich innerhalb derFeuerbrücke, dem heißesten Teil des Ofens, leicht flüssig erhalten kann, eher nach derFeuerung zu durchläuft, als wenn der Ofen unterhalb der Schale kühler gehalten wird,so daß, solange nur geringe Mengen von ihr durchzusickern versuchen, diese hier erstarren.Von der Schale bis zur Arbeitsöffnung 6 bleiben ebenfalls etwa 48 om Manerwerk,in welcher Stärke man auch die Seitenwände des Ofens aufführt. Ist man mit derAusmauerung bis über die Höhe der Schale gelangt, so stampft man alle Zwischenräumemit allerbester gemahlener Chamotte voll und bedeckt auch mit dieser den Rand derSchale, um sie möglichst vor dem Verbrennen zu schützen, welcher Schutz einige Monatevorhalten kann. Nunmehr werden die zwei Rostbalken, auf denen hernach die Roste ruhensollen, eingemauert, und gleichzeitig wird die Feuerthür (s. Abb. 335 L.) angebracht.Hernach wird auf der der Feuerung entgegengesetzten Seite des Ofens die Einwurfthür(s. Abb. 335 L), welche zum Eintragen der Tierstoffe in die geschmolzene Pottaschedient, eingemauert, und nun der Ofen mittels des Gewölbes geschlossen. Auf das Ge-wölbe kommt dann in der in der Abbildung angegebenen Art eine große eiserne Pfanne,in welcher durch die Abhitze des Ofens Langen eingedampft werden, indem man die
Flamme unter dieser hin undher führt.
Sehr merkwürdig ist bei diesenÖfen die Anbringung des Zuges.Während dieser sich, wenn dieAnordnung der der sonstigenFlammöfen entspräche, über derEinwurfthür befinden sollte, ister hier ganz unten nach der Seiteverlegt; dadurch wird die Flammegezwungen, möglichst in den Ofenhinunter auf das in der SchaleSS6. Trmisp«rt«mgrn für Schmelzen. befindliche Schmelzgut zuschlagen.
In unserer Abbildung bezeichnetv diesen Austritt der Flammen aus dem Ofen. Zum Zusammenhalten des Ofens währenddes Betriebes wird er mit einigen Eisenbahnschienen umgeben, die tief in den Bodenreichen und oberhalb der Laugenpfanne fest zusammengezogen werden. Die auf der äußerenAbbildung des Ofens angegebenen weiteren kleinen Thüren dienen zum Entfernen derAsche, die sich während des Betriebes namentlich unter der Pfanne absetzt.
Vermittelst des Seitenzuges gelingt es also einen solchen Ofen, wenn man mittelseines Schiebers den Zug in ihm passend reguliert, völlig mit Flammen zu erfüllen. In-folgedessen erreicht man mit verhältnismäßig wenig Brennmaterial in demselben einegewaltige Hitze. Ja die Hitze ist so groß, daß ein Teil der Kalisalze in ihm zu ver-dampfen beginnt, wenn die Arbeiter zu stark feuern, worauf sie zur Vermeidung vonVerlusten natürlich achten müssen. Sorgt man aber für Innehalten der richtigen Tempe-ratur, so bekommt man ausgezeichnete Schmelzresultate. Ein äußeres Anzeichen dafürhat man an folgendem. Schöpft der Arbeiter schließlich aus dem Ofen die fertige Schmelzemittels eines großen Löffels, der, um mit ihm bequemer hantieren zu können, in einervon der Decke herabhängenden Kette aufgehängt wird, in den an den Ofen geschobenenKasten, welcher aus schmiedeeisernen Platten zusammengesetzt ist, und auf einem niedrigenRädergestell ruht, um ihn bequem transportieren zu können, so muß sie noch im WagenFunken sprühen, und müssen aus ihr violette Dämpfe aufsteigen. Sind diese weiß odergar undurchsichtig, so ist die Hitze zu groß gewesen, und es ergeben sich bedeutendeVerluste.
Auf der Abb. 337 sehen wir den Schmelzraum einer Fabrik, in welchem drei Öfenim Betrieb sind, während der vierte zur Reserve dasteht. So gewaltig stark nämlichauch die gußeisernen Schmelzschalen gemacht werden, so werden auch sie, obgleich man