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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

zerstört werden. Ein Kollergang ist bekanntlich eine Mahlvorrichtung, bei welcher dieaufrechtgestellten Mühlsteine H, auf einer harten Unterlage umlaufend, auf diese ge-worfenes Material zerquetschen.

Wir haben uns nun noch mit den Schicksalen der Mutterlauge zu beschäftigen, dievom rohen Blutlaugensalz abgezogen wurde. Da sie immer noch drei bis vier Gramm vondiesem im Liter enthält, dampft man sie jetzt auf etwa zwei Drittel ihres Volumens ein.Nach einigen Tagen hat sich dann an den Wänden der Gefäße, in denen sie wieder erkaltete,ein graues etwas schmieriges Salz abgesetzt, welches den Rest des Blutlaugensalzes enthält.Man muß es tagelang auf falschen Böden abtropfen lassen, wozu nebenstehende Einrichtungdient, in dessen zwei hohlstehende Reservoire es geworfen wird, bis es konsistent genugist, um auch seinerseits in der Zentrifuge ausgeschleudert werden zu können. Mankrystallisiert es aus Wasser um, worauf sich ein Rohsalz ausscheidet, das mit dem anderenzusammen auf Reinsalz verarbeitet werden kann. Die nach der Abscheidung des Schmier-salzes von Blutlaugensalz freie Lauge enthält jetzt die gesamte nicht in dieses übergeführtePottasche nebst vielen fremden Kalisalzen, z. B. Schwefelkalium, dessen Schwefel aus denTierstoffen stammt, kieselsaurem Kali, das seinen Ursprung dem Sandgehalt — Sandist Kieselsäure — der Lumpen verdankt n. s. w. Die Bildung des kieselsauren Kalis istbesonders unerwünscht, da sie aus Gründen, deren schwierige chemische Erklärung uns zu

weit führen würde, einen großenVerlust an Kali herbeiführt, in-dem sie dessen Übergang in un-lösliche Verbindungen, die dannim Satz bleiben, veranlaßt, sodaß dieses Kali für die Blut-laugensalzfabrikation verlorengeht. Die Lauge muß nun, umihren Pottaschegehalt wieder inden Betrieb zurückführen zukönnen, möglichst eingedampftund schließlich calciniert werden.Das geschieht ganz allgemein inFlammöfen folgender Konstruk-tion. Aus den Vorratsreservoi-ren und L läuft die Lauge

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sso. Abtropfkiitzen für Kchmirrsalx.

in den tiefen gußeisernen Kessel 0, der direkt gefeuert wird. Ist die Lauge in ihmgenügend eingedampft, das heißt sind hier aus ihr genügend fremde Salze in der Hitzeauskrystallisiert, wodurch wenigstens eine teilweise Reinigung erzielt wird, indem mandiese möglichst herausfischt, so läßt man sie in den Flammofen I) hinunter, dessen Sohledurch eine flache gußeiserne Schale gebildet wird. In dieser tritt sehr bald Calcinationein. Die Lösung wird teigig, allmählich klumpig und zuletzt ziemlich fest. Jetzt wirdsie aus dem Ofen gezogen und wandert in diesem Zustande, in dem sie rotblau aussieht,zurück zu den eigentlichen Schmelzöfen, sie enthält nur 6 °/g Wasser. Hier wird sie unterZugabe frischer Pottasche neuerdings der Fabrikation dienstbar gemacht, indem sie alsowiederum mit eingeschmolzen wird.

Darstellung von Blutlaugensalz mit Hilfe des Stickstoffs der Luft.Wir haben vorhin erfahren, daß sich in der Schmelze aus Pottasche und TierstoffenCyankalium bildet. Dies entsteht in ihr so, daß der Stickstoff, welcher mit den Tier-stoffen in die Schmelze gelangt, sich dort mit dem Kalium der Pottasche und Kohlezu Cyankalium vereinigt. Die Formel des Cyankaliums ist LOdi, es besteht also auseinem Atom Kalium, einem Atom Kohlenstoff und einem Atom Stickstoff. Folglich liegtder Gedanke nicht allzufern, den scheinbar so billigen Stickstoff der Luft, die Luft bestehtja zu vier Fünfteln aus diesem, für seine Fabrikation verwerten zu wollen. Darüberist denn unendlich viel gearbeitet worden. Diejenigen Erfinder, die einen scheinbarenErfolg erzielt zu haben glaubten, ließen sich ihre Entdeckungen patentieren, und so findet