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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.
Kochsalz gesättigt ist. Dahin gehören das Tote Meer Palästinas und der 8alt laks inUtah in Nordamerika, sowie der Eltonsee in der russischen Steppe, aus welch letzteremallein jährlich 20 Millionen üx Salz gewonnen werden. In vielen der genannten Berg-werke findet sich das Steinsalz in solcher Reinheit, daß es nur gemahlen zu werdenbraucht, um selbst als Tafelsalz dienen zu können. Die unreineren Partien muß manallerdings auflösen und durch Umkrystallisieren reinigen. Hierbei kann man die mühe-volle Gewinnung dieses unreinen Salzes auf bergmännischem Wege sparen. Man treibtnämlich ein Bohrloch bis in das Steinsalz nieder, setzt ein engeres Kupferrohr in dasBohrloch ein und leitet in den Zwischenraum beider Röhren Wasser. Dies wird sich inder Tiefe mit Kochsalz sättigen und als gesättigte Lösung im Kupferrohr wieder aufsteigen,so daß man auf diesem Wege, wenn man den Zufluß des Wassers passend regelt, stets
gesättigte Sole aus demKupferrohrabziehenkann.
Bei den oben erwähn-ten Salzquellen, Salz-solen, tritt das auf na-türlichem Wege ein, washier künstlich bewirkt ist.Nur sind die natürlichenSalzsolen häufig so arman Kochsalz, daß dasdirekte Verdampfen ihresWassers zu viel Brenn-material erfordern würde,um lohnend zu sein. Dochhat sich feit Jahrhunder-ten ein Verfahrenherausgebildet,welches ein vor-ausgehendesmöglichstes Kon-zentrieren der-artiger Solen ander Luft ermög-licht und alsGradieren be-zeichnet wird.Dieses Verfah-ren besteht darin,daß mandieSole
auf Hochreservoire hebt, die sich über Wänden befinden, welche aus Dornen ^ auf-gebaut sind, die in dem aus soliden Balken aufgeführten Gerüste die nötige Stützefinden. Man benutzt zumeist Schwarzdorn (xrnuns sxinosa) und gibt, in Rücksichtauf die Menge der zu verarbeitenden Sole, diesen Gradierwerken sehr große Dimen-sionen, so sind die zu Schönebeck bei Magdeburg befindlichen über 2 üm lang. DieAnordnung der Schwarzdornbündel geschieht so, daß sie etwas nach außen geneigt sind,wodurch die herabsickernde Sole gezwungen ist, stets möglichst am Rande der Wand her-abzufließen. Die Regulierung der Geschwindigkeit, mit welcher sie über das Gradierwerkgeht, wird durch Hähne bewirkt, und die sogenannte Geschwindstellrichtung ermöglicht es,bei geänderter Windrichtung die Sole sofort auf die entgegengesetzte Seite der Dornwandzu leiten. Meist muß sie drei- bis viermal über das Gradierwerk gehen, bis sie zu demauf diesem Wege erreichbaren Gehalt von etwa 25 °/g Kochsalz angereichert ist. Mit derGradierung ist zugleich eine Reinigung der Sole verknüpft, indem sich Kalksalze undsonstige nicht ganz leichtlösliche in ihr vorhandene Verbindungen auf den Dornen ab-
361 . Gradierwerk.