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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Die Soda. Das Kochsalz. Z5N

erzeugung, wie wir sehen werden, mehr Jod liefern kann, als die Welt überhauptbraucht.

Im Jahre 1834 kamen noch 12000 t Barilla nach England, 1850 1744t, 18641260 t, und jetzt hat der Import ganz aufgehört.

Heute liefert die chemische Großindustrie alle Soda, und die Sodaindustrie hateigentlich erst die Chemiker gezwungen, ihre Methoden aus dem Laboratorium in dieFabrikpraxis zu übertragen. Vor der Sodaindustrie, die Anfang des 19. Jahrhundertsin Gang kam, kann man von einer eigentlich chemischen Industrie nicht reden. Diemannigfachen Aufgaben, die gerade diese Industrie mit ihren vielen Nebenindustrienund Nebenprodukten den Chemikern zur Lösung dargeboten hat, haben erst die technischeChemie auf ihre jetzige Höhe bringen helfen. Hier lernte man zuerst im Laboratoriumausgearbeitete Verfahren für die Fabrikpraxis auszugestalten, denn was im Laboratoriumvielleicht vorzüglich brauchbar erscheint, ist häufig im großen Maßstabe der Technik garnicht durchführbar.

Die erwähnte Notwendigkeit, einen Er-satz der immer teurer und knapper werdendenPottasche zu beschaffen, machte sich schon imletzten Drittel des vorigen Jahrhunderts un-abweisbar geltend. Pottasche künstlich ausanderen Kalisalzen zu erzeugen, war unmög-lich, man kannte doch damals überhaupt keineweiteren Kalisalze, als die in der Pflanzen-asche vorhandenen. Die Staßfurter Kalisalz-lager sind ja erst in der zweiten Hälfte diesesJahrhunderts entdeckt worden, und so gabman sich denn alle Mühe, die der Pottascheso ähnliche Soda fabrikmäßig herzustellen.

Die große Ähnlichkeit beider tritt uns ja schondadurch vor Augen, daß Pflanzen mit Natron-salzen statt mit Kalisalzen leben können, alsoselbst Lebewesen bald mit diesem bald mitjenem Alkali sich abzufinden vermögen. Fürdas Natron der Soda gibt es nun eine ganzunerschöpfliche Quelle auf Erden, das ist dasChlornatrium, das Kochsalz, und so verstehenwir nach dem Mitgeteilten leicht, weshalb die französische Akademie 1775, um demMangel an Pottasche abzuhelfen, einen Preis auf eine technisch verwertbare Methode zurÜberführung von Kochsalz in Soda ausschrieb.

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Das Kochsalz.

Das Kochsalz krystallisiert in Würfeln und bildet als Steinsalz große Lager imInneren der Erde. Werden diese von Quellen getroffen, so sättigt sich deren Wassermit ihm in mehr oder minder hohem Grade, indem es das Salz auflöst, worauf sie alsSalzquellen, Salzsolen zu Tage treten. Ein ebenfalls unerschöpf-liches Reservoir für dasselbe bildet auch das Meerwasser, dessenDurchschnittsgehalt an ihm etwa 2,« °/o beträgt. Die Wahrscheinlich-keitsberechnung, wie viel festes Kochsalz im Meere enthalten ist, er-gibt, daß es 120 Billionen t sein mögen, das ist ein Quantum,für welches uns, da jeder Vergleich fehlt, das Borstellungsvermögenabgeht. Bedeutende Steinsalzlager, die bergmännisch ausgebeutet ggo. Krystall,

werden, sind in Europa zu Wieliczka in Galizien, zu Staßfurt , zuBerchtesgaden in Bayern, zu Sperenberg in Brandenburg, zu Dieuze in Frankreich , zuNorwich in England, zu Cordova in Spanien im Betriebe. Aber ebenso reichlich gibt essie auch außerhalb Europas . Es finden sich auch einige Landseen, deren Wasser fast mit