Band 
Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
Seite
480
JPEG-Download
 

480

Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

Die Flamme.

brennenden Schicht, dem Orte, wo das austretende Gas eine teilweise Verbrennung er-leidet, indem gleichzeitig der aus ihm durch die Hitze ausgeschiedene Kohlenstoff ins Glühen

gerät, welcher ihr Leuchten veranlaßt, und endlichaus dem schwach gefärbten Mantel, in dem dieserKohlenstoff völlig zu Kohlensäure verbrennt. ZumBrennen einer Flamme ist also absolut Sauerstoffnötig. Fehlt es an diesem, so kann nicht aller Kohlen-stoff verbrennen, sondern er scheidet sich teilweiseals Ruß ab, und wird der Sauerstoff gar zu spär-lich, so erlischt die Flamme, wie es im nebenstehendenCylinder, in welchem sich eine Flamme bereits imStadium des Rußens befindet, sehr bald eintretenwürde.

Die Feuerzeuge. Wenn wir mit der Handüber eine rauhe Fläche streichen, so empfinden wirin den Fingern ein Wärmegefühl, gleiten wir aneiner Stange oder gar an einem Strick schnell her-unter, so können wir durch die sich hierbei entwickelndeHitze Brandwunden davon tragen. Die Achsen vonWagen rauchen, wenn sie nicht geschmiert sind, undEisenbahnwagen geraten bei Mangel an Schmier-material infolge der hierbei durch die vermehrte Rei-bung entwickelten Hitze in Brand. Halten wir einMesser gegen einen sich drehenden Schleifstein, so sehen wir Funken sprühen u. s. w.Forschen wir nun nach der Ursache dieser Wärmeentwickelungen, so kann sie einzig und

allein in der Reibung liegen, und auf diesem Prinzipder Wärmeentwickelung durch Reibung beruhen die ältesten,wie die jüngsten Feuerzeuge.

Die Form dieser Reibfeuerzeuge wird im großenganzen die gewesen sein, welche von vielen neuerenReisenden sowohl bei den Insulanern der Südsee, alsbei den Grönländern, als auch bei den Indianern Ame-rikas noch angetroffen worden ist. So unvollständig undmangelhaft sie auch ihren Zweck erfüllen, so waren dieAnsichten hierüber seitens der durch unsere Bequemlich-keit und mannigfachen Hilfsmittel nicht verwöhnten Natur-völker doch so verschieden von unserer Auffassung, daßbeispielsweise die Grönländer noch zu Anfang des Jahr-hunderts vorzogen, auf die gewohnte Weise durch Reibenzweier Holzstücke aufeinander sich Feuer zu verschaffen,als die ihnen damals dargebotenen in der ganzen zivili-sierten Welt gebräuchlichen Steinfeuerzeuge zu benutzen,die sie als unpraktisch auf die Seite warfen.

Feuer durch Reiben zweier Hölzer zu erzielen, gelingtaber nur, wenn man das Reiben beider Hölzer aufein-ander möglichst rasch und möglichst lange ohne zu großeAnstrengung fortsetzen kann. Diese Art von Feuerzeugenhat daher in fast allen Erdteilen etwa folgende Einrichtungerhalten. Ein Brett oder Holzklotz von 15—20 om Längeaus weichem Holze hat auf seiner Oberfläche mehrere halb-runde Vertiefungen, in welchen ein 2 — 3 am starker Stabaus hartem Holz gedreht werden kann. Die Löcher in demersteren Holze werden, wenn Feuer angemacht werden soll, mit einem leicht feuerfangendenZunder, als welcher vermodertes Holz und ähnliches dient, angefüllt, und der harte Holz-

Nustrn infolge von Mangel anSauerstoff.