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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Die Feuerzeuge. Die Flamme.

auch sein mag, so hat sie sich doch nur sehr allmählich entwickelt, und ihre Ausbildungzur jetzigen Stufe der Vollkommenheit hat sie kaum 25 Jahre erreicht, wenn wir dienicht mehr übertroffenen sogenannten schwedischen Zündhölzer als vollkommenste Stufezum Feuergeben betrachten.

Sehen wir von der Prometheussage ab und legen uns die Frage vor, wie wirklichdie Menschen zum ersten Feuer gekommen sind, so drängt sich uns die Annahme auf, daßsie es dem in Bäume einschlagenden Blitze verdankt haben werden, indem sie allmählichlernten, ein solches Feuer dauernd zu unterhalten. Einen Fingerzeig hierfür sehen wirin der Verehrung, die die Alten dem Feuer zollten, indem sie es in Tempeln von heiligenJungfrauen, wenn wir z. B. an die Vestalinnen denken, bewachen ließen, indem derFremde, der sich am Herde des Hauses niederließ, eine Art von Asylrecht genoß; ja,brennen nicht heute noch in den Gotteshäusern ewige Lampen.

Die Alten haben im Feuer eines der vier die Welt bildenden Elemente gesehen.Wir wissen dagegen heute, daß es ein mit Licht- und Wärmeentwickelung verbundenerProzeß, der Verbrennungsprozeß, ist, welcher in der chemischen Verbindung irgend einesKörpers mit einem anderen besteht.

Werfen wir in schmelzenden Schwefel Eisenfeilspäne, so wird die Masse Plötzlichrotglühend, das Eisen verbindet sich mit dem Schwefcerscheinung. Werfen wir Kalium auf Wasser, so entstehteine Flamme, aus Gründen, die wir schon S. 424 be-sprachen. Wie bei diesen leicht zu vermehrenden Bei-spielen, so ist bei allen Verbrennungen und bei dergrößten Anzahl der Feuererscheinungen, wenn wir vonder Elektrizität absehen, der chemische Prozeß die Ur-sache der Licht- und Wärmeentwickelung. Wir könnenz. B. sagen, das Eisen verbrannte im Schwefel, aberwir beschränken den Begriff des Verbrennens im ge-wöhnlichen Sprachgebrauchs vorwiegend auf den Pro-zeß der Verbindung gewisser Körper mit Sauerstoff,sofern diese Verbindung mit intensiver Licht- undWärmeentwickelung vor sich geht.

Die Flamme. Ist der brennende Körper ein gas-förmiger wie Wasserstoffgas, Leuchtgas u.s. w., so vollziehtsich die Vereinigung mit Sauerstoff unter der Erscheinungeiner Flamme, ist er aber ein fester Körper, so ist das Verbrennen nur ein Verglimmen ohneFlamme, höchstens von Funkensprühen begleitet. Eisen verbrennt in reinem Sauerstoffgasmit prachtvollem Lichte, wenn wir es glühend in eine mit Sauerstoffgas gefüllte Glockehängen, aber es entsteht keine Flamme dabei, nur die einzelnen glühenden Teilchen werdenals Funken umhergeschleudert. Dagegen geben Schwefel und Phosphor beim Brennenregelrechte Flammen, und sie sind doch auch feste Körper? Das ist richtig, der Unterschiedist aber der, sie verwandeln sich nach dem Anzünden infolge der durch ihre Verbrennungvon ihnen selbst erzeugten Wärme in Gas, und die Flamme entsteht nicht durch Ver-brennen des Schwefels oder Phosphors, sondern des in der Hitze gasförmig gewordenenSchwefels oder Phosphors.

So ist es nun auch mit allen anderen festen Körpern, die mit Flamme brennen.Sie verwandeln sich vor der Entflammung jedesmal erst in gasförmige Produkte, und eskommt bei ihrem Entzünden nur darauf an, durch Erhitzen diese Umwandlung einzu-leiten. Ist die Zersetzung einmal im Zuge, so erhält sich die Gasentwickelung durch diebei der Verbrennung entstehende Hitze von selbst. Der Docht einer Kerze arbeitet daherganz ähnlich der Retorte einer Gasanstalt, nur daß hier das Gas nicht erst in einenGasometer geleitet, sondern gleich am Orte der Darstellung verbrannt wird. Man kanndies Gas sogar bei jeder brennenden Kerze sehen. Die Flamme einer solchen bestehtnämlich aus drei Teilen, einem inneren dunklen, in welchem sich das entwickelte Gasansammelt, der also den Gasometer repräsentiert, einer sich darüber breitenden hell

zu Schwefeleisen unter Feuer-

- 14 g. Eisen im Sauerstoff brennend.