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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Die künstlichen Düngemittel.

auf der Abbildung, wie mit Hilfe der passend angelegten Züge das Feuer gezwungen ist,fast die ganze Metallfläche der Pfannen zu umspülen.

Um die nötige Konzentration, bei der der künstliche Carnallit hernach beim Erkaltenauskrystallisiert, zu erreichen, muß die Mutterlauge auf ein Drittel ihres Volumens gebrachtwerden. Während dieses starken Eindampfens scheiden sich nun fortwährend Salze aus.die aber den Prozeß nicht stören, man erhält an ihnen etwa 10 "/§ der in Arbeit ge-nommenen Lauge. Dieses sogenannte Bühnensalz zeigt folgende Zusammensetzung

Chlorkalium.6,8 Schwefelsaure Magnesia . . 7,2 °/o

Chlornatrium.66 ,Wasser .10,o"/«

Chlormagnesium.10,o"/„

Ein lohnendes Verfahren zur Reingewinnung des einen oder anderen der in ihm ent-haltenen Salze ist nicht bekannt, und es dient ohne weiteres zu Düngungszwecken. Die von

ihm getrennte Laugebleibt etwa drei Tagein ihren Krhstallisier-gefäßen, in welcherZeit der künstliche Car-nallit auskrystallisiert.Dieüberdiesemstehen-de Mutterlauge ist dieEndlauge der Fabrika-tion, und man läßt siezum bei weitem größ-ten Teil als wertloswegfließen; sie bestehtaus durchschnittlich

Chlorkalium.1,3t "/y Schwefelsaure Magnesia . . 2,si o/„

Chlornatrium.Css"/« Wasser.68,2g "/§

Chlormagnesium. 27,20 °/o

Die Mengen, die von ihr in die Flüsse laufen und schließlich in die Elbe gelangen, sindso groß, daß sie noch bei Hamburg den Chlorgehalt des Wassers beeinflussen. ImSommer bei niedrigem Wasserstand ist er dort bedeutend höher als im Herbst und Winter,wo der größere Wasserreichtum der Elbe ihn stärker zu verdünnen vermag.

Für den künstlichen Carnallit als solchen gibt es keine Verwendung, und so wird ersogleich wieder aufgelöst. Als Löseflüssigkeit dient ein Gemisch von drei Teilen Wasser undeinem Teil Mutterlauge, und zwar löst man unter Einleiten von Dampf in 24000 Liternetwa 1150 von ihm. Nach drei- bis viertägigem Erkalten ist Chlorkalium aus-krystallisiert, welches nach dem Decken und Trocknen einen Gehalt von 98 °/y zeigt.

Nur geringe Mengen von Chlorkalium werden durch Liegen an der Luft möglichstgetrocknet. Der größte Teil wird calciniert, also im Flammofen durch direktes Feuer ent-wässert, oder durch heißen Dampf von seiner Feuchtigkeit befreit. Zur Calcination dienensehr lange Flammöfen, die,um billiges Brennmaterial verwerten zu können, mit Treppen-rosten ausgestattet sind. Die Feuerbrücke trennt das Chlorkalium von dem Brennmaterialund verhütet dessen Vermischen mit der Asche, während das Hineingelangen von Flugasche durch Regulieren des Zuges möglichst zu vermeiden ist. Die Länge des Ofens ist so be-deutend, daß er mit mehreren Arbeitsöffnungen versehen ist, von denen aus die Arbeiterdas mit Schaufeln hineingeworfene Chlorkalium vermittelst Harken gleichmäßig auszubreitensuchen, worauf sie es von Zeit zu Zeit mit Spateln umwenden. 350 Salz calciniertman etwa in einer Stunde, so daß die Tagesleistung eines Ofens sich auf 8000 beläuft.

Zum Trocknen mit Dampf bedient man sich der Darren von folgender Einrichtung.Eine runde Eisenplatte wird durch Dampf geheizt und auf sie das feuchte Chlorkaliumgeworfen, welches eine mechanische Rührvorrichtung fortwährend wendet. Sie liefern50—60 KZ Salz in der Stunde, welches weißer als das aus den Calcinieröfen ist, sindaber im Betriebe teurer.

477. Dlddainpfpfmmen für die Mutterlauge.