Bei einer Temperaturvon Ceisiusgraden
schieden sich Salzgemische von folgender Zusammensetzung ab
Die abgeschiedenenSalze enthieltenan Wasser
Chlorkalium
Chlornatrium
Chlormagnesium
Schwefelsaure
Magnesia
108—100
3 , 1 S
92,78
0,51
0,69
3,95
100—90
1,35
94,84
0,73
0,69
2,24
2,65
90—80
1,88
95,61
0,83
0,57
80—70
0,86
96,64
0,56
0,48
2,25
70—60
3,70
92,70
0,76
0,63
2,68
60—50
25,16
70,56
0,12
0,72
3,04
50—40
72,01
23,49
0,32
0,50
3,11
40—30
75,75
19,07
0,87
0,42
3,76
30—20
74,51
21,05
0,80
0,89
2,15
34,62
20—10
25,77
8,62
1,42
29,46
10-0
11,91
7,18
3,34
36,77
40,93
Aus der gleichen Lauge krystallisieren also je nach der Temperatur die verschieden-sten Salze und Salzgemische. Zwischen 80 und 70° liefert sie fast reines Kochsalz,welches an Verunreinigungen von der Feuchtigkeit abgesehen, nur 1,sb°/o enthält, zwischen30 und 20° liefert sie aber ein Kochsalz, welches an Verunreinigungen 66,? °/o enthält.Während in dem zwischen 80 und 70° abgeschiedenen Salzgemisch nur 0,ss°/o Chlor-kalium waren, enthielt das zwischen 40 und 30° Auskrystallisierte 75,7b °/§ von ihm.
Die im Auflösekessel aus dem Rohcarnallit erhaltene Flüssigkeit läßt man etwaeine halbe Stunde in diesem, damit sie sich klärt, worauf man sie in Krystallisiergefäßelaufen läßt.
Der Rückstand im Kessel beträgt zwischen 30 und 50 °/° des Rohmaterials, er wirdnoch einmal mit wenig Wasser ausgekocht, um ihm sein Chlorkalium möglichst zu ent-ziehen. Die erhaltene zweite Lauge wird mit den Hauptlaugen zusammen verarbeitet.In welcher Weise sich das Chlorkalium in den beiden Flüssigkeiten und dem Rückstandetwa verteilt, zeigen folgende Zahlen.
Erste Lauge
Zweite Lauge
Rückstand
Chlorkalium.
. 12,07
7,46
2 , 2 °/°
Chlornatrium.
11,01
54,8 «/„
Chlormagnesium ....
. 21,05
11,86
2,5 °/o
Schwefelsaure Magnesia . .
2,45
6,11
22 , 9 °/°
Wasser.
. 61,84
63,56
10,8 °/o
Gips und Unlösliches . .
—
—
6,8 °/°
Die Krystallisiergefäße, in denen die Hauptlauge erkaltet, werden recht groß gewählt,sie sind aus schmiedeeisernen Platten zusammengesetzt. Je nach der Außentemperatur er-fordert die nötige Abkühlung zwei bis drei Tage, worauf man die Mutterlauge vonden Krystallen abfließen läßt. Das auskrystallisierte Chlorkalium wird nun vermittelst„Decken" hochprozentig gemacht, ähnlich wie wir es beim Kalisalpeter kennen lernten.Zu dem Zwecke verfährt man hier so, daß man das Salz in große Bottiche schüttet, diebald aus Eisen, bald aus Holz hergestellt und in ihrem Boden mit Zapflöchern versehensind. In ihnen übergießt man es mit Wasser, welches nach zweistündigem Stehen ab-gelassen wird. Deckt man auf diese Art das Salz zweimal, so hat es nach dem Trocknen85—90 °/°, und mischt man dieses mit einer nur einmal gedeckten Portion, so bekommtman ein Durchschnittschlorkalium von 80—86 °/°, welches die hauptsächlichste Handels-ware ist. Die Anreicherung des Chlorkaliums bei diesem Verfahren beruht also darauf,daß Chlorkalium sich in kaltem Wasser wenig löst, Chlornatrium in diesem fast so löslichwie in heißem ist, während das Wasser von der in geringer Menge mit auskrystallisiertenund daher dem Chlorkalium anhaftenden schwefelsauren Magnesia und dem Chlormagnesiumden größten Teil gleichfalls aufnimmt.
Die erste Mutterlauge vom auskrystallisierten Chlorkalium muß nun eingedampftwerden, und dies geschieht in offenen Pfannen, bei denen man durch die ihnen gegebeneGestalt und die Art ihrer Einmauerung eine möglichste Ausnutzung des Brennmaterialserstrebt. Daher schreibt sich die Form der Sattelpfannen, sowie die der mit eingebautenRöhren, welche letzteren den Flammrohrdampfkesseln nachgebildet sind. Auch sehen wir