Band 
Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
Seite
522
JPEG-Download
 

522 Chemische Industrie: Die künstlichen Düngemittel.

in welchem ein mit vielen vertikalen Rührern versehener dreiarmiger Flügel rotiert,welcher seine Bewegung durch eine stehende Welle und Zahnrädervorgelege erhält. DieRnhrer bestehen entweder aus Holz oder Gußeisen und sind sehr leicht auswechselbar.Der Spurzapfen der stehenden Welle liegt sehr hoch, so daß derselbe mit dem im Bottichbefindlichen Gemisch nicht in Berührung kommen kann. Der Bottich ist mit einem guß-eisernen Deckel versehen, welcher zwei aufklappende Thüren besitzt, die zum Einfüllen desPhosphatmehls und auch zum Reinigen des Bottichs dienen. Außerdem besitzt der Deckelnoch zwei angegossene Stutzen. Einer von ihnen dient zum Ansatz des Bleirohres, durchwelches die Schwefelsäure einläuft, der andere zum Ableiten der beim Mischen ent-stehenden Gase.

Diese sehr sauer riechen-den Gase werden jetzt vomStutzen aus meist in den Ka-min geleitet. Da sie für dieArbeiter recht schädlich sind,banden sich diese, solange nochin offenen Gruben gearbeitetwurde, deshalb mit Kalkmilchgetränkte Schwämme vor denMund. Den Arbeiter nichtbelästigende Schutzvorrichtun-gen,von denen wir eineS.405beschrieben haben, kamen erstspäter in Anwendung. Indiesen Gasen ist stets etwasFlußsäure (s. S. 42 7), vom Ge-halt der Phosphate an Fluor-calcium her, enthalten. Siekönnen, wenn viel Phosphatverarbeitet wird, geradezuschädigend auf den Pflanzen-wuchs in der Umgebung derFabrik wirken und zu Ent-schädigungsansprüchen seitensder umliegenden Besitzer Ver-anlassung geben. Außer derangegebenen Art, sie durch dasEinleiten in den Kamin zuentfernen, sind deshalb eineganze Anzahl Konstruktionenausgeführt worden, um siedurch Absorption mittels Wassers, das ihnen über Koks oder Reisig entgegenläuft, un-schädlich zu machen.

Eine Charge der oben angegebenen Art bedarf ungefähr 15 Minuten zur innigenMischung, das Ein- und Ausfüllen mit eingerechnet, so daß eine solche Maschine für20 000 ÜA Leistung in 10 Stunden genügt. Sie verlangt einen Kraftaufwand von4—6 Pferdestärken.

An ihrem Boden befinden sich zwei mittels Handrad und Schraube beweglicheSchieber, durch welche das fertige Gemisch einmal in die Grube a und das andere Malin die Grube d fällt. In diesen Gruben bleibt das Superphosphat nun tagelangliegen, wobei seine durch die Reaktion erzeugte Hitze ihm möglichst lange erhalten bleibt,die die völlige Ausschließung aller Partikelchen vollenden hilft.

Die nebenstehende Abbildung zeigt uns die Aufstellung der Aufschließmaschine inder Fabrik und ihre Stellung zu den Gruben im Quer- und Längsschnitt.

« 84 . Wählvorrichtung für Kuperphosphat nach Vrinck Hübncr.