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Tie wichtigsten Zweige der Holzvcrcirbeitung.
plättchcn; erst mit der allgemeinen Einbürgerung des Glases ist man zu Fenstern in derheutigen Bedeutung des Wortes gekommen.
Bis vor wenigen Jahrzehnten hat man zur Herstellung der Fensterrahmen aus-schließlich Spaltholz benutzt, weil das gesürchtcte Verwerfen dann nur höchst selten zuverzeichnen war; jetzt ist man durch verbesserte Konstruktion der Verschlüsse nicht mehran Spaltholz gebunden, obwohl es zweifellos die besten Resultate ergibt. In neuererZeit macht mau auch die äußeren Flügel der Fenster nach innen aufgehend, weil einmaldie Reinigung leichter ist und die Gefahr des Hinausstürze»» der mit dem Reinigen,Aus- und Einhängen betrauten Personen sich wesentlich gering gestaltet. In Schulenund Fabriksränmen, wo eine öftere Erneuerung der Lust unerläßlich erscheint, konstruiertman die Obcrlichtflügel derart, daß sie mit einem einfachen Hebelmechanismns nach Be-darf geöffnet ibeide Flügel zu gleicher Zeit) werden können.
Das beste Material für Fensterrahmen bildet Eichenholz; da dasselbe jedoch sehrteuer ist, nimmt man an dessen Stelle Kiefern-, Buchen-, auch Rottannenholz.
Zum einbrnchsichcrcn Verschluß der Fenster waren bisher eiserne Balken, dann dieaus Holz gefertigten Spaletten in Anwendung; jetzt benutzt man mit Vorliebe eiserneRollwändc an der Außenseite der Fenster, welche nicht nur leicht zu dirigieren sind,sondern auch einen hübschen Anblick gewähren.
Von Amerika ist das Schubfenstcr zu uns gekommen; dasselbe besteht aus zweiRahmen, welche vertikal nebeneinander auf- und abwärts gleiten und in jeder beliebigenStellung festhalten, so daß man den Lnsteintritt genau regulieren kann; trotz ihrer Vor-züge vermochte sich diese Neuerung bei uns noch wenig einzubürgern.
Thüren verfertigt man aus Rottannen-, Kiefern- und Lärchcnholz; für besser aus-gestattete Räume nimmt man Eichen- und Zirbelhvlz, für Prnnkrünme aber die edelstenHölzer. Eine zweckmäßige Neuerung besteht in den selbstthätigen (pncnmatischent Thür-verschlüssen, dann in Thürkegcln, deren Ober- und Unterteil an der Stoßfuge in einerSchraubenlinie znsammmenstvßen. Beim Offnen wird die Thür hierdurch etwas gehobenund fällt von selbst wieder zu. Mit Rücksicht auf möglichste Ansnütznng der Räumein den Wohnungen ordnet man die Thüren öfters derart an, daß die Flügel in korre-spondierende Öffnungen der Mauer verschoben werden können.
Auch an Hansthoren, die ihre ursprüngliche Konstrnktionswcise beibehalten haben,finden wir wesentliche Neuerungen fast nur an den Verschlüssen; die schweren, plumpenSchlösser und Schlüssel machen zierlicheren, leichteren Erzeugnissen Platz.
Holztreppen werden nur noch in wenigen Städten benutzt, weil sie fast überallbanbehördlich nicht gestattet sind; eine Ausnahme bildet die Stadt Pari», wo sogarein eigenes Spezialetablissement für Holztreppcn besteht. Man verfertigt die Holztreppcnaus Nadelhölzern und Eichenholz. Trefflich eignet sich für die Trittstufen das Rot-buchenholz, weil es sich viel weniger abnutzt, als Eichenholz.
Fußböden verfertigt man aus Rottannen- und Weißtannenholz; bei ordinärenBöden fügt man die Bretter zusammen und nagelt sie auf Polsterhölzer; für bessereBöden werden die Bretter schmäler und kürzer genommen, mit Feder und Nut, öftersauch mit Qnerfriesen aus Lärchen- oder Kirschhvlz versehen.
Zu Wand- und Plafvndtäfelnngen benutzt man nebst Rottannenholz auch Eichen-,Nuß-, Zirbelholz sowie viele andere edle Holzgattnngen; die Befestigung der Plasondteilegeschieht mit Winkelblcchen und Schrauben.
Seit neuerer Zeit ist in Deutschland, Frankreich, England das aus Amerika im-portierte Pitchpineholz seine Abart von roter Farbe heißt Redpine) für Bantischlerarbeitenin Anwendung gekommen und droht unserem Lärchenholze teilweise Konkurrenz zu bereiten;es ist sehr haltbar, tragkrästig und zeigt eine schöne gelblichrvte Farbe.
Infolge der erhöhten Bauthätigkeit gehört die Bautischlern zu den vielbeschäftigtstenGewerben; wir finden zahlreiche Etablissements, welche sich ausschließlich für die Fabrikationvon Thüren und Fenstern, dann für Geschäftseinrichtungen und Ladcnvorbantcn spezialisierthaben; auch solche treffen wir, die bloß Rvllvcrschlüsse erzeugen. Andere wieder ver-fertigen bloß Leitern aller Art, insbesondere schiebbare Leitern für Fcncrwehrzwccke n. a. m.