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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Herstellung des Faserpapiers aus Hader».

Das Zerfasern wird in zwei aufeinander folgenden Arbeitsperioden durchgeführt.In der ersten wird eine mehr oberflächliche Zerreißung erreicht; das Produkt dieserArbeit wird als Halbprodukt bezeichnet, daher auch Halbzeug, Halbstoff genannt. DasProdukt der zweiten Arbeitsperiode, aus den kleinsten, feinsten, zur Papierbereitung voll-kommen tauglichen Fasern bestehend, heißt dann folgerichtig Ganzzeug, Ganzstoff. Diezur Herstellung dieser Produkte dienenden Holländer werden demzufolge auch als Halb-oder Ganzholländer bezeichnet. Gleichzeitig mit der Arbeit des Zerfaserns werden nochweitere Vorbereitungsarbeiten kombiniert, die sich vorteilhaft in diesem Zustande der Fasernausführen lassen; so die Vollendung des Reinigungsprozesses, da die tiefstliegendenIchmutzteilchen erst nach der Trennung der Fasern ganz frei werden; das Bleichen, dasMischen verschiedener Fasern, das Färben, Leimen und Füllen. Es werden daher oftbis zu vier Holländer nacheinander zur Anwendung gebracht, im ersten wird derHalbstoff erzeugt, im zweiten gebleicht (Bleichholländer), im dritten das Auswaschendes Bleichmaterials und die übrigen Arbeiten, sonne das Zerfasern zu Ganzzeug durch-geführt.

Die Einrichtung der Holländer ist eine sehr verschiedene; in der Hauptsache bestehensie, wie aus Abb. 88 ersichtlich, aus einem ovalen, aus Eisen, Holz oder Mauerwerkhergestellten Gefäß, welches durch eine Mittelwand, die jedoch nicht über die ganze Längedes Gefäßes hinweglänft, in zwei Abteilungengeschieden ist, die an beiden Enden des Gefäßesmiteinander kommunizieren und so einen herum-laufenden Kanal bilden. In der einen dieserAbteilungen, deren Boden an einer Stelle all-mählich ansteigt, welche Ansteignng Kröpf genannt wird, befindet sich das eigentliche Zer-sasernngswerkzeug, bestehend aus einem fest-stehenden, aus mehreren parallelen, mit derSchneide nach oben gestellten Messern — demsogenannten Grundwerk, welches in der Ab-bildung nicht sichtbar ist und direkt unter derMesserwalze gedacht werden muß — und derdrehbaren Messerwalze, welche an ihrem Um-fange mit radial sternförmig stehenden Messernso besetzt ist, daß diese bei der Bewegung derWalze sich an den Messern des Grundwerkes vorüber bewegen. Bringt man nun indieses Gefäß Wasser und Hadern und setzt die Walze in Drehung, so wird einekreisende Bewegung der Masse im Gefäße entstehen und die Hadern werden zwischenden Messern hindurchgezogen und dadurch zerrissen. Der Anfang dieser Arbeit isteigentlich eine Fortsetzung des Waschens, da durch das Zerreißen die innersten Ver-unreinigungen frei werden. Das Wasser nimmt immer mehr Schmutzteilchen auf undmuß daher allmählich aus dem Gefäße entfernt und durch frisches ersetzt werden,wobei aber ein Verlust an Fasern verhütet werden soll. Zu diesem Zwecke wird in derzweiten Abteilung des Gefäßes die Waschtrommel (in der Abb. 88 links) so eingesetzt,daß sie etwas ins Wasser taucht, wie dies aus Abb. 89 zu ersehen. Die Trommel ist anihrem Umfange mit einem Drahtsieb versehen, durch welches nur das Wasser, nicht aberdie Fasern in das Innere der Trommel eintreten können; dieses Innere ist durch knie-artig gebogene Wände in mehrere Abteilungen geteilt, in deren jeder sich Wasser an-sammelt, so daß bei Weiterdrehung der Trommel das Schmutzwasser emporgehoben wirdund durch eine mittlere Öffnung ausfließen kann. Das Umherschleudern der Fasern durchdie sich drehende Walze (Messerwalze), welche durch eine besondere Vorrichtung dem Grund-werk mehr oder weniger genähert werden kann, wird durch einen darüber gestülptenKasten, die sogenannte Haube, verhindert.

In Abb. 90 ist der Holländersaal der Papierfabrik in Ruprechtsau und die Anord-nung der Holländer in zwei Reihen deutlich ersichtlich.

Buch der Erfind. VHI.

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