Vorbereitung des Ganzzeugs.
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Das Bürsten des Ganzzeugs. Ruch all diesen Vorbereitungsarbciten folgt nundas Fertigmahlcn, das sogenannte Bürsten, das nicht aus einer weiteren Zerfaserungsondern darin besteht, daß die Fasern glatt gelegt und ausgestreckt werden sollen, wobeiaber nicht ausgeschlossen, sondern direkt angestrebt ist, daß noch zu große Fasern weiterzerkleinert und ein gleichmäßigerer Stoff erhalten werden soll. Zu dieser Arbeit wirdentweder der Ganzholländer oder eine sogenannte Stofsmühle verwendet, welche wahr-scheinlich zuerst von T. Kingsland in Amerika angewendet wurden und jetzt in ver-schiedenen Konstruktionen in Anwendung stehen. Die in Abb. 99 dargestellte JesfersscheStofsmühle besteht aus einem annähernd konischen, eigentlich parabolisch geformten guß-eisernen Gehäuse, in dessen Innern sich ein ähnlich geformter voller Körper mit radial stehen-den Messern um eine Wagerecht gelegte Achse dreht. Das Gehäuse ist an den Innenflächenebenfalls mit feststehenden Messern versehen. Durch eine Verschiebung der Achse werdendie Messer einander genähert oder voneinander entfernt. Der Stoff wird bei der obenrechts sichtbaren Öffnung eingetragen und tritt links, bei der im Teckel angeordnetenrunden Öffnung aus. Nun haben wir das zur Papierfabrikation nötige Rohmaterial inder entsprechenden Mischung, gebleicht, geleimt, gefärbt, kurz vollkommen vorbereitet imGanzholländer,und es mußnun dasselbe, bevor es ver-arbeitet wird, in entspre-chend gebauten Behältern,den sogenannten Zeug-bütten, aufgespeichert werden, zu welchem Behufeeine Vorrichtung im Bodendes Holländers geöffnetund dasZeng zur Bütte ab-fließen gelassen wird, wes-halb die Holländer auchin der Fabrik immer hö-her ausgestellt werden alsdie Zengbütle.
9S. Ktoffmnhlc »o» Irffcrs.
Die Herstellung des Papiers durch Handarbeit.
Nachdem das fein zerfaserte, mit Wasser gemischte, breiartige Ganzzeug nun zurVerfügung steht, handelt es sich nunmehr darum, dasselbe in einer dem herzustellendenPapierbogen entsprechenden Länge und Breite zu einer Schicht auszubreiten, in welcherdie Fasern gleichmäßig verteilt sind, welche Schicht daher eine gleichmäßige Dicke besitzt,und diese Faserschicht dann so zu entwässern, daß die Fasern sich unmittelbar aneinander-legen und sich daher fest miteinander verbinden können.
Für die Handarbeit, welche heutigestags noch immer, wenn auch in unter-geordnetem Grade, so namentlich für Papiergeld, zur Anwendung kommt, wird derGanzstoff meist nicht im Stoffe geleimt, weil die Leimring des fertigen Bogens wegenseiner geringen Größe leicht durchführbar ist.
Das Hauptwerkzcng der Handpapierfabrikation ist die Form, so genannt, weil sieden Bogen formt. Sie besteht aus einem hölzernen Rahmen von entsprechenden, durchdie Größe des Bogens bestimmten Dimensionen, der mit einem so feinmaschigen Draht-siebe aus Messing überzogen ist, daß durch die Blaschen wohl das Wasser durchstießenkann, die Papierfaiern aber zurückgehalten werden. Innerhalb des Rahmens muß dasSieb gehörig durch hölzerne Stege unterstützt werden, damit es sich nicht ausbaucht undeine vollkommen ebene Fläche bildet. Auf diesen Rahmen wird ein zweiter hölzerner,leerer Rahmen von bestimmter Höhe aufgesetzt. In dieser Zusammensetzung bildet dieForm ein flaches Gefäß, dessen Boden aus dem Trahtsieb besteht. Soll das Papier einWasserzeichen erhalten, so wird das Zeichen ebenfalls aus Messingdraht so auf demSiebe befestigt, daß dasselbe um die Stärke des Drahtes über die Siebfläche hinausragt.