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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Papierfabrikatio».

Stangen gehangen und durch den Raum mittels eines Ventilators gewöhnliche oder er-wärmte Lust dnrchgesangt wird. Die Luft, welche um so mehr Feuchtigkeit in sich aus-zulösen vermag, je trockener, d. h. wärmer sie ist, zieht die Feuchtigkeit aus dem Leim ansich und führt dieselbe fort. Das Aufhängen der Bogen auf die Stäbe wird in der Weiseausgeführt, daß der Arbeiter 5 — 7 übereinander liegende Bogen in der Mitte biegt, soauf ein an einer langen Stange befestigtes Querholz auflegt und mit diesem so aus dieStange bringt, daß dieselben rittlings hängen bleiben. Nach dem Trocknen folgt einoberflächliches Pressen der Bogen, um dieselben auszugleichen und sodann das Glättenoder Satinieren, welches auf sogenannten Kalandern zur Ausführung kommt, die sich vonden bei Maschinenpapier verwendeten und später zu besprechenden Kalandern nur dadurchunterscheiden, daß sie besondere Vorrichtungen haben müssen, durch welche die Bogendurch die Maschine hindurchgefühlt werden. Ein Beschneiden des geschöpften Papiersfindet gewöhnlich nicht statt, weil die unregelmäßig gestalteten Ränder der Bogen als dascharakteristische Zeichen des Handpapiers, das immer einen höheren Wert hat, gelten.

Das Wasserzeichen bei den geschöpften Bogen entsteht dadurch, daß an denjenigenStellen, wo das aus Draht hergestellte Zeichen über die Fläche der Form emporragt, sichnur eine dünnere Faserschicht absetzen kann, weshalb das Papier an dieser Stelle durch-sichtig wird.

Die Herstellung des Papiers auf der Maschine.

Da bei der Handpapierfabrikation drei Arbeiter in 12 Stunden aus einer Bütteetwa 1200 Bogen feiner oder 2500 Bogen gewöhnlicher Sorte herzustellen vermögen,wäre die Befriedigung des heutigen Papierbcdarfs durch Handarbeit kaum denkbar undauch viel zu kostspielig; bei der Herstellung durch Maschinenarbeit muß daher dafürgesorgt werden, daß in der Zeiteinheit thunlichst große Papicrmengen erzeugt werden.

Während bei der Handarbeit die Größe des Bogens, d. h. der Schöpfform, schließlichan der Armlänge des Arbeiters ihre Grenzen findet und auch die Hantierung mit derForm zu große Dimensionen ausschließt, kann bei der Maschinenarbeit die Breite desPapiers bedeutend erhöht und die Arbeit so ununterbrochen gestaltet werden, daß dieLänge eine ganz beliebige wird und auf mehrere Hundert Meter ausgedehnt werdenkann. Diese kontinuierliche Arbeit, die eine gute Ausnutzung der Zeit ermöglicht, ist esnamentlich, durch welche die Prodnktionsfühigkeit der Maschine in außerordentlicher Weiseerhöht wird. Im großen geht die Herstellung des Papiers auf der Maschine in ähnlicherWeise vor sich, wie bei der Handarbeit, es handelt sich auch hier um das Ausbreiten einerthunlichst gleichmäßig dichten und dicken Faserschicht, die schnell entwässert und dannlangsam getrocknet werden muß.

Der Grundgedanke zu der heute allgemein in Anwendung stehenden sogenanntenLangform-Papiermaschine ging von dem Franzosen Louis Robert, Arbeiter der Papier-fabrik zu Esonnes bei Paris , aus, in welcher Fabrik 1799 der erste Versuch mit der-selben gemacht wurde. Die weitere Ausbildung der Maschine ist dem Engländer BryanDonkin und den Brüdern Fourdrinier zu danken, die hierfür große Lpfer brachtenund keinen anderen Lohn einheimsten als den, daß die Maschine in England undAmerika als Fonrdrinicr-Maschine bezeichnet wird. Die von Donkin 1808 aufgestelltedritte Maschine dürfte die erste gewesen sein, die dauernd in Anwendung war. ImJahre 1818 wurde die erste Langsicbmaschine in Berlin, 1823 in Heilbronn , 1822 dieerste Maschine in Frankreich aufgestellt. Außer der Robertschen Maschine wurden nochverschiedene andere Maschinen erfunden und eine Zeitlang auch benutzt, schließlich aberdoch von der ersteren verdrängt. Erst in neuerer Zeit kamen auch andere Konstruktionenzu dauernder Verwendung, so daß wir jetzt drei hervorragende Typen zählen können,welche nach dem Ideal einer Maschine so gebaut sind, daß das Rohmaterial an demeinen Ende eingeführt wird und am anderen Ende das vollkommen fertige Produkt ab-gibt, wodurch auch die verhältnismäßig große Länge dieser Maschinen zu erklären ist.

Die Langsieb- oder Langfvrmmaschine (Fonrdrinicr-Maschine). Die Haupt-forderung, die an jede Papiermaschine gestellt werden muß, besteht darin, daß dieselbe im