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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Papierfabrikation.

Das Verpacken des Papiers. Das gefaltete oder ungefaltete Bogenpapierwird vor dem Pressen noch sortiert, die unreinen oder schlechten, gerissenen Bogen aus-geschieden; nach dem Pressen aber in Packpapier eingeschlagen.

Die so entstehenden Packe werden, wenn sie aus besserem Papier bestehen, in Kisten,schlechteres Papier in Ballen verpackt. Billigere Sorten erhalten im letzteren Falle nurzwei Holzdeckel, während bessere Sorten in Packleinen, Pappe oder Packpapier ein-geschlagen und durch eiserne Reifen zusammengehalten werden.

Das Rollenpapier wird durch Holzpappe umhüllt und wie aus Abb. 115 ersichtlich,durch zwei eiserne Reifen zusammengehalten, die durch einen besonderen Apparat scharfangezogen werden können.

Formate und Prüfung des Papiers. Normalien.

Die Formate des Papiers. Die am häufigsten verwendeten Papiergattungenwerden in verschiedenen Größen, Formaten, hergestellt, denen früher bestimmte Namengegeben wurden; so nannte man das größte Format, mit 1028 nun Breite und 675 miuHöhe Groß-Elefaut; das kleinste, mit 371 nun Breite und 264 nun Höhe, Paudekten.Dazwischen gab es an die 16 Formate mit je einem allgemein gebrauchten Namen, z. B.Kolombier, Groß-Regal, Lexikonformat, Schmal-Median, Mittel-Register, Propatria,Klein-Format n. s. w. Seit dem Jahre 1883 wurden nach dem Vorschlag des „Vereins

deutscher Papierfabrikauten" mit Nummern bezeich-nete Normalformate eingeführt; es sind dies:

Nr.

1

2

3

4

5

6

Höhe in orn

33

34

36

38

40

42

Breite in eiu

42

43

45

48

50

53

Nr.

7

8

9

10

11

12

Höhe in om

44

46

48

50

54

57

Breite in om

56

59

64

65

68

78.

115 . Uerpackte Papierrollenach der Methode von Kübler L Niethammerin Kriebstein .

Die Prüfung des Papiers. Während manin den vergangenen Jahrhunderten bei der geringenMenge des produzierten Papiers froh sein mußte,überhaupt Papier um teures Geld zu bekommen, istman heutigestags bei den enormen Quantitäten desjährlich erzeugten Papiers verschiedenster Sorten selbstverständlich wählerischer und an-spruchsvoller geworden, und wenn es auch bei den meisten Schreib- und Druckpapierenschließlich gleichgültig ist, ob dieselben eine größere oder geringere Dauerhaftigkeit besitzen,so ist dies bei bestimmten Sorten, die dazu ausersehen sind, geschichtlich, politisch, volks-wirtschaftlich wichtige Ereignisse eines Volkes oder Staates, Rechtsverhältnisse einzelnerStaaten oder Personen, wertvolle Gedanken oder Zeichnungen berühmter Menschen zufixieren und der Nachwelt aufzubewahren, oder solche, die hohe materielle Werte im Ver-kehre zu ersetzen haben, also bei Dokumenten- und Wertzeichenpapier, ferner bei Ver-wendung zum Druck n. a. nicht gleichgültig und die Forderung gerechtfertigt, daß die zudiesen Zwecken verwendeten Papiere gewissen Ansprüchen entsprechen, gewisse Eigen-schaften ausweisen sollen, um so mehr, als durch das Beimengen von Snrrogatstoffen zumHadernpapier die Qualität ohne Zweifel abgenommen hat.

Übrigens trat man schon im Mittclalter mit bestimmten Forderungen auf; so verbotKaiser Friedrich II. im Jahre 1221 den Gebrauch des Faserpapiers und ließ nur Perga-ment zu öffentlichen Urkunden zu.

Die wichtigsten Eigenschaften des Papiers sind: die Festigkeit desselben, welche mitder Dauerhaftigkeit im engen Zusammenhang steht, die gleichmäßige Verteilung derFasern durch den ganzen Körper, die wieder mit der Festigkeit und der gleichen Ticke zu-sammenhängt, schließlich die gleiche Verteilung der Farbe, des Glanzes und die chemischeZusammensetzung. Alle diese Eigenschaften müssen, wenn es sich um bestimmte Papier-sorten handelt, geprüft und festgesetzt werden, in welchem Maße dieselben dem Papiereeigen sind. Vor allem ist zu untersuchen, aus welchen Fasern das Papier besteht, da