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Formate und Prüfung des Papiers.
die Fasersorte auf die wichtigsten Eigenschaften des Papiers den maßgebendsten Einflußausübt. Hierbei ist nicht nur die Festigkeit, sondern auch die Geschmeidigkeit der Faser-sorten von großem Einfluß, da nur diejenigen Fasern, die sich gut und dicht au ihreNebenfasern anlegen, d. h. sich mit diesen innig verbinden können, also die geschmeidigenFasern, einen guten Zusammenhang des Papiers, daher eine große Festigkeit zu gewähr-leisten vermögen. Steife, elastische Fasern, wie Seide, Wolle, die immer das Bestrebenhaben, in ihre frühere Lage vor der innigen Verbindung mit den Nebenfasern zurückzu-kehren, sind zur Herstellung eines festen Papiers nicht tauglich, trotzdem dieselben eine vielgrößere Festigkeit haben als die Pflanzenfasern; es läßt sich eben ein guter Zusammen-hang der Fasern nicht erreichen. Die zur Papiererzeugung verwendeten Fasern lassen sichje nach ihrer Eignung zu diesem Zwecke von den besten zu den minder guten fortschreitend
N6 u. 117. Mikroskopische Siider von Napierfosern. (Hofmann, ..Handd. der Papterfabr.")
116 Papier aus Hadern mir weniger als 30 /gAiche. 117 Papier aus SulfikholzzeUstoff.
in folgende Reihenfolge bringen: Flachs, Hanf, Jute, Alfa, Holz- und Strohcellulose,Holzschliff, Wolle, Seide. Flachs gibt daher die beste, Seide die schlechteste Faser zurPapierbereitung.
Die Prüfung des Papiers auf die Natur der Fasern kann nur mit dem Mikroskopausgeführt werden; chemisch läßt sich nur Holzschliff im Papiere leicht nachweisen. DieErkennung der Fasern bei 200—500 facher Vergrößerung unterliegt sonst keinen Schwierig-keiten, weil alle Fasern ihre charakteristischen Kennzeichen haben; im Papiere aber ist dasBestimmen der Faser weit schwieriger, weil sie durch die Zerkleinerung, Zerreißung, durchdie Einwirkung der Bleichmittel oft sehr bedeutende Veränderungen erlitten haben; nurlangjährige Übung führt auch hier wie überall zu einerschnellen und sicheren Erkenntnis. In Abb. 116 sind ausaufgelöstem Leinenpapier, in Abb. 117 aus Sulfitzellstoff-papier gewonnene Fasern dargestellt. Bei den Leinen-fasern sieht man die ganz zerfaserten Enden derselben,während die Zellstoffsasern weit stumpfere und daherweniger gut verbindbare Enden zeigen. Es sind infolgeder Zertrümmerung nirgends ganze Zellen, sondern nurZellenteile zu sehen.
Um zu untersuchen, ob in einem Papier Holzschliffvorhanden ist, betupft man eine Stelle mit Phlorogluzin,läßt dieses trocknen und bestreicht dieselbe Stelle mit Salz-säure; sind verholzte Zellen vorhanden, so erscheint ein
118 . Piknometer von Fischer.