165
Die wichtigsten Papiersortcn.
Tas Gras wird in der Fabrik, Abb. 127, in welcher der eine Teil einer Esparto-papier-Anlage dargestellt ist, in einer Stäubervorrichtung 8 trocken gereinigt, durch eineHebevorrichtung II sodann über die Kocher L gehoben und in diese gestürzt. Die Kocher Lsind mit Sodalauge gefüllt und werden nach Zuführung der entsprechenden QuantitätGras geschlossen und dieses sodann unter Tampfzutritt zwei Stunden lang gekocht unddanach noch zwei Stunden, bei abgesperrtem Dampf, im Kessel gelassen, worauf dieLauge abgeblasen wird und das Waschen des Materials mittels heißen Wassers folgt.Nach vollkommenem Reinwaschen wird dasselbe durch die links sichtbare Öffnung heraus-genommen und in Wagen geladen, die mittels des Aufzuges ^ in das obere Stockwerkbefördert werden, in der die Halbholländer, Abb. 126, stehen. Nach der gewünschtenZerfaserung fließt der Espartostoff aus dem Holländer in den gemauerten Stoffbehälter 8t.und von hier über drei Knotenfänge und einen Sandfang auf die Entwässerungsmaschine L,wo die Fasern zu einer dicken Stoffbahn gestaltet und in dieser Form durch eine auseinem schiefgelagerten Filz bestehende Hebevorrichtung IL wieder in das Obergeschoß be-fördert werden. Hier werden sie in den Gauzholländer geliefert, zerfasert, geleimt, ge-färbt, in die Zeugbütten 2 abgelassen und von hier den Papiermaschinen zugeführt. Inden meisten Fällen wird auch ein Bleichen mit Chlorkalk im Bleichholländer zur An-
I2s. Strohpapiermaschinc.
Wendung gebracht, wobei oft eine Erhitzung der Bleichflüssigkeit auf 55° 0. durch Dampferfolgt. Da sich das Gras bei langem Liegen in der Bleichflüssigkeit wieder gelb oder bräun-lich färbt, so muß der gebleichte Stoff ausgepreßt oder auf Maschinen entwässert werden.
Das Manilapapier wird aus dem namentlich auf den Philippineninscln wachsen-den, dort Abaca genannten Hanfpisang gewonnen, welcher zum Geschlechte der Linongehört. Der Baum wird, nachdem er in drei Jahren ausgewachsen ist, einige Zoll überdem Boden abgeschnitten, von den Blättern befreit, die einzelnen Lagen voneinandergelöst und diese in schmälere Streifen geschnitten. Dieses Material kann nun direkt zuPapier verarbeitet werden, wird aber meist wegen seiner außerordentlichen Festigkeit zurHerstellung von Schiffstauen verwendet und erst nach dieser Verwendung in Gestalt vonaltem Tauwerk der Papierfabrikation zugeführt. Namentlich wurde dieses Material inAmerika durch Kochen mit Kalk, Bleichen und Zerfasern zu einem hellgelblichen, sehrfesten und daher sehr geschätzten Packpapier verarbeitet, das aber in neuerer Zeit infolgefeines höheren Wertes vom Holzschliff und von der Jute mehr und mehr verdrängt wird.
Das Jutepapier, welches lange Zeit das Manilapapier ersetzte und als solches ver-kauft wurde, ist hauptsächlich Packpapier, wird aber auch, gewöhnlich gemischt mit Alfa-fasern, als Druck- und Schreibpapier erzeugt.
Die hierzu verwendeten Fasern werden von der Jute genannten, in Ostindien vor-kommenden Stengelpflanze gewonnen; dieselbe wird mit den Wurzeln ausgerissen oderüber der Wurzel abgeschnitten. Von den Stengeln werden die mittleren, besseren Teileder Jutespinnerei zugeführt, während die aus den härteren Fasern bestehenden Juteenden,