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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Papierfabrikation.

Diese Trockentrommeln sind in vier Abteilungen angeordnet, von welchen die eineund zwar die letzte mit den Trommeln Nr. 58—74 in der Abb. 148 dargestellt ist. In jederGruppe sind zwei Trommeln erhöht gelagert, um für den Maschinenwärter einen Durchgangan die andere Seite der Maschine zu ermöglichen. Von der letzten Trockentrommel läuftnun die Pappe zu einem Glättkalander 75 (Abb. 144) mit 5 Hartgußwalzen, dann durch diesenhindurch zu einem zweiten 76 mit 7 Walzen, von da endlich entweder zu dem Rollapparat 77,wenn die Pappe dünn ist, oder gleich zur Längs- und Qnerschneidevorrichtung 78, wo sie zuBogen zerschnitten und in dieser Form abgeliefert wird.

Es ist selbstverständlich, daß nicht immer zwölf Schichten dicke Pappen auf der Maschinehergestellt werden müssen) es kann, wenn nötig, eine Cylindersiebbatterie ganz ausgeschaltetund eine Pappe blvß aus sechs Faserschichten fabriziert werden, oder ebenso aus achtoder zehn Fascrschichten, je nach Bedarf; es wird einfach bloß diejenige Anzahl Batterienresp. Bütten mit Brannholzstoff versehen, als die Schichtenzahl der Pappe betragen soll.

Es kann auf der Maschine, die 50000 Dollar kostet, nicht nur Braunholzschliff,sondern auch anderer Papierstoff zu Pappe verarbeitet werden, und namentlich ist auchdie Herstellung farbiger Pappen dadurch ermöglicht, daß man in der ersten und letztenBütte gefärbten Papierstoff einträgt, so daß die zwei äußersten Schichten der Pappegefärbt erscheinen, während die inneren, die Füllung bildenden Schichten ungefärbt sindund auch aus minderer Qualität bestehen können. Mit allen Cylindersicben kann dieMaschine 40000 Pappe in 24 Stunden liefern.

Um wasserdichte Holzpappe zu erhalten, kocht man das Holz 10—15 Stundenunter einem Dampfdruck von 5 — 6 Atmosphären mit Wasser, dem Petroleum, Kochsalzund Salpeter zugesetzt wurden, schleift dasselbe dann in üblicher Weise, verarbeitet eszu Pappebogen und taucht diese in eine Flüssigkeit, welche aus einer Mischung von inTerpentin gelöstem Harz, Asphalt und in Leinöl gelöstem Leim besteht. Diese Flüssigkeitsetzt sich in den Poren fest und macht dieselben für Wasser undurchdringlich.

Die Strohpappe wird heutigestags in ebenso großen Quantitäten hergestellt, wiedie Holzpappe und bewährt sich ebenfalls in ausgezeichneter Weise und wird jetzt meistauf Langformsiebmaschinen mit Obersieb erzeugt, wie in Abb. 135 dargestellt wurde.

Die Einrichtung einer Strohpappefabrik ist zum Teil in den Abb. 145 und 146veranschaulicht.

Das in Ballen zngelieferte Stroh wird in die obere Etage gehoben und hier aufder Häckselmaschine 6 kleingemacht, sodann durch im Boden angeordnete Trichter in dieKugelkocher 0 gefüllt, welche im Erdgeschosse aufgestellt sind. Zum Stroh kommt in dieKocher mit Wasser angerührter Kalk, also sogenannte Kalkmilch. Hierauf folgt dasSchließen der Kocher, Einlassen von Dampf und langsames Drehen. Nach mehrstündigemKochen wird das Stroh aus den Kochern auf die Kollermühlen L gebracht, wo dasselbe,und namentlich die Knoten desselben, zerquetscht werden, worauf es iu den Ganzholländern 17zu Ganzzeug verarbeitet wird, dieses wird in den sogenannten Stoffkeller H abgelassenund gelangt von hier nach Bedarf in die Bütten ,7 7, und von da aus die schon erwähnteMaschine, welche die Pappe entweder aufgerollt oder zu Bogen zerschnitten abliefert.Da eine dickere Pappe mit den gewöhnlichen Querschneidmaschinen nicht mehr geschnittenwerden kann, da dieselben zu schwach sind, wird hier sehr häufig die von Nyblad gebaute,in Abb. 147 dargestellte Maschine verwendet, die so eingerichtet ist, daß sie die von derPappemaschine kommende Pappe, die gewöhnlich vorerst in zwei halbe Bahnen geteilt wurde,so zu zerschneiden vermag, daß aus jeder halben Bahn verschieden lange Bogen entstehen.

Die Maschine ist zu diesem Zwecke mit zwei an den schweren Balken b und b, befestigten,schart geschliffenen Messern versehen, die übereinander angeordnet sind, je ein Messer sür jedehalbe Bahn. Die Messer sind so eingerichtet, daß sie von einer oben am Gestelle angebrachtenHebevorrichtung gehoben werden, wäbrend unten die Pappe mit entsprechender Geschwindig-keit vorwärts geschoben wird; dann läßt die Vorrichtung das Messer fallen, das nun infolgeseines Gewichtes und des daran befindlichen Balkens die Pappcbahn durchschneidet. DieLänge der Bogen hängt daher von der Länge der Zeit ab, in weicher das Fallen des Messersaufeinander folgt und die Länge dieser Zeit läßt sich durch eine Änderung der Größe dertreibenden Zahnräder ppp bestimmen, indem eines dieser Zahnräderpaare zum Eingriffgebracht wird. Da die Messer wie das einer Guillotine fallen, wird die Maschine auchGuilIotineschncidcmaschine genannt.