Band 
Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
Seite
189
JPEG-Download
 

189

Die Herstellung der Pappe.

an dem Umkreis mit scharfen Zähnen versehenen Stahlscheibe, die in einer entsprechendenFührung quer über die Pappe hinweggezogen und durch die Führung so gegen dieselbegepreßt wird, daß dadurch auseinander folgende längliche Löcher entstehen. Diese Vor-richtung ist am Ende der Pappenmaschine aufgestellt. Die Pappe läuft von der Maschineunmittelbar auf einen Tisch, wo ein Arbeiter an einen: festen Meßstabe die Bogenlängemißt und die Trennungsstelle bezeichnet, worauf das Lochen erfolgt.

Eigentümlicherweise wird auch ein aus Jutestofs hergestelltes und mit einer Mischungvon Kreide, Silberglätte und Leinölfirnis getränktes Gewebe ebenfalls als Dachpappebezeichnet; wenn es auch dieselben Dienste zu leisten vermag, so kann ein Gewebe dochnicht Pappe genannt werden.

Die Dachpappe wird auch sehr häufig Teerpappe und Steinpappe genannt,letzteres, weil der aufgestreute Sand dieselbe mit einer Schicht von Stein versieht.

Die Jacqnardpappe wird zur Herstellung der in der Weberei verwendetenJacqnardkarten benutzt und kann eigentlich als Karton bezeichnet werden. Die Jacquard-karten werden in der Jacquardmaschine der kompliziertere Gewebe herstellenden Web-stühle zur Regulierung der Hebung der Kettfäden verwendet (s. Weberei) und dabeigegen die oft in großer Anzahl vorhandenen Platinennadeln gepreßt; dadurch sind sieeiner großen Abnutzung ausgesetzt, weshalb sie mit großer Sorgfalt hergestellt werdenmüssen. Gewöhnlich bestehen sie aus geleimter Pappe, zu welcher gutes, widerstands-fähiges, holz- und strohfreies Papier in Verwendung kommt. Eine Glättnng derselbenist nicht nötig.

I<g. MeUpLpxcnmaschinr <von M. Feierabend).

Die Wellpappe ist gewöhnliche, aber namentlich gegen eine Biegung widerstands-fähige Pappe, die zu den mannigfachsten Zwecken verwendet werden kann. Dieselbewird durch Übereinanderleimen mehrerer endloser Papierbahnen hergestellt und noch imfeuchten Zustande mit Falten, Wellen, versehen, weil in diesem Falle die durch Kleistermiteinander verbundenen Bogen sich etwas gegeneinander verschieben können, was not-wendig ist, wenn die Pappe nicht das Bestreben behalten soll sich zu ebnen, ihre Faltenund Wellen zu verlieren. Bei dem scharfen Einbiegen in die Wellen werden die an derOberfläche liegenden Fasern, wenn sich die Bogen nicht leicht verschieben können, sehrstark gespannt und suchen daher in ihre frühere Lage zurückzukehren, wodurch die Wellenlangsam verschwinden; bei der geleimten Pappe ist diese Verschiebung möglich, es trittdaher die Spannung nicht ein, und die Wellen erhalten sich.

Die Vorrichtung zur Herstellung der Wellpappe ist, wie aus Abb. 149 zu ersehen,so eingerichtet, daß die beiden, an den Rollen R ablaufenden Papierbahnen zuerst zu-sammengeleimt werden; und zwar wird die obere Bahn über die Walze a geführt, welcheden Kleister aus dem Gefäße b empfängt und auf die untere Fläche des Papiers über-trägt. Die beiden Papierbahnen laufen nun gemeinschaftlich zwischen den Walzen o ohindurch, werden dadurch aufeinandergepreßt und zusammengeleimt, worauf sie dem Walz -