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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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204 Tic Papiersabrikation

versehen sind; in vielen Fällen werden aber auch bunte, also gefärbte, oder mit Musternbedruckte Papiere mit solchen geprägten Dessins versehen. Das Prägen des Papiers,das wahrscheinlich 1806 zuerst von Böhm in Straßburg angewendet wurde, beruhtauf der Eigenschaft des Papiers, daß seine Fasern, namentlich im feuchten Zustande,einem entsprechenden Drucke ausgesetzt, nachgeben, sich verschieben lassen, ohne deshalbaußer Berührung zu kommen, d. h. voneinander gerissen zu werden, und daß dieselben beidem folgenden Trocknen in dieser neuen Lage beharren. Man kann daher jedes Muster,Buchstaben, Monogramme, Linien und sonstige Zeichen in das trockene, leichter in dasetwas angefeuchtete Papier einpressen, wenn man dasselbe auf eine elastische Unterlagelegt und eine harte, mit den gewünschten mnsterformigen Erhöhungen versehene Flächeauf dieselbe aufgepreßt. Diesem Pressen kann das Papier in Bogen- und in Rollenform

unterzogen werden. DasPrägen wird beinahe aus-schließlich durch Maschinenbesorgt, die als Präge-pressen bezeichnet werdenund von welchen die klein-sten Exemplare auf vielenSchreibtischen zu finden sind,um in Briefpapiere ein Mo-nogramm oder eine Firmaeinpressen zu können.

Die Prägepressen wer-den als Platten- oder Wal-zenpressen gebaut. Die erste-ren sind so angeordnet, daßdie Prägung zwischen zweiebenen eisernen Platten er-folgt, von denen die untere,auf der sich über einer ela-stischen Unterlage (Tuch,Leder, Kautschuk oder einerPlatte von Blei, Kupfer)das zu prägende Papier unddarüber die Prägeplatte be-findet, mittels eines Hand-hebels gegen die obere, diean einem schweren Querstückfest ist, gepreßt wird. Beiden Walzenpressen werden gewöhnlich zwei übereinander befindliche, sich drehende Walzenverwendet, von welchen die obere, die gewöhnlich an ihrer Oberfläche mit den erhöhthergestellten Mustern versehen ist, gegen die untere Walze durch Schrauben gepreßt wird,während die Unterwalze nur die Unterlage für das Papier zu bilden, den Druck auf-zunehmen hat und häufig aus Papier besteht, wodurch eine feste und doch elastische Unter-lage erreicht wird.

Eine solche Walzen- und Prägepresse ist in Abb. 159 dargestellt. Man sieht inderselben deutlich die obere, mit dem Muster versehene Prägewalze, unten die elastischePapierwalze, in welche sich das Muster selbstverständlich einprägt. Zwischen beiden kanndas Papier im Bogen oder auch endlos Hindurchlaufen und das Muster aufnehmen.Diese Maschinen werden allgemein Gaufriermaschinen genannt, weil sie ursprünglichnur zum Einpressen bienenzellähnlicher Figuren, die französisch Anukrs genannt werden,gedient haben. Eine andere Art dieser Maschinen wird so ausgeführt, daß statt derunteren Walze ein ebener, mit einer weichen Platte belegter Tisch verwendet ist, dersich unter der Musterwalze hin und her bewegt und an den die letztere angepreßt wird.

159. Malzenprü-gepresle (Gnnfrirrmaschirre).