Die Herstellung des Buntpapiers.
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bestreut, und dieses in die Unebenheiten des Papiers eingestrichen wird. Als Glätt-pulver werden namentlich verwendet: der aus Kieselerde und Magnesia bestehende Talk,ein Mineral von sehr geringer Härte und eigentümlich fettigem, seiscnartigem Griffe;dann eine Varietät des Alabasters, der sogenannte Fasergips. Das in dieser Weise aus-geführte Satinieren wird stets mit Bürsten bewirkt und zwar bei der Handarbeit ganzeinfach in der Weise, daß der etwas angefeuchtete Papierbogen auf eine ebene Tischplattegelegt, dann mittels eines Siebes mit Glättpnlver gleichmäßig bestreut und schließlichmit einer weichen Haarbürste von Hand aus so lange gestrichen wird, bis der gewünschteGlanz erreicht ist.
Jetzt werden bei Rollenpapier sogenannte Bürstensatiniermaschinen verwendet,von welchen eine, von F. Flinsch in Offenbach gebaute in der Abb. 158 dargestellt ist.Dieselbe ist so gebaut, daß das von der Papierrolle sich abwickelnde Papier durch mehrereWalzen, so um eine sich schnell drehende, mit Borsten versehene Trommel — Bürsten-walze — herumgeführt wird, daß an vier bis sechs Punkten eine Berührung zwischender Trommel und dem um die Führungswalzen langsamer herumlaufenden Papier statt-findet. Das Glättpnlver wird entweder durch eine mit rauhem Schafleder überzogeneWalze, welche sich dem Papier entgegengesetzt dreht, eingcrieben oder durch sonst eine Vor-richtung aufgestreut.
Dasselbe muß aberimmer in sehr fcin-gepulvertcm Zustandezur Anwendung kom-men. Diese Maschinensind auch manchmal sogemacht, daß das Pa-pier um eine mittlere,große eiserne Trommelund mit dieser herum-läuft, während um das-selbe mehrere, bis zusechsBürstenwalzen an-geordnet sind, die, schnellsich drehend, das lang-sam bewegte und mitTalk bestreute Papier energisch streichen. Mau kann aber dem Papier, wie der Leserwahrscheinlich aus eigener Erfahrung weiß, auch dadurch einen Glanz verleihen, daß maudasselbe mit einer klebrigen Flüssigkeit überstreicht, welche die Eigenschaft hat, allePoren und Vertiefungen der Papiersläche zu füllen und, wenn trocken, eine gleichmäßige,glatte, das einfallende Licht gut reflektierende und daher hochglänzende Fläche zu bilden.Die Flüssigkeit muß aber auch andere Eigenschaften besitzen; sie muß vor allem vollkommenfarblos und durchsichtig sein, um die Farbe des Buntpapiers resp. der Muster unverändertdurch die Schicht durchscheinen zu lassen; sie darf nach dem Trocknen nicht spröde werden undabblättern, sie darf auch die Farben nicht chemisch verändern und muß sich mit dem Papierbiegen und falten lassen. Diese Eigenschaften finden wir an verschiedenen Weingeist- undTerpentinfirnissen, die auch Lacke genannt werden, weshalb das Überziehen des Papiersmit denselben als Lackieren bezeichnet wird. Es werden namentlich die Spiritusfirnissein Anwendung gebracht, weil sie schnell trocknen. Durch Handarbeit wird die Flüssigkeiteinfach mit Hilfe eines Pinsels gleichmäßig auf das Papier aufgestochen und dann ge-trocknet; aber auch hier hat schon die Maschine Platz gegriffen und wird die Lackier-maschine von F. Flinsch verwendet und von dieser das Papier in einen Trockenapparatgeführt, wenn nicht ein schnell trocknender Lack in Verwendung steht.
Die Herstellung der gemusterten Buntpapiere durch Prägen. Wie schonfrüher erwähnt, zählt man zu den Buntpapieren auch diejenigen, welche, ohne bunt zusein, mit erhöhten, über die Fläche des Papiers hervorragenden, reliefartigen Mustern
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ibS. Niirstens«tinicrmaschinc.