Die Herstellung des Buntpapiers.
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geschmolzen, dann zu Stangen gewalzt, durch immer wieder erneuertes Hämmern zu sehrdünnen Blättchen ausgestreckt und durch einen Stampf- und Mahlprozcß in sehr feinesPulver verwandelt werden, welches entweder durch einen Oxydationsprozeß, das so-genannte Anlaufen, oder direkt durch Anilinfarben gefärbt wird. Die Metallblättchenwerden in ähnlicher Weise kergestellt, nur nicht gepulvert. Statt Bronze wird aber auchEdelmetall, echtes Gold, Silber, Aluminium verwendet.
Zum Auftragen des Bronzestanbes werden Maschinen, die sogenannten Bronzier-maschinen verwendet, von welchen eine in Abb. 161 dargestellt ist. Alle Bronzier-maschinen sind vollständig in einen Kasten eingeschlossen, um einen Verlust des auf-geworfenen und herumgeschleuderten Bronzepulvers zu verhindern. Sie bestehen stetsaus zwei Abteilungen, von welchen die erste zum Ausstreuen des Pulvers auf das bedrucktePapier, die zweite zum Abfegen des überschüssigen Pulvers dient. Bei der dargestelltenMaschine läuft das Papier bei 1 durch einen Schlitz der Kastenwand in die Maschineein, von zwei Ketten geführt wird es hier von der mit einem Drahtgewebe überzogenen,mit Bronzepulver gefüllten sich drehenden Trommel 9 mit diesem Pulver bestreut undder Überschuß an Pulver vonder stellbaren Bürste 3 ab-gestrichen; sodann läuft dasPapier über die Führungs-walze 5 zur Klopfervorrich-tung 6, durch welche bloßanhaftendes Pulver abgeklopftwird, worauf noch durch diebeiden Bürsteuwalzcn 7 und 10ein vollkommenes Reinigendes Grundes und ein Glatt-streichen der mit Pulver be-streuten Musterflächen voll-führt wird. Schließlich trittdas Papier bei 2 wieder ausder Maschine, während diezwei Ketten über Führuugs-walzen nach 1 zurückkehren.
Das Auflegen der Me-tallblättchen auf die bedrucktenStellen wird bis jetzt durch Handarbeit bewirkt und ist eine mühsame und zeitraubendeArbeit, wenn kein zu großer Verlust au Metall eintreten soll. Die feinen, sehr leichtzerreißbaren Blättchen müssen, um gut zu haften, an das Papier angedrückt und dieüber die Musterkonturen hervorragenden Teile der Blättchen abgelöst werden. (Vgl. dieBeschreibung der Herstellung der Metallpapiere S. 210.)
Die Herstellung der gemusterten Buntpapiere durch Aussprengen undAbziehen. Mittels dieser Methode werden Buntpapiere erzeugt, die kein eigentlichesMuster, sondern nur musterähnliche Gebilde ausweisen. Wenn man verschiedene Farbenmittels Pinsel auf eine ebene Fläche sprenkelt, so daß sich dieselben, nur dem Zufall über-lassen, in chaotischem Durcheinander lagern, teilweise ineinander fließen oder sich gegen-seitig begrenzen, und man legt einen Papierbogen mit der zu schmückenden Seite aufdiese Fläche und zieht denselben sodann behutsam ab, so bleiben die Farben an demPapier teilweise haften und bringen auf demselben eine Art Musterung hervor, die, weilsie dem Aussehen des Marmors ähnlich ist, als Marmorierung, die Arbeit selbst alsMarmorieren bezeichnet wird. Diese marmorierten oder bloß gesprenkelten Papierewerden, wie bekannt, namentlich in der Buchbinderei und Kartouagenfabrikation in großenQuantitäten verbraucht.
Die Kunst des Marmorierens ist schon im 16. Jahrhundert bekannt gewesen, undihre Herstellung wurde nahezu in derselben Weise zur Ausführung gebracht, wie dies
I6l. Nronriermaschinc.