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Die Herstellung der Schleifpapiere.
Wie sich nach der Herstellung irgend eines neuen Produktes sofort das Bestrebenkundgibt, dasselbe Produkt durch billigere Stoffe, oder einen billigeren Prozeß zu ersetzen,so ist dies auch hier der Fall gewesen, und es ist auch gelungen, einen solchen Ersatz-stoff herzustellen, der znin Unterschiede Pergamyn genannt wird. Dieses wird ausSulfitzellstoff in der Weise erzeugt, daß man diesen Stoff mit der doppelten MengeLeim, als zu gewöhnlichem Schreibpapier genommen wird, mit etwas Glycerin und.Traubenzucker im Holländer 12 —15 Stunden lang vermahlt und dann auf der Papier-maschine verarbeitet. Diese Verarbeitung zu Papier ist mit verschiedenen Schwierigkeitenverbunden, weil der Stoff das Wasser mit Zähigkeit festhält und sich daher auf dem Lang-sieb nur schwer entwässern läßt. Das so entstandene Papier muß langsam trocknen undvor dem Aufrollen angefeuchtet werden. Dies muß vor dem Glätten noch einigemalzur Durchführung kommen.
Die Herstellung der Schleifpapiere.
Zur Herstellung glatter Oberflächen an Holz-, Eisen-, Stahl-, Metallgegenständenwerden gewöhnlich Pulver aus sehr harten, scharfkantigen Körnern verwendet, da dieselben,wenn man sie gegen die zu glättenden Gegenstände preßt und darüber hinwegzieht, diehervortretenden Unebenheiten, oder aber auch etwa anhaftende Schmutz- und Rost-schichten Hinwegnehmen. Um nun diese pulverfvrmigen Körper bequem und mit dementsprechenden Druck zur Wirkung bringen zu können, verbindet man sie mit starkemPapier, wodurch die sogenannten Schleifpapiere entstehen, die nach dem Materiale desPulvers als Glas-, Schmirgel-, Feuerstein - oder Bimssteinpapier zur Verwendung kommen.
Das Glaspapier dient namentlich zum Glätten von Holz und dickem Leder, d. h.es lassen sich mit demselben nur weiche Materialien bearbeiten, weil das Glas wohl hart,aber auch sehr spröde ist, daher harte Gegenstände wohl zu ritzen vermag, unter stärkeremDruck aber leicht zersplittert. Das bei der Herstellung des Glaspapiers verwendete Glas-pulver wird aus Glasabfällen dadurch gewonnen, daß dieselben zuerst grob zerkleinert,danach durch Kochen in einer scharfen Lauge von allen anhaftenden Uneinigkeiten befreit,dann ausgewaschen und schließlich zu Pulver zerkleinert werden. Diese letztere Arbeitwird in einem Stampfwerk mittels fallender Stempel vollführt, wobei der ganze Apparatin einem Kasten luftdicht eingeschlossen sein muß, weil der Glasstaub den Lungen außer-ordentlich gefährlich ist. Das so erhaltene Pulver besteht nicht aus gleich großenKörnchen und muß daher sortiert werden, was mittels einer Siebmaschine zur Aus-führung kommt, welche auch luftdicht eingeschlossen sein muß. Es werden auf diese Weiseetwa zehn verschiedene Glaspulversorten, ihrer Größe nach voneinander geschieden. Daszur Glaspapierfabrikation verwendete Papier muß ein starkes, dickes, glattes, aus lang-fasrigem Stoff erzeugtes Papier sein, dem kein Holzschliff beigemengt sein darf.
Das in entsprechend große Blätter geschnittene Papier wird auf einem Arbeitstischmittels Stiften befestigt und mittels eines Pinsels mit einer heißen Leimlösung gleich-mäßig überzogen, hierauf das Glaspulver mit einem Siebe gleichmäßig ausgesiebt, durchUmwenden des Bogens von den nicht anhaftenden Glasteilchen befreit, mit einer hölzernenWalze überfahren, um ein gutes Anhaften des Pulvers zu sichern und eine ebene Ober-fläche zu erhalten und schließlich getrocknet.
Das Bimsstein- oder Feuerstein - oder Flintpapier wird genau in derselbenWeise hergestellt, wie Glaspapier, nur daß statt Glaspulver, Bimsstein- oder Feuerstein-pulver in Verwendung kommt.
Das wichtigste aller Schleifpapiere ist das Schmirgelpapier, das zum SchleifenGlätten, Putzen härterer Gegenstände, namentlich der Metalle und Steine in ausgedehntemMaße zur Verwendung kommt.
Es besteht aus einem mit Schmirgelpulver besetzten Papier, das in ähnlicher Weisefabriziert wird, wie die bisher besprochenen Schleifpapiere. Der Schmirgel ist einestark eisenhaltige Varietät von Korund, eines außerordentlich harten Materials, das auchals Diamantspat bezeichnet wird. Dasselbe kommt namentlich auf den Inseln Naxos und Jkaria, sowie bei Ephesus vor. Die größeren Stücke, in welchen er vorkommt,