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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Papierfabrikation.

Einwirkung in einen gnmmiartigen Körper übergeht. Durch die Bildung dieser klebrigenStoffe verbinden sich die Fasern zu einer nahezu ganz homogenen Masse, die sich imWasser nicht mehr auslost. Das Papier wird dabei dünner und trotzdem um vieles fester,was sich nur durch ein starkes Zusammenziehen der Fasern, also durch die Erhöhung derDichte erklären läßt. Ist das Papier entsprechend dünn, so wird es durch das Perga-mentieren ganz durchsichtig und kann als Pauspapier verwendet werden.

Als Rohmaterial wird hauptsächlich aus Banmwollhadcrn hergestelltes, angeleimtesPapier, dem auch keine pulverförmigen Füllmassen zugesetzt sein dürfen, in Anwendunggebracht; das Papier muß saugfähig sein, um die Schwefelsäure auch auf die mehr innenliegenden Fasern zur Wirkung zu bringen. Es kann auch Zellstoff aber nicht Holzschliffzur Verwendung kommen.

Es ist selbstverständlich, daß bei Durchführung des Prozesses die Länge der Zeit,während welcher das Papier der Einwirkung der Schwefelsäure ausgesetzt werden muß,sowie die Konzentration und Temperatur der Säure von großer Wichtigkeit ist, beideswird durch die Erfahrung bestimmt. Heute wird nahezu ausschließlich nur Papier inRollen (endlos) und nur ausnahmsweise in Bogenform dem Pergamentieren zugeführt,weil dadurch die Hantierung auf der Pergamentiermaschine bedeutend erleichtertwird. Der Prozeß besteht hauptsächlich darin, daß man die Papierbahn zuerst durcheinen mit Schwefelsäure gefüllten Bottich, in dem die eigentliche Umänderung des Papiersvor sich geht, hindurchzieht. Alle folgenden Arbeiten sind nur Nacharbeiten, die denZweck haben, die noch am Papier haftende und nun mehr schädlich wirkende Schwefel-säure bis auf die letzte Spur wegzuwaschen und ihrem Einflüsse durch Chemikalien ent-gegen zu wirken, worauf schließlich das Trocknen folgt. Dementsprechend bestehtdie Pergamentiermaschine aus mehreren, hintereinander angeordneten hölzernen Bottichen,zwischen liegenden Pressen und schließlich einem Trockcnapparate.

Das Papier läuft von einer der Maschine vorgelegten Rolle ab und tritt in denersten, mit Blei ausgefütterten, mit Schwefelsäure gefüllten Bottich, geht hier unter einemGlasstab, der das Papier in die Säure zwingt, hindurch, zu einer aus Kautschukwalzenbestehenden Walzenpresse, die die überflüssige Säure aus dem Papier auspreßt. Nungelangt dasselbe über Führungswalzen in den mit Wasser gefüllten zweiten Bottich, inwelchem der größte Teil der Säure ausgewaschen wird; von da nun weiter wieder überFührungswalzen zu einem System von Spritzröhren, welche das Papier an beiden Seitenreichlich mit Wasser bespritzen, das in einen darunter gestellten dritten Bottich fließt.Wieder folgt eine Walzenpresse, zum Auspressen überflüssigen Wassers und sonstiger vomProzesse auf dem Papier haftender Substanzen; dann läuft die jetzt schon in Pergamentverwandelte Papierbahn in einen vierten Bottich, in dem sich behufs Gegenwirkunggegen die noch etwa anhaftende-Säure eine alkalische Lauge, gewöhnlich Ammoniakwasserbefindet. Nun folgen noch zwei Waschbottiche mit je einem ausgedehnten Spritzrohrsystem,schließlich noch eine Walzenpresse, worauf das Papier um einen großen Trockencylinderherumgeführt, durch einen endlosen Trockenfilz angepreßt und endlich auf eine Walzeaufgewickelt wird. Hierauf folgt dann noch ein Glätten in einem Kalander und das Zer-schneiden in Bogen.

Die Pergamentpappe, die auch bei der Osmose in der Zuckerfabrikation eineRolle spielt, wird in der Weise hergestellt, daß man gleichzeitig 3 — 4 Papierbahnenpergamentiert und dieselben noch im nassen Zustande gegeneinander preßt. Da sich dasPapier infolge der Einwirkung der Schwefelsäure an der Oberfläche mit einer klebrigenSubstanz bedeckt, werden die so gegeneinander gedrückten Bogen unlöslich zu einemnahezu ganz homogenen Körper verbunden, wodurch sich die etwa vorhandenen Poren be-decken und die Pappe für die Osmose verwendbar wird.

Die hierbei in Anwendung gebrachte Maschine gleicht dem oben erwähntenPergamentierapparat, es werden derselben aber mehrere Papierrollen vorgelegt, vonwelchen die Papierbahnen getrennt voneinander durch den Säurebottich gehen, vor derPresse aber zusammenlaufen und direkt übereinander liegend durch dieselbe hindurch ge-zogen werden. Hierauf folgt das Spülen und Neutralisieren, wie schon oben beschrieben.