Band 
Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
Seite
218
JPEG-Download
 

218

Die Papierindustrie.

Boden und Seitenflächen sowie Teckel und Seitenflächen oder, wenn der Teckel mit demHanptteil dauernd verbunden sein soll, Boden, Deckel und die dazu gehörigen Seiten-flächen aus einem Stück Karton, oder aber getrennt herstellt. Im ersten Falle müssen aus

der Pappe Tafeln ausgeschnittenwerden, deren Maß der Größedes Bodens und der daran haften-den Seitenflächen entspricht, wasselbstverständlich genau berechnetund bemessen werden muß. ZumZerschneiden der Pappe wird ent-weder eine gewöhnliche Handschere,oder eine mechanisch bewegte, meisteine Kreisschere verwendet, wie siebeim Längsschneiden des Papiersin Anwendung steht.

Um nun die Seitenflächensenkrecht zum Boden aufbiegen zukönnen, ohne die Pappe zu brechen,muß an der Stelle, wo die Kanteentstehen soll, ein Teil der Masseherausgeschnitten, also der ganzenKante entlang eine Nut, eine Ritzehergestellt werden, und dies wirdmit der aus Abb. 165 ersichtlichenPappen n u tmaschi n e ausgeführt.

Pnpprririüapplirnt.

Diese Maschine zeigt über einem flachen Tisch einen eisernen Querbalken, an dem dieNutmesser so befestigt sind, daß ihr Abstand voneinander, dein jeweiligen Bedürfnis ent-sprechend, geändert werden kann, so daß die Nut in derjenigen Entfernung von der Kanteder Pappe entsteht, als dies der Höhe der Seitenflächen entspricht. Das eigentliche Werkzeugbesteht, wie dies Abb. 166 zeigt, aus einem im Winkel gebogenen, also eigentlich mit zweiSchneiden versehenen, sehr scharf geschlissenen Messer dl, gegen das die zu nutende Pappe-tafel geschoben wird, wobei diese aus der Walze IV aufliegt und sich mit dieser bewegt.

Damit die Nut auf die fest-gesetzte Tiefe der Pappe ein-geschnittcn werde und nichttiefer, muß die letztere un-mittelbar vor dem Schneidendes Messers fest nieder, gegendie Walze IV gedrückt werden,was durch die Rolle u ge-schieht. Messer und Rolle sinddurch entsprechende Teile mitdem schon früher erwähnicnQuerbalken l> der Maschineso verbunden, daß sie mittelsder in Abb. 166 sichtbarenSchrauben tiefer oder höhergestellt werden können, je nachder Tiefe der herzustellendenNut. Statt der Rolle a wer-den auch an den RändernIS7. Grnntrtc Pappen. geschärfte Stahlschciben ver-

wendet, die zwei entsprechend

tiefe, das auszuheilende Pappematerial begrenzende Schnitte herstellen. Durch diese Arbeitenentstehen Vertiefungen, wie sie die Abb. 167 zeigt. Bei dieser Nutmaschine steht das Messerfest und die Pappe bewegt sich gegen das Messer, während bei den sogenannten Handnut-maschinen die Pappe fest eingespannt ist und das Messer in fester Führung mit der Hand überdie Pappe hinweggezogcn wird.

Nach einer zweiten Methode wird das Umbiegen der Seitenflächen gegen den Bodendadurch möglich gemacht, daß die Pappe der betreffenden Kante entlang zu einem Wulst

«s