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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Herstellung der Spielkarten.

beiden Seiten in entsprechender Weise bedruckt, getrocknet, geglättet und schließlich die ein-zelnen Karten aus dem Bogen gestanzt oder ausgeschnitten.

Nach einer zweiten Methode wird auf endloses Rollenpapier — nicht Karton —die Vorderseite der Karten im entsprechenden Abstände aufgedruckt, dasselbe sodaun ineinen Trockenapparat geleitet und aus diesem kommend wieder in Rollenform ge-wickelt. Diese Rolle geht nun in eine uns schon bekannte Rvllenklebmaschinc, in welcherdie bedruckte Papierbahn mit der gewünschten Anzahl anderer, mit Klebestoff ver-sehener Papierbahnen zu einem Karton zusammengeklebt, sodann in einem Kalandereinem steigenden Druck ausgesetzt und wieder getrocknet wird. Dieser endlose Kartonwird nun aus der Rückseite mit einem thunlichst gleichförmigen Muster bedruckt, ge-glättet und hierauf auf Schneidmaschinen in Bogen und schließlich in einzelne Blätterzerschnitten, wie dies die Kartenschneidemaschine (s. Abb. 191) zeigt. Dieselbe ist an-

aus dem Jahre 1560. 190. Kpielkartenrückrnmnster aus dem 18. Jahrhundert.

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nähernd so konstruiert, wie die zum Schneiden des Papiers verwendeten Längsschneide-maschinen und besitzt kreisförmige Messer, von welchen je zwei wie eine Schere zu-sammenarbeiten und die so weit voneinander gestellt werden können, als dies dieLänge und Breite der einzelnen Blätter verlangt. Zuerst wird der endlose Karton inBogen geschnitten, auf dem sich mehrere Kartenreihen befinden; dann wird dieser Bogenin so viel Streifen geschnitten, als Kartenreihen auf demselben vorhanden sind und wieein solcher in der Abbildung rechts am Tische der Maschine zu sehen ist. Diese Streifenwerden schließlich in die einzelnen Kartenblätter zerteilt, welche durch ein Gitterwerkvon Schnüren zwischen den Messern hindurchgefühlt und danach auf den vorderen Tischabgegeben werden.

In Deutschland befinden sich jetzt 36 Spielkartenfabriken, die in den Jahren 1894und 1895 4 686 169 Spiele zu je 36 oder weniger und 884 457 Spiele mit mehrals 36 Blättern herstellten. Eine Eigentümlichkeit der Spielkartenerzeugung in Ruß-land besteht darin, daß das Findelhaus in Petersburg allein das Privilegium besitzt,Spielkarten herzustellen. Die Produktion beträgt jährlich 6 Millionen Spiele zu je52 Blättern, wozu früher ausschließlich die Frauen und Mädchen des Findelhauses ver-wendet wurden.