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Die Papierindustrie.
Die Herstellung der liniierten Papiere.
Eine ungeheure Quantität Schreibpapiers der verschiedensten Gattungen wird jetztjährlich zur Fabrikation der Geschäfts- und Notizbücher, sowie der Schulhefte verwendet,von welchen der größte Teil aus liniiertem Papiere hergestellt wird; aber auch ein großerBruchteil der jährlich erzeugten Briefpapiere, namentlich der in der Geschäftswelt be-nutzten, wird mit Liniatnren versehen. Ta die Herstellung der Geschäfts- und Notiz-bücher, sowie der Schulhefte in das Gebiet der Buchbinderei gehört, soll hier nur dieHerstellung der Linien besprochen werden.
Die Schwierigkeit und Langwierigkeit der Herstellung solcher genau in gleichem Ab-stände befindlicher Linien, wie sie im Schulschreibhefte in Anwendung sind, und der inGeschäftsbüchern üblichen, viel mannigfacheren Liniatnren durch Handarbeit mußte schließ-lich in den letzten Jahrzehnten zur Konstruktion der Liniiermaschine führen, derenerste in Amerika von Hickok in Harrisburg gebaut wurde. Diese Maschine war eine so-genannte Federmaschine, der sich sodann ein von dem Franzosen Brissard erfundeneszweites System, die Rollenmaschine, zugesellte. Beide Systeme haben sich in Deutschland
eingebürgert, sind hier inden Details der Konstruk-tion wesentlich verbessertworden und werden in ge-diegener Form von mehre-ren Firmen gebaut.
Die ersten Maschinenwaren, wie dies gewöhn-lich der Fall zu sein pflegt,so angeordnet, daß dieHandarbeit dabei noch einegroße Rolle spielte, wäh-rend die jetzt zumeist ver-wendeten Maschinen alles,selbst das Einschieben derPapierbogen, ganz selbst-thätig zur Ausführungbringen.
LSI. Kpiclkarte,lschueiLc»mschi»e von Gngcil Dich in Ncrlin. -tue Werkzeuge der
beiden Maschinensysteme,
welche die Linien unmittelbar herzustellen haben, sind wesentlich voneinander verschieden.
Bei den sogenannten Federmaschineu, die für Liniatnren geeignet sind, die nichtin gleicher Weise über den ganzen Bogen Hinweglaufen, sondern an einzelnen Stellenabsetzen, besteht das eigentliche Werkzeug, wie aus Abb. 192 ersichtlich, aus einer ent-sprechend großen Anzahl gleichweit voneinander abstehender, aus dem gemeinschaftlichenMessingstreifen o ausgeschnittener schmaler Rinnen, deren Seitenwände sich allmählicheinander nähern und schließlich zu einer entsprechend feinen Spitze zusammengebogen sind.Um diese sogenannten Federn in der Maschine befestigen zu können, wird der Messing-streifen a zwischen den Schienen b und cl eingeklemmt und dieser Apparat so angeordnet.Laß die schief nach abwärts geneigten Federn mit ihren Spitzen die Oberfläche desPapiers berühren und die durch die Rinnen nach abwärts fließende Farbe als Linie auf das-selbe übertragen. Um diese Federn mit Farbe zu versorgen, wird hinter der ganzen Vor-richtung ein langes Farbengefäß angelegt und aus diesem durch einen gleichlangen, mitder einen Kante eintauchenden Filzstreifen die Farbe angesaugt und mittels der zweitenKante, welche unmittelbar über dem oberen, breiteren Teil der Rinne liegt, in diesebefördert.
Die ersten Maschinen wurden so gebaut, daß die Federvorrichtnng fest stand unddas auf einem beweglichen Tisch aufgelegte Papier durch die Hand des Arbeiters unter
-MW.