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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Tapetenfabrikation.

je Bekleidung der Wände der Wohnränme mit farbigem Schmuck ist uraltund reicht viele Jahrhunderte vor Christi Geburt zurück. Namentlich imOrient mit seiner Farbenfreudigkeit war diese Sitte gepflegt, schon bei denPersern, Assyrern, Babyloniern finden wir dieselbe; ebenso bei den Ägyptern,Griechen, Römern, und wir haben in der Geschichte Herrscher kennen gelernt,die in dieser Richtung einen unglaublichen Luxus entwickelten, wie z. B. Ptole-mäus Philopator und Philadelphns, Kleopatra, Alexander der Große n. s. w. DieserWändeschmnck bestand aus Geweben der kostbarsten Art, mit reichster Ornamentierung,wobei die Gold- und Silberfäden nicht gespart waren, und die, durch herrliche Teppicheals Bodenbelag ergänzt, eine wahre Augenweide boten. Diesem Luxus der großenHerrscher gegenüber waren die Wohnungen des Volkes um so dürftiger ausgestattet, dennda keine Teppiche für die Wände zur Verfügung standen, mußte man sich mit Kalk- oderFarbentünche und eventuell mit einer schlichten Zierborde begnügen. Hierbei blieb alsoder Mörtelbewurf der Wände ohne Schutz und war durch den leichtesten Stoß schon un-angenehmer Beschädigung ausgesetzt. Diesem Übelstande abzuhelfen und gleichzeitig auchder Behausung des weniger mit Glücksgütern Gesegneten einen wohnlichen Ausdruck zuverleihen, war erst der Papiertapete vorbehalten, in deren Geschichte und Entwickelunguns der folgende Abschnitt einführen soll.

Das Wort Tapete ist alten Ursprungs. Es stammt von dem persischen tadseli,hieraus wurde griechisch tapas und lateinisch tapetum gebildet. Man bezeichnete mitdiesem Ausdruck aber früher gewirkte Vorhänge oder Decken, wie solche zum Schmuckder Wände sowie mitunter auch unmittelbar zur Bildung von Wänden benutzt wurden.In seinem heutigen Sinne als Papiertapete tritt das Wort erst im Laufe des 15. Jahr-hunderts in der deutschen Sprache auf, wonach sich für gewirkte Decken dann die ab-weichende Bezeichnung Teppich einbürgerte, die in der Folge durch Luther und seineBibelübersetzung dem bleibenden Wortschatz unserer Sprache eingereiht wurde.

Wie schon früher erörtert, läßt sich die Herstellung des Papiers aus Leinenfasernnicht über das 12. und 13. Jahrhundert hinaus zurück verfolgen. Die früheste urkundlicheNachricht über Anwendung von Papier zu Wandbekleidnngszwecken aber datiert erst um1469, und der Versuch damit soll zuerst in mittelrheinischen Orten gemacht sein. Bisdahin wurden die Wände, sofern man sie nicht mit Holztäfelung, gewebten Teppichen,glasierten Thonplatten, gepunztem Leder oder anderen kostbaren Stoffen bekleiden wollte,einfach vorn Stnbenmaler getüncht, und wo gelegentlich eine reichere Auszier bei geringeremAufwande verlangt wurde, mit farbig schabloniertcn Mustern bedeckt. Diese letztereSchmuckweise gab den Anlaß zum Ursprung der Tapeten. Weil die Maler im be-ginnenden Frühjahr den plötzlich herantretenden Forderungen nicht so schnell entsprechenkonnten, wie gewünscht wurde, machten sie sich das zumal seit der Erfindung der Bnch-drnckerkunst bald wohlfeiler zu kaufende Papier zu nutze und schabloniertcn mittels