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Tic Tapctcnsabrikation.
durch eine Walze in Bewegung gehalten. Tic Walze L hebt sodann die Farbe an» deinTrog heraus und teilt sie dem endlosen Tnch '4 mit. Von diesem streicht das Linealden überflüssigen Teil ab, wonach das Tnch über die drei Walzen R läuft und hierbei dieFarbe an die Drnckwalzc 0 abgibt. Alle Bewegungen der einzelnen Teile des ganzenMechanismus müssen natürlich untereinander zusammenhängen und genau abgepaßt sein,so daß infolgedessen die richtige Einstellung der Maschine, wenn sie mit vielen Farbenzugleich drucken soll, eine langwierige Arbeit in sich schließt.
Nachdem hiermit die wichtigsten Vorbedingungen beschrieben sind, werden die Druck-maschinen, wie solche in Abb. 156 für eine und in Abb. 157 für vier Farben dargestelltsind, verständlich erscheinen. Die Trnckwalzcn und deren Farbekästen umgeben einemittlere Trommel. Die Größe derselben richtet sich nach der Anzahl der Farbenwalzen,so daß die Trommel für eine Zwölffarbcnmaschine bereits 2 in Durchmesser erhaltenmuß. An der Rückseite wird der Papierballen eingelagert, und die Bahn läuft erst ummehrere Führnngswalzen, bis sie an die Trommel und dann allmählich an alle Farben-walzen gelangt. Während einige Meter Fehldrnckpapier durchlaufen, erfolgt die letzteRegulierung der Maschine, die alsdann ganz selbstthätig weiter arbeitet und alle Farbenunmittelbar hintereinander naß in naß aufdruckt. Die ersten Walzen drucken die größtenFlächen, die folgenden die kleineren Lichteffekte u. s. w. Sobald die letzte Druckwalzepassiert ist, legt sich die Papierbahn um die große Trommel und wird nun, wie schonunsere Abb. 152 zeigt, mittels entsprechend angeordneter Leitrollen dem Trockenapparatzugeführt. Dieser muß ebenso passiert werden wie nach dem Grnndierverfahren, dennauch nach dem Druck ist reichlich eine halbe Stunde erforderlich, ehe die Tapete so voll-kommen getrocknet ist, daß sie wieder aufgewickelt werden kann.
Es gibt auch größere Maschinen, die 16, 20 und 24 Farben gleichzeitig drucken.Eine solche znr Herstellung eines Musters mit 24 Farben dienende Tapeten-Trnckmaschine von F. Flinsch ist in der beigegcbeneu Tafel vorgeführt. Es ist dabeidasselbe Prinzip festgehalten, wie bei der in Abb. 157 dargestellten Maschine fürVierfarbigen Druck. Für jede Farbe ist eine Musterwalze und für jede Musterwalzesind ein Farbtrog sowie die dazu gehörigen, die Farbe in entsprechender Weise auf dieMusterwalze übertrageudeu Farbwalzen angeordnet. Beim Bedrucken läuft die Tapeteum die große, in der Mitte der Maschine befindliche Trommel herum, die beim Druckendie widerstandsfähige Unterlage für das Papier bildet. Die Unterbringung der zahl-reichen Truckwalzen erfordert aber einen Tromineldurchmesser von 6 in, so daß solcheMaschinen eine doppelte Geschoßhöhe und zur Bedienung 3—4 Arbeiter erfordern. DasEinstellen der vielen Walzen macht eine zeitraubende Arbeit nötig, so daß sich der Betriebnur für den Druck großer Quantitäten verlohnt.
Die meisten billigen Tapetcnsorten sind fertig, wenn sie die Druckmaschine verlassen,und werden dann gar nicht erst wieder zu einem Ballen gewickelt, sondern passieren sogleichdie in Abb. 203 u. 204 dargestellte Meß-, Roll- und Schneidmaschine. Auf dieser wirddas Papier während des Auswickelns genau nachgemessen und in Längen von je 8 mabgeschnitten. Auf diese Weise stellt eine solche kleine Maschine stündlich etwa 250 RollenTapeten unmittelbar für den Handel bereit.
Da nämlich die Tapeten nur in einer der durchschnittlichen Größe unserer Wohnräumeentsprechenden Länge verwendet werden und in den Handel kommen, so müssen sie in dieserLänge gemessen, an der bestimmten Stelle durchschnitten und der so erhaltene Streiten ineine Rolle verwandelt werden. Die Maschine (Abb. 203) empfängt die fortlaufende Tapetedirekt aus dem Trockenapparate, führt sie über das hohe Gestell zu einer Meßwalze, anwelche die Tapete durch zwei Druckwalzen angepreßt wird, um ein Gleiten derselben überdiese Walze zu verhindern. Ist somit ein Durchziehen ausgeschlossen, so wird die Bewegung derTapete und Meßwalze in ganz gleichmäßiger Weise stattfinden, und man wird aus der An-zahl der Umdrehungen der letzteren auf die Länge der über die Walze gelaufenen Tapeteschließen können. Sowie nun die Länge von etwa 8 m erreicht ist, gibt die Maschine einZeichen und bleibt gleichzeitig von selbst stehen. Der Arbeiter drückt hierauf das vorn sicht-bare Messer mit Hilfe des Knopfes nach abwärts, schneidet dadurch die Tapete entzwei,nimmt die schon hergestellte Tapctenrolle von der vorn sichtbaren Spindel ab, verbindetdas Ende der in der Maschine befindlichen endlosen Tapete mit dieser Spindel und setzt dieMaschine wieder in Thätigkeit.