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Herstellung der Papicrtapetcn durch Mnschinendruck.
Fortfall, weil bei diesen, wie bereits oben erwähnt, der Fond durch die Farbe des Papiersgebildet wird. Der Unterschied ist leicht festzustellen, denn Naturelltapeten zeigen auchrückseitig ihre Grundfarbe, wogegen grundierte Tapeten unterwärts weiß aussehen. Trotzdes durch Vereinfachung des Druckverfahrens herbeigeführten billigen Preises ist es in-dessen keineswegs bedingt, daß auch die Musterungen der Naturelltapcten als minder-wertig bezeichnet werden. Vielmehr ist es der Stolz, zumal der deutschen Industrie, auchfür diese geringeren Tapeteusorten Dessins zu verarbeiten, die von kunstvollcndeter Handhergestellt sind. Speziell ist hierbei zu erwähnen, daß für kostbare Tapeten gezeichneteMuster, wenn sie nach einigen Jahren unmodern zu werden beginnen, gleichfalls fürNaturelldruck verwandt werden. Auf diese Weise entstehen dann oft Naturelltapeten, diebis zu 20 Farben enthalten. Auch Bronzedruck wird dann dafür angewendet und ergibtdie „Naturell-Goldtapeten", deren Haltbarkeit freilich schon des porösen Papiers wegeneine ziemlich begrenzte zu sein Pflegt.
Nehmen wir nach dieser Einschaltung unseren Gang durch die Fabrik von neuemauf, so gelangen wir jetzt in die Druckräume, die naturgemäß die wichtigsten des ganzenEtablissements sind und ein ge-naueres Eingehen erheischen.
Um das Druckverfahrenmittels Maschine in seinenEinzelheiten zu beschreiben,führen wir unseren Lesernzunächst in Abb. 201 eineTapetendruckwalze vor. DasMuster muß auf der Ober-fläche stark erhaben hervor-treten. Dieses durch Gravie-rung zu erreichen, würde sehrhohe Kosten verursachen, viel-mehr bildet man das Musterdurch eine großeZahl einzelnereingeschlagener Messingstifte.
Soll eine ganze Fläche bedrucktwerden, so umgrenzt man die-selbe mit schmalen Streifen ausMessingblech und füllt den inne-ren Teil mit dickem Filz aus. Für den Kern der Walzen wird meistens Holz genommen, mitgroßem Erfolg ist es indessen neuerdings auch versucht worden, Papierwalzen herzustellen.Hierfür wird eine große Anzahl von Papierscheiben auf eine eiserne Welle geschoben, unterstarkem hydraulischen Druck zusammengepreßt und dann wie ein massiver Kern abgedreht.Der Durchmesser der Walzen muß so eingerichtet werden, daß ihr Umfang genau der EinheitdeS Musters entspricht. Gewöhnlich mißt derselbe zwischen 10 und 17 om. Für jede Farbe,die das Dessin enthält, ist eine besondere Walze erforderlich, deren Relief ausschließlich den-jenigen Teil des Musters zeigt, der mit der einzelnen Farbe gedruckt werden soll. ES enthaltendaher manche Walzen nur einige Stifte, andere dagegen eine ungeheure Anzahl derselben.Um ein Beispiel zu geben, sei erwähnt, daß zu einer Walze für Maschinen-Eichenholz-tapete 37 425 Messingstifte nötig waren, die alle mit der Hand eingeschlagen werdenmußten. Gewöhnlich erfordert die Herstellung der Walzen aber keine so enorme Arbeit,so daß sich der durchschnittliche Herstellungswert einer Tapetendruckwalze auf etwa 50 M.beziffern läßt. Aus diesem Preis läßt sich annähernd ermessen, wie hohe Kosten derFabrik mit der Einführung eines neuen vielfarbigen Musters erwachsen.
Der Vorgang des Drückens mit der Dessiuwalze ist in unserer Abb. 202 gezeigt.Um eine große Trommel ist zum Schutz gegen Feuchtigkeit ein 15 innr dickes Gummi-oder noch besser Nesseltuch gelegt. Etwas tiefer als die Hauptachse dieser Trommel ruhtin festen Lagern die Dessinwalze 0. Die Farbe ist in dem Troge L befindlich und wird
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202. Vrnrkopparat der Malzcnmalchinr.