Erkennnngsmittel der Faserstoffe.
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222 . Feine unverfälschte Leinwand 100 mal vergrößert.
sicherste Erkennnngsmittel; denn die verschiedenen Fasern zeigen bei gehöriger Vergröße-rung eigentümliche Merkmale gcnng, an welchen der Kenner sie leicht unterscheiden kann.Dies werden unsere Leser selbst finden, wenn sie die vergrößerten Abbildungen derWoll -, Baumwvll-, Leinen- und Hanfsaser und der Seide ins Auge fassen.
Das Schafwollhaar is. Abb.
217) erscheint unter dein Mikroskopals eine cylindrischc, mit dachziegcl-sörmigen Schuppen bekleidete Röhre.
Diese Schuppen sind schon bei 30-facher Vergrößerung als dicht neben-einander liegende, unregelmäßigeOncrlinien sichtbar. Die Haarröhrcselbst wird von vielen fascrartigen,dicht aneinander liegenden Längcn-zellcn gebildet, die ein zentralesMark, aus kleineren, meist undeut-lichen Zellen bestehend, umgeben.
Die Baumwollsascrn ss.Abb.218)zeigen bandartig zusammengefallene,platte, selten cpliudrische, mehr oderweniger jchraubcnsörmig gewundeneoder wellenförmig gebogene Zellen,mit mehr oder minder deutlicherJnncnhöhlc. Die Lcinenfaser(s. Abb. 219) ist lang und schmal underscheint schon bei I2()sacher Ver-größerung als ein runder, mit klei-nen Knoten versehener, niemals umsich selbst gedrehter Faden, der nureinen schmalen Längenkanal ein-schließt. Die Bastfaser des Hau-ses (s. Abb. 220) ist lang und walzen-förmig, aber von ziemlich ungleicherStärke und an der Spitze stumpsoder geteilt. Die Jnneuhöhle derZelle ist in der Regel ziemlich weit,die Wand stellenweise stark verdickt,und es treten deren Lerdicknngs-schichtcn meist als Längenstreifcndeutlich hervor. Die Scidenfaserendlich (j. Abb. 221) ist als ein aus-geflossener und verhärteter Saft glatt,cylindrisch, ohne geregelten Bau undohne Jnneuhöhle. Die Oberstächedes Fadens ist glänzend und wirdnur selten durch kleine Unebenheitenoder Eindrücke unterbrochen. DieStärke des Scidenfadens ist in derRegel gleichartig und nur nach derSeidenart verschieden. Die Intezeigt sich zu dicken Faserbündclnvereinigt, die vereinzelten Fasernhaben ungleichmäßig verdickte Zellcn-wände und der ursprünglich weiteHohlraum ist an einzelnen Stellenbis auf eine Linie zusammengedrückt.
Die Ramie-oder Ncsselfaser istmit dem Mikroskop sehr leicht anihrer weiten, infolge verschiedenartiger Vcrdickung der Zellenwand unregelmäßigen Jnnen-hühle von dem glatten, cylindcrförmigcn Seidenfadcn zu unterscheiden, was mit bloßemAuge große Schwierigkeiten bietet und bedeutende Sachkenntnis voraussetzt. Die Kunst-wolle zeigt in der Vergrößerung deutlich die Verletzungen, welche diese Faser während desTragens sowie bei den mannigfaltigen Vcrarbcitungsprozesscn erlitten, namentlich diejenigender Oberfläche, das teilweise oder gänzliche Fehlen der Schuppen, so daß der geringereVerbrauchswert nunmehr leicht erklärlich erscheint.
22 z. Feiner Aamnwollbatist 100 mal vergröbert.