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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Die Stickerei.

die bei den Stickereien sehr beliebten Löcher oder Durchbohrungen mit der Maschine aus-führen zu können. Beide Vorrichtungen, der sogenannte Bog- oder Festonicr- und derBvhrap parat, sind den neueren Maschinen meist beigcgebcn.

Der vollkommenste, von A. Voigt, dem ehemaligen Besitzer der Maschinenfabrik inltappel,erfundene Festonicrapparat besteht aus zwei ncbeueinaudcr liegende», zum Stickbodcuparallel und ganz nahe angeordneten Schienen, au welchen die in Abb. 487, 488, 486 ersichtlichen,senkrecht stehenden, fiugerartigcu Spitzen befestigt sind und zwar ebenfalls um die Rapport-länge voneinander Entfernt, so das; auf jedes Muster je zwei solche Finger entfallen, vonwelchen der eine ich mit der einen Schiene, der andere mit der anderen Schiene verbundenist, so daß sämtliche Finger einer Schiene der Bewcgnng dieser letzteren folgen müssen. DieFinger sind oben etwas zugespitzt und mit zwei einander gegenüberstehenden Zacken versehen,nm ein Abgleiten des Fadens zu verhüten. Der zu der einen Schiene gehörige Finger kh istin den beistehenden Abbildungen schraffiert dargestellt, bloß um ihn leichter vom anderen Fingerder andere» Schiene zu unterscheiden. Die Schienen sind nicht gezeichnet und unten zu denken.

Die drei Abbildungen zeigendie Bildung eines Festouicrstiches.Der Faden ist nach der Bildungdes letzten Stiches gerade von.derMaschine durch das Gewebe hin-durchgezogen worden und hängtschlaff zwischen den beiden dichtnebeneinander stehenden Fingernbh und bh (Abb. 487). Die Nadelnbefinden sich auf der Seite der Le-serin, also vor dem Stickbodcu;nun werden die Schienen so bewcgt, daß die Enden der Fingerden durch Punktierung und Pseilvorgezcichneten Weg machen, d. h.im Bogen so nach auswärts steigen,daß kh nach links, kh nach rechtszu stehen kommt, wie dies Abb. 488zeigt. Jetzt sticht der vordereWagen die Nadel bei n durch denStoff, der Hintere Wagen erfaßtdieselbe und zieht den Faden durch,der sich nun straff um beide Fingerlegt; hierauf wird der Rahmen nachrechts verstellt, um die Nadel inPunkt b chlbb. 489) durchstechen zukönnen, und sobald dies vom Hin-teren Wagen besorgt und Nadelund Faden vom vorderen Wagenwieder erfaßt und durchgezogen ist,bewegen sich die beiden Finger in4S0. GinfädetmLschine. der punktierten und durch Pfeile

vorgezeichneten Linie im Bogennach abwärts, kommen in ihre erste Stellung (Abb. 487) zurück, ziehen sich dadurch aus derSchlinge heraus, und der Stich, der durch den Wagen straff gezogen wird, ist fertig. DieBorrichtung, durch welche die erwähnten mit den Fingern verbundenen Schienen in der ent-sprechenden Weise bewegt werden, ist ziemlich kompliziert und wird durch den vorderenWagen selbstthätig in Aktion gebracht.

Der Bohrapparat zum Durchstechen der vom Muster verlangten Löcher ist auf derSchiene, auf der sich die Nadeln befinden, angeordnet und besteht selbst wieder aus einer dreh-baren Schiene, an welcher lange, um den Rapport voneinander abstehende Stahlspitzen be-festigt sind. Während des gewöhnlichen Stickens ist diese Schiene zurückgeklappt und wirderst, wenn ein Loch im Muster gestochen werden soll, so gedreht, daß die Spitzen gegen denStickbodcn gerichtet sind. Durch die Vorbewcgung des Wagens wird sodann das Durchsteckenvollzogen, wobei sich das Gewebe aber durchbiegen würde, wenn es nicht an der rückwärtigenSeite durch eine breite Schiene gestützt würde, welche Schiene aber mit den Spitze» entsprechendenLöchern versehen sein muß. Diese Spitzen entsprechen den von den Handstickerinnen benutzten,aus Stahl, manchmal auch aus Bein oder Elfenbein hergestellten Bohrern, welche bei derHandstickerei zu ganz gleichem Zwecke verwendet werden.

Außer dem Sticker bedarf eine solche Stickmaschine noch einer Arbeiterin zu ihrerBedienung, die namentlich das Einfädeln, das Einlegen der Nadeln in die Maschine,das Auswechseln gebrochener Nadeln u. s. w. besorgt, Fädlerin genannt wird und meist

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