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Lpitzen- und Bobbinnelgewebe.
bei deren Betrieb eine große Anzahl wohlhabend gewordener Arbeiter beteiligt war.Jin Jahre 1831 betrng der von diesen Maschinen Produzierte Wert 70 Millionen Mark.1810 wurden diese Maschinen schon mit Tampskrast betrieben. Das zuerst und lange Zeitausschließlich auf diesen Maschinen hergestellte Gewebe hieß Bob bin net, d. i. wörtlich über-setzt Spnlennetz, weil es mittels Spulen — Bobbins — erzeugt wird, französisch ll'uil-nuxlais und ist wohl hinlänglich bekannt, da es massenhaft zu Schleiern, znr Stickereiund Handspitzenerzengnng verwendet wurde und wird.
Sobald man dieses allerdings noch ganz regelmäßigen, aus vollkommen gleichartigenMaschen bestehenden Gewebes Herr geworden war, ging man natürlich weiter und ver-suchte mit diesem Grnndgcwebe gleichzeitig auch Mnsterbildungen herzustellen, was auch1835 mittels der Jacquardmaschine gelang. Bon da an folgte eine Verbesserung undErfindung auf die andere, bis man so weit war, prachtvoll gemusterte Spitzengcwebe vongroßer Ausdehnung und komplizierter Bindung herzustellen, wie das heute der Fall ist.Die ungeheure Ertragsfähigkeit dieser Industrie veranlaßte die Engländer, streng darüberzu wachen, daß keine Maschinen ins Ausland gelangten. Nicht nur, daß das Parlamentdie Ausfuhr dieser Maschinen mit Deportation bedrohte; die Fabrikanten in Nottingham bildeten sogar auf eigene Kosten einen Kordon um die Fabriken, wodurch sie die Aus-führung zu verhindern hofften. Trotzdem gelang es schon 1816, eine Maschine nach Tvuaiund 1817 nach Calais zu bringen, wodurch der Grund zu dieser Industrie in Frankreich gelegt wurde, welche 1835 schon 1586 Maschinen zählte. In Österreich wurde dieselbe1830 gegründet durch den Kaufmann L. Tambök, der schon 1828 vier Maschinen ausEngland nach Hamburg brachte. Neben zwei großen Fabriken in Wien und Lettvwitzbefinden sich in Österreich noch etwa sechs kleinere an verschiedenen Punkten des Landes.Bedeutende Verdienste um dicTurchbildung dcrArbcitsmethodeu hat sich hier Herr A.Matitscherworben. In Deutschland begann dieser Fabrikativnszweig erst in den letzten DezennienFuß zu fassen und zwar in unmittelbarer Nachbarschaft der ihm verwandten Stickerei, nämlichim sächsischen Vvgtlande, und man ist hier schon so weit, daß selbst die außerordentlichkomplizierten Maschinen in der Maschinenfabrik zn Kappel bei Ehcmnitz gebaut werden. InItalien befindet sich eine Fabrik in Mailand , die 1887 durch den Österreicher Faber ge-gründet wurde. — Die Maschinenspitzen-Jndustrie ist niemals Hausindustrie geworden wiebei der Stickerei und wird nur in geschlossenen Fabriken betrieben, wohl deshalb, weil dieMaschine weitaus komplizierter, ihre Vorbereitung znr Arbeit um vieles schwieriger ist.
Daß die Maschinenspitzenfabrikativn einen Rückschlag auf die Haudspitzenerzeugungausüben mußte, ist wohl selbstverständlich, da ja die Herstellung aus der Maschine umvieles billiger durchführbar war. Es wurden namentlich die einfacheren Klöppelspitzengetroffen, die man viel eher auf der Maschine ausführen konnte, als die breiteren, schwie-rigere Muster zeigenden Spitzen, die heute erzeugt werden. Daß die Maschincnspitze dieHandspitzc jedoch niemals wird verdrängen können, ist ebenso gewiß, wie man niemalsim stände sein wird, mit der Maschine ein künstlerisch vollendetes Ölgemälde herzustellen;das Produkt der kunstfertigcn, vvn künstlerischer Auffassung geleiteten Hand zeigt ebenimmer individuellen Charakter, den jeder Kunstverständige nicht allzu schwer von derMassenarbeit der Maschine zu unterscheiden vermag. Wie weit jedoch die Maschinenarbeitgediehen ist, möge der in Abb. 514 dargestellte Maschinenspitzenvorhang erweisen, welcheraus der Wiener Weltausstellung 1873 aus Nottingham zur Ausstellung kam, der jedoch,was Stilreinhcit anlangt, von den Wiener Produkten entschieden überboten wird.
Wenn wir aus die Herstcllungswcise der verschiedenen Spitzcngattungen übergehenwollen, müssen wir selbstverständlich vor allem die Herstellung der Hand- von der derMaschinenspitzen scharf trennen und die erster» zuerst ins Auge fassen.
Die Herstellung der Handspitzc».
Betrachten wir Spitzen verschiedener Gattung, so finden wir leicht einen bedeutendenUnterschied. Die eine Art von Spitzen scheint nur aus dem Ornament, dem Muster zubestehen, das außerordentlich kräftig hervortritt und nahezu ausschließlich zur Wirkungkommt, es fehlt der Grund; während bei der andern Art das Muster viel weniger kräftig