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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Spitzen- und Bobbinnetgewebe.

ziemlich willkürlich gewählt sind und nicht auf vollkommene Übereinstimmung der Spitzen-charaktere mit den berühmten Vertretern des betreffenden Namens schließen lassen. Schonviel phantasievollere, kompliziertere Flechtwerke zeigen die Abb. 52l, 522, 523, 524,welche als Gnipurcgrund bezeichnet werden und welche die Konstruktion der drickssund der daran gesetzten Knötchen, der sogenannten picots zeigen; nur unterscheiden siesich vvm wirklichen Guipnregrnnd, der ja eigentlich kein Grund ist, durch die regel-mäßige Maschenbildnng, die znm Teil schon dem Charakter des Ornamentes sich nähert.Wie mannigfaltig sich ein und dieselbe Maschenfvrm (Zellenform) durch Flechten gestaltenläßt, zeigen die Abb. 525, 526, 527, die alle die sechseckige Zellenform wie beim Tüll-grund zeigen und als Valeneienner- (Abb. 525), als Brabanter- (Abb. 526),als Kettelgrnnd (Abb. 527), bezeichnet werden.

Der P erlgrnnd (Abb. 528) weist eine Kombination von sechs- und dreieckigen Zellenauf, während der sogenannte Torchon- (Abb. 529t, sowie ein anderer Valencienner-grund (Abb. 530) durch viereckige Zellenform charakterisiert sind.

Bei all diesen Darstellungen der verschiedenen Grundbindungen ist der Lauf derFäden durch schwarze oder gestrichelte Fäden angedeutet, die nun leicht erkennen lassen,ob der Grund ein teilbarer oder ein unteilbarer ist, d. h. ob die Spitze durch dasAusziehen eines oder zweier Fäden in Teile geteilt werden kann, oder ob das nicht der

530. vulenricrlneryrirnd.

531 . Zlrucr Schlug

SSL. Flichcrspihe.

Fall ist. Alle diejenigen Grundbindnngen, bei welchen ein und derselbe Faden diagonalüber die ganze Spitzenbreite hinweggeht, haben einen ungeteilten Grund, wie in denAbb. 518, 519, 520, 521, 524, 525, 526 u. s. w., während diejenigen, bei welchen dasnicht der Fall ist, einen geteilten Grund haben. Wenn man z. B. beim Kettelgrnnd(Abb. 527) den schwarzen und schraffierten Faden herauszieht, zerfällt die Spitze in zweiTeile. Die Konstruktion eines bei geklöppelten Spitzen sehr häufig verwendeten Ornamenteszeigt Abb. 531, im Erzgebirge „Neuer Schlag" genannt, und die der sogenannten „Fächer-spitze" (Abb. 532).

Sämtliche Figuren zeigen im Erzgebirge übliche Fadenverbindnngen, die von denenanderer Gegenden, bei allgemeiner Ähnlichkeit der Formen doch wahrscheinlich in derKonstruktion, der Art der Verflechtung wesentlich voneinander abweichen dürften.

Alle Kreuzungen in diesen Fadenverbindungen müssen durch Stecknadeln fixiertwerden, und es ist daher neben dem Werfen und Kreuzen der Klöppel eine Hauptaufgabeder Klöpplerin (Abb. 533), zur richtigen Zeit und am richtigen Platze die Nadeln zu stecken,welche die durch die Klöppel ausgeführte Kreuzung, wobei die Fäden noch immer parallelzu einander liegen, erst zur Vollendung bringen, indem sie die Fäden trennen und in dieder Konstruktion entsprechende gegenseitige Lage dauernd bringen.

Stunden- und tagelang sitzt die Klöpplerin vor ihrem Kissen, emsig fliegen dieklappernden Klöppel durcheinander, Nadel auf Nadel sticht sie in den Klöppelbrief, umoft nur das Notwendigste zum Leben zu verdienen, und doch herrscht oft Frohsinn in denkleinen Stuben des Erzgebirges, wo sich fröhliche Mädchen lustige Geschichten oder viel-leicht ein Märchen vom Berggeist erzählen, der diesen oder jenen armen Bewohner des