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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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spitzen- und Bobbinnetgewebe.

551. Musterung mit einfacher Leinwand.

ein Spulen- und ein Bobbinsfnden beigeordnet; durch eine Verschiebung der Ketten- undSpulenfäden nach links um eine Schiffchcndicke und dann ebenso nach rechts, währenddas Schiffchen eine Hin- und Herbewegung in seiner Furche macht, drehen sich alle dreiFäden umeinander und bilden einen Zwirn, wie bei a in Abb. 549; verschiebt sich aberder Spulenfäden nicht um eine, sondern um zwei Schiffchendicken, so kommt er in dasGebiet des zweiten linksstehenden Bobbinsfadens, wird durch den Hin- und Hergangdes betreffenden Schiffchens von diesem Bobbinsfaden ersaßt und an den benachbarten

Kettenfaden angebunden, worauf er wieder in seinefrühere Stellung, zu seinem eigenen Kettenfadenzurückkehrt und dadurch die Wagerechte Schleifevollendet.

Da jeder Kettenfaden nur als Gewebegerippedient und keine Schleife zu bilden hat, sich also nurmit seinem Spulen- und Bobbinsfaden zu zwirnenhat, so wird derselbe, d. h. die Leiter mit allenKettenfäden, immer nur um ein Schiffchen hin-nnd hergeschobcn, hat also eine sehr einfache Be-wegung auszuführen. Etwas weniger einfach istdie Bewegung der Spulenfäden, die die Schleifenzu bilden haben, und zwar an jeder beliebigenStelle des Gewebes: sie haben eine zweifacheMission: sie sollen sich einmal nur zwirnen mitihren zugehörigen Ketten und Bobbinsfädcn, dannaber wieder eine Schleife bis zum benachbartenKettenfaden hinüber bilden. Um die Bewegung derdieVerschiebnng dcrSpulenfäden bewirkenden Leiternicht zu kompliziert zu gestalten, wird sie jedesmal um zwei Schiffchen verschoben undwürde daher bei jeder Hin- und Herbewegung der Schiffchen ausnahmslos eine Schleifebilden. Da dies aber häufig nicht eintreten darf, sobald nämlich die Herstellung desGrundes oder des Musters an einer bestimmten Stelle statt einer Schleife eine Lssnung,einen Hohlraum erfordert, so muß an dieser Stelle die Bildung der Schleife, daher dieVerschiebung des Spulenfadens um das zweite Schiffchen verhindert werden, und daswird nun dadurch erreicht, daß man einen runden Draht so vor den zu verschiebendenSpulenfäden einschickt, daß dieser an den Draht anstößt und von demselben so viel

zurückgehalten wird, daß er nur eine Verschiebungum ein Schiffchen vollführt, daher keine Schleifebilden, sondern sich nur mit seinem eigenen Ketten-nnd Bobbinsfaden zwirnen kann.

Dieser vorzuschiebende Draht besteht aus einerhakenartigen Vorrichtung, die in Abb. 538 u. 540mit 8 bezeichnet ist und Selektor, d. h. Aus-wählen, genannt wird. Für jede Fadengrnppe mußein solcher Selektor vorhanden sein, und zwar mußderselbe links von seiner Fadengrnppe stehen, daer die Verschiebung des Spulenfadens nach linkszu verhindern hat.

Sämtliche hakenförmigen Werkzeuge, Selek-torcn, sind an einer gemeinsamen, in Abb. 540ersichtlichen Stange, der sogenannten Selcktorstange, angeordnet, die sich etwas um ihreAchse drehen können muß. Die gewöhnliche, normale Stellung dieser Stange ist näm-lich diejenige, bei welcher die umgebogenen Enden der Haken nicht zwischen den Spulcn-fäden, sondern etwas nach rückwärts geneigt stehen, wie dies aus Abb. 538 ersichtlichist. Aus dieser Stellung werden die Haken knapp vor der Verschiebung der Spulen-leiter, durch eine Drehung der Selektorstange so bewegt, daß ihre Enden nun zwischen

552 . Franräsifcher Grund mit doppelterLeinwand.