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Achter Band. Verarbeitung der Faserstoffe
(Holz-, Papier- und Textilindustrie.)
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Herstellung der Tpitzcngewebc.

verwendet, die so eingerichtet sind, daß mit denselben eine oft sehr bedeutende AuSbiegnng,Verschiebung der Spnlenfädcn über 12 —16 Schiffchen ermöglicht wird. Die Spulen-fäden sind zu diesem Zwecke durch die Löcher seiner Stahlschiene» hindurchgezogen, die alsoeigentlich eine Leiter repräsentieren und hier inäepsnckent bar8, d. h. unabhängigeStangen genannt werden. Dieselben müssen ganz dünn gemacht werden, weil beieiner kompliziert gemusterten Spitze eine größere Anzahl derselben hintereinander zwischenden Kämmen Platz finden muß; sie sind statt mit Öhrstiften, wie die Leitern, mit Löchernversehen, durch welche die Fäden hindurchgezogen werden. Diese Stangen nun werdenebenfalls durch einen Jacgnardapparat bewegt, deraber nicht über, sondern neben und zwar rechts vonder Maschine aufgestellt wird, weil er so viel unmittel-barer auf die in der Mitte der Maschine wagercchtliegenden Schienen einwirken kann. Der Jacqnard-apparat ist hier etwas abweichend gegen die gewöhn-liche Einrichtung, sonst aber dasselbe Prinzip verfolgend,gebaut. Eine solche Maschine znr Herstellung schmalerSpitzen zeigt die Abb. 566.

Da in dieser Maschine eine größere Anzahl vonSpitzen nebeneinander hergestellt werden und in jederSpitze ein bestimmter Faden oder mehrere in demselbenZeitmoment dieselbe Bewegung machen und von den-selben daher auch die gleiche Quantität verbraucht wird,so können diese sämtlich auf einer Spule vereinigt wer-den, wodurch die Spule zu einer langen dünnen Wellewird, deren man eine größere Anzahl im unteren Teileder Maschine wahrnimmt.

Die dunkle, über der Mitte der Maschine durch-laufende Walze ist der Warenbaum, auf dcu sich diefertigen Spitzen aufwickeln. Rechts sieht man denJacquardapparat.

Wenu auch mit den bisher besprochenen Spitzen-maschinen Produkte erzeugt werden können, die den ge-klöppelten Spitzen in ihrem charakteristischen Aussehengleichen, so werden solche Spitzcnarten auch auf beson-deren Klöppelmaschinen erzeugt, von welchen einige,wie die von Henkels L Hedtmann, nach dem Prinzip derFlechtmaschinen gebaut sind, während die Klöppelmaschinevon E. Malhere mit Hilfe von drei gleichzeitig wirken-den Jacquardapparaten die Handarbeit der Klöpplerinnahezu genau nachmacht und daher die meisten hand-geklöppelten Spitzen nachzuahmen vermag. Im Jahre1896 wurde von A. Matitsch eine Klöppclmaschineerfunden, die auf dem Prinzipe der Bobbinnetmaschineberuht, die Arbeit der Klöpplerin genau nachahmt, d. h.also, echte Klöppelspitzeu erzeugt und durch ihre Lei-stungsfähigkeit die vorerwähnten Klöppelmaschinen weitübertrifft, da sie, nicht so wie diese gleichzeitig nur einen, sondern bis zu 60—70 Spitzcn-streifcu herzustellen vermag. Dieselbe ist daher wieder ein bedeutender Schritt nach vorwärtsauf dem Gebiete der Maschinenspitzcnerzengung. Die Maschine ist derzeit im Bau begriffen.

Eine ziemlich große Menge, namentlich breiter Spitzen — Borhänge — wird mitHilfe des Wirkprozcsscs erzeugt, wie es ja auch gehäkelte und gestrickte Spitzen gibt. DieHerstellung derselben gehört in das Gebiet der Wirkerei.

Das zur Herstellung sowohl der breiten als auch der schmalen Spitzen verwendeteRohmaterial ist Zwirn und zwar überwiegend Baumwollzwirn, obschon selbstverständlich

563. Lonpgrund aus zweiFa-rnsystrmrn.

564. Sliuaregrund aus zwei

^ndcnsystrmcn.

555. Snlors-rirtgrrrnd.