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Seil- und Taufabrikation.
nämlich die Garne auf einer dazu eingerichteten Maschine gleich warm vom Teerkessel wegzn Strängen drehen. Hierdurch entsteht eine so kompakt geschlossene Masse von Hanf undTeer, daß keine Feuchtigkeit ihr etwas anhaben kann, und die in solcher Weise gefertigtenTaue sind um 14 «ch stärker befunden worden als gewöhnliche. Sie eignen sich besondersgut für das stehende Tanwcrk an Schiffen, bei dem es nicht auf Geschmeidigkeit, sondernnur auf Haltbarkeit ankommt. Berücksichtigt man, daß ein größeres Schiff, etwa einKriegsschiff von 100 Kanonen, eine Quantität Tanwerk zn seiner Ausrüstung bedarf, dienngeteert 82000kss, geteert aber 100000üx wiegt, daß allein in den Docks zu Grcenwichimmer 2—300 Schiffe gleichzeitig liegen, so kann man begreifen, welche Massen vonTauwerk jährlich allein die englische Marine bedarf. Auf den Schiffen selbst finden dieTaue eine so vielfältige Vcrwendnngsweise, daß die Matrosen dadurch ebensowohl halbzn Seilern und Seilflechtern wie zn Seiltänzern werden. Aus altem Tauwerk wird anBord das sogenannte Schiemannsgarn gefertigt, indem man dasselbe in die einzelnenGarnfäden auflöst und je nach Bedürfnis teert und zusammendreht. Tiefes Schiemanns-garn muß dann beim Verbinden und Umwickeln der Taue vielfach Hilfe leisten.
Die neuesten
Fortschritte in derMaschinenseilerei^ beziehen sich weniger
auf die Anfertigungstarker Taue auseinzelnen fertigenFäden, als vielmehr1 is auf die Herstellung
dieser selbst aus deinRohstoff; sie sind^ solchergestalt nicht
w eigentliche Tanma-
r) schinen als vielmehr
) i Umwandlung der
i i uns von der Banm-
U/ woll- und Flachs-
U spinnerei her be-
^ s kannten Spinnvor-
richtnngen aus an-deres Material undzum Zweck der Er-
!>75. Tauverknüpfungen.
Zeugung ungleich gröberen Gespinstes. Auf der Wiener Weltausstellung von 1873 warenes vorzüglich englische Maschinenfabriken sLawson L Sons), welche in der Lösung diesesProblems sich versucht hatten. Ihre Spinnereimaschinen bildeten ein ganzes System;zuerst wurde der Hanf in einzelnen Bündeln der sogenannten Band- oder Anlege-maschine übergeben, welche denselben in ein endloses Band umwandelte. Mehrere dieserBänder gehen sodann zur zweiten ähnlich gebauten, d. h. mit zwei aufeinander folgendenFeldern mit Hechelstäben versehenen Maschinen, der Strecke, auf welcher durch dieschnellere Bewegung des einen Hechelfeldes die zugebrachten Bänder ausgekämmt undausgezogen werden.
Von der Streckmaschine ging das Band schließlich auf die Spinnmaschine, wo eseine nochmalige Verlängerung durch ein Hcchelsystcm erleidet, und dann erst durch Spindeln,welche mittels Riemchen bis zn 1200mal in der Minute umgedreht werden, zn Bind-faden, gewonnen wird. Eine mit Maschinenbetrieb arbeitende Bindfadenfabrik verhält sichalso zn einer gewöhnlichen Seilerbahn genau so, wie eine mechanische Banmwollspinnereizn den alten Knnkelstnbcn, jene haben das Wirtschaftliche für sich — diese das Btalerische.
Verknüpfung der Taue. Es ist ebenso oft nötig, ein gebrochenes oder zweikürzere Taue zusammenznstücken, wie es vorkommt, daß ein zu langes Tau in haltbarer,