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Verknüpfung der Taue. Flachseile.
bequemer Weise verkürzt werden muß, vhne etwas davon abzuschneiden. Die Tauendenmüssen auf geschickte Weise dagegen verwahrt werden, daß sie sich auslösen. Zu gewissenZwecken müssen sie in regelmäßigen Abständen mit Knoten versehen werden, zu andernwieder Schlingen oder Schleifen erhalten. Es kann die Verbindung zweier Taue in derWeise gewünscht werden, daß solche nicht wieder gelöst wird und möglichst dauerhaft ist,sie kann aber zu anderen Zwecken nur auf kurze Zeit nötig sein und muß sich dann be-quem wieder öffnen lassen. Dasselbe gilt auch von dem Anhängen und Anschlingen vonTauenden an Haken, Stangen u. dergl. Die vielerlei hierbei gebräuchlichen Formen undVerbindungen der Takelage, sowie die dabei üblichen Handgriffe und Verbindungen, bildenein reiches Kapitel in der Schifferknnst und Schiffcrsprache, aus dem wir nur ein kleinesPröbchcn in den vorstehenden Darstellungen (Abb. 575) geben, die zugleich Seilverbin-dungen zeigen, deren Anwendung häufig in andere technische Fächer übergegangen ist.
a und n> zeigen den sogenannten Schildknopf oder Kreuzknopf, durch welchendie Tauenden gegen das Auflösen gesichert werden, indem ihre einzelnen Bestandteilezunächst aufgedreht und dünn miteinander verschlungen werden, b ist eine am Takelwerkdes Schiffes sehr gebräuchliche Augsplissnng, ebenfalls durch Verflechten der dünnerenTausträuge (Duchten der Schiffer) gebildet, e zeigt uns einen Knoten, in der Mitteeines Taues gebildet, den „doppelten Schauermannsknopf" der Matrosen, ck—1 zeigenuns Vcrbinduugsweisen zweier Taue, teils durch festes Verflechten (ck Spleißen der Taue),teils durch Verschlingen bewirkt (x der Wcberknotcn, ü der Plattstich, i der Fischerknotcm.ck zeigt den kurzen oder „deutschen" Spliß, besser ist der lange oder „spanische" Spliß,bei welchem die Verflechtung der Litzen auf eine Länge von 2 — 3 in verteilt wird. Beiü ist eine Verschlingung dargestellt, durch welche lange Taue schnell verkürzt werden können;l gibt ein Beispiel einer Knotenverschlingnng zum Anhängen an Haspen und Ringe. Bein wird schließlich in dem Stück einer „Flechtmatte" angedeutet, wie die Matrvseuarbeitauch in andrer Weise noch dem Seiler ins Handwerk kommt. Tauflechtereien werden angrößeren Tauen als schützender Überzug angebracht, um das Durchreiben derselben durchdarüberlaufendes andres Tanwerk zu verhüten.
Das Schlingen künstlicher Knoten hat schon in alten Zeiten eine mystische Rolle ge-spielt und mußte ab und zu die Schlösser und sogar die Schreibknnst ersetzen. Vielfachwürd von dem Knotenricmen, dem Guipn, erzählt, mittels dessen die alten Mexikaner undPeruaner sich ihre Gedanken gegenseitig mitteilten, nur den Eingeweihten verständlich, fürjeden anderen dagegen Rätsel, wenn auch nicht unentwirrbar wie der gordische Knoten.
Flachseile. Die früher bereits erwähnten Flach- oder Bandseile entstehen einfachdadurch, daß vier oder sechs gute dünne, gewöhnliche Seile nebeneinander gelegt und miteiner im Zickzack querdurch geführten Schnur zu einem Ganzen vernäht werden. Es istdies also eine Nadelarbcit, aber eine, die nur einem Riefeufräulein angemessen wäre; inder Regel wird sie von einer kräftigen und interessanten Maschine ausgeführt. Die vieroder sechs zu verhcfteuden Seile laufen von ihren Vorlegehaspeln zunächst durch einenHeizkasten, wo sie durch das Erweichen ihres Teers etwas nachgiebiger werden, und ge-langen dann gleich in eine Art Zwinge, wo sie von oben, von unten und von beiden SeitenDruck empfangen und nirgends weichen können. Aber diese Vorrichtung hat an den SeitenLöcher, durch welche Nähnadeln ihren Durchgang finden, wenn man einen spitzen Stahl-stab von mindestens 30 eni Länge und ein Dicke, der mittels Maschincnkraft durchvier Seile hindurch gestoßen wird, noch eine Nadel nennen kann. Solcher Stichwaffenwirken zwei, aus jeder Seite eine, und da sie ihre Löcher schrägüber treiben, entsteht derVorstich zu einer Zickzacknaht. Zwei Männer, auf jeder Seite einer, haben nun dasschwere Amt, in die Löcher, sowie sie entstehen, den verbindenden hänfenen Faden ein-zuziehen, der natürlich die Löcher ausfüllen muß und daher auch rieseumäßig genug ist,um als Strick oder wenigstens als Strickchen gelten zu können.
So starke Kabel, wie man früher anwandte, werden in neuer Zeit nur noch seltengemacht; während ein Umfang von 45 ein sonst noch eine gangbare Größe war, machtman sie jetzt selten dicker als 30 ein und nimmt statt der höheren Nummern lieber ent-weder Drahtseile oder eiserne Kcttentane, die namentlich znr Führung der Anker fast
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