Ter Zeugdruck.
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Die Truckmet Hoden.
Ter Zengüruck erstreckt sich in erster Reihe auf Kattune oder Baumwollgewebe, so-wohl der Menge der bedruckten Stoffe als der Mannigfaltigkeit der Trnckmethoden nach.Betrachten wir die Hanptarten des Kattundrucks und sehen von den veralteten Methodendes Anfmalens und Umschnürens ab, so tritt uns als eine der ältesten Formen der Kessel-farb endruck entgegen, bei welchem das Zeug mit der Beize gemustert bedruckt und dannmit einem Beizenfarbstoff gefärbt wird; die gebeizten Stellen zeigen nach dem Färben dasMuster. Tie bereits von Plinius berichtete Methode, mehrere Farben mit nur einemFarbstoff durch Auftragen verschiedener Beizen hervorzurufen, wird wenig gebraucht, dahierdurch nicht genügende, der Mühe entsprechende Wirkungen erzielt werden. MittelsKesselfarbendruck werden daher vorwiegend einfarbige Muster erzielt, die aber durch ver-einte Anwendung anderer Trnckmethoden in mehrfarbige umgewandelt werden können.
Die Umkehrnng dieser Methode ist gewissermaßen der Klvtzdruck, bei welchem dasGewebe durch Färben, Klotzen oder Bedrucken mit der Picotwalze gleichmäßig gebeizt unddann in Mustern mit Beizenfarben bedruckt wird. Die Zahl der hier anzuwendendenFarben ist kaum begrenzt. — Eine Abart des Klvtzdruckes kann auch wohl das Impräg-nieren des Gewebes mit Beta-Naphtol und Bedrucken mit Tiazoverbindungeu, wie es fürParauitrauiliurot und Tiauisidinnaphtolblan angegeben wurde, genannt werden.
Von besonderer Bedeutung für den Zeugdruck ist der gegen Ende des 18. Jahr-hunderts von Baneroft erdachte Tampffarbeudruck, welcher namentlich seit der Er-findung der Teerfarben sehr vielseitige Ausbildung erfahren hat. Nach diesem Verfahrenwerde» die verdickten Farben dem Muster entsprechend aus das Gewebe aufgedruckt unddann erst durch Dämpfen in der Faser befestigt oder entwickelt. Für Seide und Wollegeschieht dies meist mit direkten, für Baumwolle hauptsächlich mit Beizen- und basischenFarbstoffen. Zum Beispiel wird ein Gemisch von Alizarin und Thvnerdebeize (unterZusatz von etwas Türkischrvtöl und Zinnbeizc) passend verdickt aufgedruckt, die Ware danngetrocknet und gedämpft; das Dämpfen entwickelt den Farblack in der Faser; damit jedochder Farblack sich nicht schon vor dem Dämpfen und mehr auf als in der Faser entwickle,enthält die Druckfarbe Essig-, Wein- oder Zitronensäure, die die Bildung des Farblacksverhindert; durch das Dämpfen wird die Säure entfernt, und nun erst kann der Farblackentstehen und zwar vorwiegend im Inneren der Faser. Oder ein Gemisch von Tanninund Fuchsin, Methylenblau und dergleichen mit Essigsäure und Verdickungsmittel wirdaufgedruckt, dann wird gedämpft und schließlich durch eine Lösung von Brechweinsteingezogen, um die Farbe waschecht zu machen.
Den Tampffarben verwandt sind die Tafel- oder Applikations-Farben insofern,als sie auch durch Dämpfen befestigt werden. UnlöslicheFarben (Pigmente oder Körperfarben),wie Ultramarin, Zinnober, Chromgelb, Ruß u. a. m., werden mit Eiweiß, Blntalbumin oderCasein angerührt aufgedruckt und gedämpft; das Eiweiß u. s. w. gerinnt durch das Dämpfenund klebt die Farbe auf die Faser; die Farbe wird auf diese Weise ziemlich echt befestigt.
Erwähnt sei hier auch der Aniliuschwarzdruck, für welchen eine geeignete Mischungaus Anilinsalz, Schwefelkupfcr, chlorsaurem Natron und anderen Zusätzen (Vanadium-falz u. a.) aufgedruckt und die Farbe durch Aufhängen in einem feuchtwarmen Raum(Hänge) oder Passieren durch den Schnelldämpfer von Mather L Platt (vergl. S. 588)mittels Oxydation entwickelt wird.
Indigo wird meist durch Färben in der Küpe und nachfolgendes Ätzen (s. n.) für denZeugdruck befestigt. Es kann jedoch auch durch Tränken der Faser mit einer reduzierendwirkenden Mischung von Traubenzucker und Natronlauge, Aufdruck von fein gepulvertemIndigo, welches dann auf der Faser durch Dämpfen zu Jndigoweiß reduziert wird undsich alsbald wieder zu Jndigoblau oxydiert, direkt gedruckt werden. Dieses Verfahrendient hauptsächlich zur Erzeugung der beliebten blauen Muster auf rotem Grunde (Blau-Rot-Artikel). Endlich werden zur Erzeugung feiner blauer Muster auf Weiß, namentlichfür Hemdenstoffe, verschiedene Präparate des Steinkohlenteers wie Propiolsäure undJndigosalz gebraucht, welche aufgedruckt und dann durch chemische Umwandlung im Ge-webe selbst in Indigo übergeführt werden.